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Kynosarges 2605

Heute ist Montag, 02. März in der Nacht zum 03. und ich bin in einer 24h-Schicht.
Am 18. Februar kam ich zurück von ein paar Tagen bei der Familie und wollte mich am 19. darum kümmern, beim Finanzamt und weiteren Behörden wegen der Gründung vorzusprechen. Daraus wurde allerdings nichts: Beim Finanzamt wurde ich nicht vorgelassen, weil ich keinen Termin hatte. Ich hatte zuvor, weil ich so etwas schon erwartet hatte, die Terminvergabemaske online überprüft, dort aber nichts geeignetes für mein Anliegen gefunden. Ich hätte Termin für eine andere Angelegenheit nehmen sollen, Hauptsache Termin, hieß es, habe dann aber immerhin eine Telefonnummer für eine Ansprechpartnerin bekommen, die allerdings für gemeinnützige Vereine zuständig war und mich darauf verwies, online über die Plattform "ElStEr" (elektronische Steuererklärung) meine Satzung einzureichen bzw. einen entsprechenden Fragebogen durchzugehen. Im weiteren Verlauf erfuhr ich allerdings, dass dieser Vorgang zu einer verbindlichen Anmeldung nebst Steuernummervergabe führen würde, und darum ging es mir ja zunächst noch nicht. Ich nutzte also ein normales formloses Formular und erbat eine unverbindliche Vorabprüfung der angehängten Satzung.
Bei der IHK, der Industrie- und Handelskammer, ging es deutlich einfacher: Ich rief an, bekam einen E-Mail-Kontakt, reichte dort meine drei Unternehmenszwecke und -Namen ein und erfuhr nur wenige Tage später, dass es damit kein Probleme gäbe. Insgesamt aber war in die Sache nun so viel Verzögerung gekommen - bis zum heutigen Tag habe ich noch keine Rückmeldung vom Finanzamt und bei einem Anruf, inzwischen am 05. März, wurde ich nur hin und her gereicht ohne Ergebnis, dass ich mich inzwischen fast schon wie auf Asterix' Suche nach dem Passierschein A38 fühlte - dass ein Termin beim Notar noch nicht relevant war und die Eröffnung der Geschäftskonten auch noch nicht ebensowenig wie das Besorgen der Buchhaltungs-Software. Weiterhin bin ich gespannt, doch hat die Spannung schon einen ersten Dämpfer bekommen. 
Zur Konferenz online zu dritt konnte ich diesbezüglich keine Ergebnisse liefern und heute, zwei Wochen später, auch noch nicht, das ist durchaus etwas frustrierend. 
Immerhin habe ich im Austausch mit der KI, weiterhin Gemini, einige weitere, wenn auch nur momentane, Erfolge erreicht: Ich habe einen Termin bei einem Arzt für ein großes Blutbild - die KI konnte mir detailliert mitteilen, auf welche Daten ich achten, welche Werte ich zur Untersuchung anmelden sollte. Und ich habe immerhin zweimal, nein, dreimal, mich noch einmal aufzuraffen geschafft, mein Chaos zuhause in Angriff zu nehmen. Das ist zwar noch nicht gelöst, bei Weitem noch nicht, aber kleine Schritte sind geschafft, und in kleinen Schritten wird es weitergehen. Allerdings, und das muss ich nun weiter wachsam im Fokus halten, habe ich zwar nun weniger Zeit mit Social Media verbracht, dafür mich aber gefühlt viel viel zu intensiv mit der KI über finanzielle Spielräume ausgetauscht und war zeitweise tief darin versunken, über mehrere Stunden immer wieder Börsenkurse zu verfolgen und kleine Investitionen zu tätigen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg, insbesondere, weil die aktuelle Weltlage die Märkte erschüttert. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich auf diesem Weg überhaupt weitergehen will oder ob das eine erhebliche zu riskante Spielwiese für mich ist. Noch bin ich dort nur mit verhältnismäßig kleinen Beträgen unterwegs und werde vorerst daran nichts ändern, falls ich überhaupt diesen Weg weiter verfolge, denn meine Erwartungen waren wohl größer als der tatsächliche Nutzen. 
Ansonsten hatte ich am 19. Februar nach der Konferenz eine Essensverteilung, die 30h-Schicht am 20. verlief gut, die vier freien Tage verbrachte ich bei mir, mit den genannten Erfolgen und auch KI-Irrwegen. Immerhin habe ich, auch durch die KI, in diesen Tagen wieder meine Einstein-Arbeit in Angriff genommen, ein ordentliches Gerüst aufgebaut und auch schon zwei Abschnitte geschrieben. Und auch wenn das inzwischen schon wieder Tage her ist ich mich zwischendurch tief in die Wallstreet und Frankfurter Börse habe hineinsaugen lassen, gepaart mit den Ereignissen am Persischen Golf, bin ich sehr zuversichtlich, dass diese Arbeit auf diesem Weg weiter wachsen und zu einem Abschluss kommen kann, genauso wie dann die weiteren noch ausstehenden Arbeiten.
Am 23. und am 25. Februar machte ich abends weitere Essensverteilungen, am 25. war ich vorher am frühen Abend bei einer ehemaligen Klientin, die hoffte, dass ich ihren Toaster würde reparieren können. Ich konnte ihn öffnen, aber leider den Fehler nicht finden. Trotzdem saßen wir lange bei Tee und Gespräch beieinander, bis ich zur Verteilung aufbrechen musste. Am Rande sprachen wir auch von meiner aktuellen Klientin, die ja nur männliche Pfleger haben möchte. Die Klientin selbst meinte dazu, dass männliche Pflege tendenziell weniger reden als weibliche und dass männliche in der Regel kräftiger zupacken und sie besser im Rollstuhl zurechtsetzen können. Ich hatte noch insgeheim die Vermutung, dass eine, sagen wir, in gewisser Weise sexuell konnotierte Vorstellung zumindest unterbewusst in diese Wahl mithineinspielen würde können. Diese ehemalige Klientin meinte allerdings, dass der tatsächliche Grund ein anderer sein könnte, nämlich dass die Klientin durch die Anwesenheit anderer Frauen ohne Behinderung im Vergleich zu diesen spüren würde, wie viel ihr selbst an weiblichen Reizen durch ihre Behinderung abhanden gekommen sei, wenn sie wahrnehmen kann, wie jene ihre Reize einsetzen und Aufmerksamkeit dafür bekommen. Ich hatte diesen Punkt noch nicht im Bewusstsein, er ergab für mich aber unmittelbar Sinn. 
Am 26. Februar war eine weitere 24h-Schicht, und die war wieder etwas, nun ja, seltsam: Eigentlich war mit der Assistenzfirma ausgemacht, dass der neue Kollege, den ich abzulösen kam, für eine halbe Stunde länger bleiben sollte, damit ich ihm vorführe, wie ich die Klientin im Rollstuhl sicher schiebe und dabei ihren Hund zusätzlich sicher führe. Nun war es aber so, dass die Klientin schon seit ein paar Tagen ganz begeistert davon war, sich neue Möbel, also einen neuen Esstisch und ein neues Sideboard anzuschaffen. Die alten Möbel, die ersetzt werden sollten waren weder schlecht noch beschädigt, aber sie hatte Lust auf Erneuerung. Nun ja, mit meiner privaten Einstellung dazu, die ich für mich behielt, war dies natürlich kein legitimer Grund, die Möbel auszutauschen. Immerhin äußerte sie auch, dass es für sie viel bedeute, damit endlich ihre eigenen Möbel zu haben statt irgendwelche Hinterlassenschaften anderer zu übernehmen. Das war ein nachvollziehbarerer, aber weiterhin nicht ausreichend schwer wiegender Grund für mich, aber gut, auch das behielt ich natürlich für mich. An jenem besagten Morgen kam also der neue Tisch, und nun war für sie die Einarbeitung des neuen Kollegen zweitrangig, vergessen, und sie bat darum, dass er und ich den alten Tisch auf den Balkon und den neuen in Ihrem Wohnzimmer aufstellen. Dies brauchte etwa 50 Minuten und der Kollege erwartete, dass sie ihm diese Extra-Zeit bezahlen würde. Sie tat das, äußerte aber ihren Missmut darüber, nachdem er gegangen war. 
Es hatte sich nach dem Aufbau herausgestellt, dass der Tisch schon ab Werk beschädigt war. Eine Ecke war sichtbar abgestoßen, auf der Tischfläche war eine Brandspur, dazu waren weitere Spuren. Nun war die Klientin mehrfach enttäuscht: Ihre große Freude über den Tisch führte nun dazu, dass sie entscheiden musste, ob sie ihn so überhaupt annehmen möchte, außerdem fühlte sie sich von meinem Kollegen betrogen, da sie seine Zusage, mit dem Tisch zu helfen, als kostenlosen Freundschaftsdienst aufgefasst hatte (allerdings hatte sie im Vorfeld mehrmals deutlich betont, dass Assistenten für sie keine Freunde seien, dennoch hätte ich das wohl kostenlos für sie getan...), insbesondere, weil durch die Beschädigungen am Tisch diese bezahlte Leistung ganz umsonst war (ich baute anschließend alleine den Tisch wieder ab, packte ihn ein und schaffte auch alleine den alten Tisch, ein Glastisch, wieder hinein, was alleine zu bewältigen teils ziemlich knifflig war, aber das machte es erst richtig spannend für mich) und außerdem betrogen auch deswegen, weil der Kollege für die halbe Stunde Einarbeitung bereits eine Bezahlung durch den Arbeitgeber hätte bekommen sollen - dass die nicht stattfand, lastete sie auch ihm an, denn er hätte sie darauf ja hinweisen müssen, da sie davon ja nichts wusste (es war in ihrem Kalender eingetragen und dort wird nichts ohne ihr Wissen eingetragen, außerdem lässt sie es schnell als Übergriff auslegen, wenn man ihre Entscheidungen, zB jetzt einen Tisch aufzubauen, mit Anmerkungen infragezustellen sich traut). 
Am Nachmittag kam das Sideboard, aber dafür wartete sie nun bis in den Abend, als ihr Partner kam, der es dann nur mit geringer Hilfe meinerseits aufbaute. Sie war erneut so sehr gefangen von ihrer Freude über das neue Möbelstück, dass sie, obwohl schon spät am Abend, so dass ihr Partner erschöpft zu Bett ging, unbedingt mit mir das alte Möbelstück leeren und das neue wieder einräumen wollte, was bis weit nach Mitternacht ging. Als sie dann zu Bett gegangen war (also nachdem ich sie ins Bett gebracht hatte, zu ihrem schon schlafenden Partner), musste ich noch die Reste dieser Umräumaktion aufräumen, abspülen etc. und kam erst nach 01:00 nachts ins Bett. Aber meinetwegen; andere Pfleger in 24h-Diensten haben nicht den Luxus, die ganze Nacht durchschlafen zu können, insofern war das für diesen Tag okay. 
Am Folgetag kam besagter neuer Kollege wieder in den Dienst. Die Klientin hatte mich gebeten, sie beim Gespräch über die Differenzen vom Vortag zu unterstützen, und ich versuchte, so diplomatisch wie möglich, dies zu tun - er bestand darauf, dass er seine Freizeit nicht verschenken möchte, durchaus ein legitimer Standpunkt, zumindest aus meiner Perspektive, und wir vereinbarten, dass solche und weitere Erwartungen bereits im Vorfeld geäußert werden müssten, denn dann hätte die Klientin sein Angebot ausgeschlagen, außerdem stellte die Klientin nun dar, dass sie unter solchen Bedingungen ihm auch keinen Kaffee etc. mehr zur Verfügung stellen wollen würde, wenn er wieder einmal seinen vergessen hatte. Ich blieb etwas länger und wir machen nun die für den Vortag vorgesehene Einarbeitung, die ziemlich gut verlief. Als ich in meinem Feierabend war, suchte die Klientin noch einmal das Gespräch mit mir: Der neue Kollege hätte noch einmal bekräftigt, dass seine Haltung legitim sei, und sie empfände sie als hart, wie einen Angriff, insbesondere, wenn er ihr unterstellen würde, sie würde ihn ausnutzen, wo sie doch niemals jemanden ausnutzen würde, sondern eher würden andere sie ausnutzen. Im weiteren Verlauf der Tage hatte sie sich dann bis zu meinem Dienst am Montag, 02. März, in den Gedanken hineingesteigert, dass nun durch die Meldung des neuen Kollegen beim Arbeitgeber das Bild vorherrsche, sie würde regelmäßig ihre Angestellten ausbeuten - was natürlich nicht vorlag, aber zu dieser Situation, dass sie sich manchmal fiktive Szenarien zusammenreime und diese dann für sie Realität würden, in die sie sich hineinsteigere, sowie zu anderen Situationen, die insbesondere die Arbeit mit ihr betreffen, hatte der Arbeitgeber für April eine Coaching-Sitzung veranschlagt - wahrscheinlich ist ihm der häufige Personalwechsel, nebst der Begleitumstände, inzwischen etwas zu groß geworden.
Für's Wochenende, ab 27. Februar, war wieder mein Kind bei mir eingeplant, allerdings letztlich erst ab Samstag, da Freitag noch ein Übernachtungstreffen mit zwei Klassenkamerad:innen stattfand, die ab dem Sommer auf eine andere Schule als mein Kind gehen würden. Freitag Abend half ich spät wieder bei einer Thekenschicht des Kulturvereins in meiner Nähe, Samstag holte ich morgens mein Kind, wir waren für Spiele wieder in der Bibliothek und gingen danach ins Schwimmbad, wo mein Kind zeigen konnte, dass es für den Freischwimmer zumindest in Bronze bereits alle Anforderungen erfüllen konnte, so dass wir uns vornahmen, am kommenden Wochenende dafür die Prüfung zu machen. Sonntag dann, inzwischen 01. März, war wieder Theaterprobe, den Nachmittag verbrachten wir mit weiteren Spielen, dann ging abends mein Kind wieder zu seiner Mutter nach Hause. 
Am Montag, 02. März, war ich wieder arbeiten und begann abends diesen Blogeintrag, ließ ihn aber bis heute, Donnerstag, 05. März, ruhen. Dienstag und Mittwoch war ich viel mit KI, Finanzen und tatsächlich einer weiteren Aufräumaktion zuhause beschäftigt und machte jeweils abends eine Essensverteilung, heute versuchte ich vergeblich, Klarheit beim Finanzamt zu bekommen, und schrieb endlich diesen Eintrag fertig. Heute Abend wird wieder eine Konferenz online zu dritt stattfinden. 
Am Freitag wird wieder mein Kind bei mir sein, möglicherweise mit erfolgreicher Prüfung zum Schwimmabzeichen, gleichzeitig wohl auch eine Couchsurferin, allerdings mein Kind nur bis Samstag Abend, da die Klientin für Sonntag, dem fünfjährigen Bestehen ihrer Beziehung zu ihrem Partner, am liebsten mich im Dienst wollte, einschließlich Montag, für egal welche Pläne, die dann in diesem Zusammenhang kommen würden. Dienstag und Mittwoch habe ich frei, Donnerstag findet eine Online-Schulung des Arbeitgebers statt, Freitag möchte ich zu einem Klavierabend des hochbetagten Freundes nach Stuttgart, also würde ich wahrscheinlich schon Dienstag oder Mittwoch nach Süddeutschland fahren und bei meiner Mutter vorbeischauen. Am Wochenende könnten wieder Couchsurfer kommen, das wird sich bald klären, dann am Montag, inzwischen 16. März, habe ich eine weitere 24h-Schicht, am 20. eine weitere, am 25. eine Doppelschicht, dann am Wochenende wieder mein Kind bis in den April mit endlich wieder Ausflug zu meinem Boot und Fortsetzung der Kanalfahrt, Karfreitag machen wir über Ostern eine kleine Familienreise, Ostermontag fahre ich abends wieder zu einer Doppelschicht plus ein paar Stunden zusätzlich. Bis dahin fanden meine Unternehmensgründung, mein Arztbesuch und meine Gerichtsverhandlung statt und möglicherweise noch einiges mehr. 
Soweit...

Ich möchte noch etwas ergänzen. Diesen Eintrag habe ich in einem meiner Lieblings-Cafés fertig geschrieben, mit Blick auf einen von Sonne erfüllten Platz. Danach machte ich mich, zunächst etwas unschlüssig, was mit dem Nachmittag anzufangen sei, und dachte darüber nach, für mein Animationsprojekt ein paar Lippenbewegungs-Sequenzen zu erstellen, die ich später geschickt würde schneiden können, und dachte über passende Lautfolgen und ihre charakteristischen Lippenbewegungen nach. So schlenderte ich durch die Frühlingssonne, kam in der Nähe einer Klosterkirche vorbei und hatte Lust, mich im Kreuzgang in eine sonnige Ecke zu setzen. Gedacht, getan, und nun saß ich auf dem Boden in der Sonne auf von der Sonne erwärmten Steinen, hatte die Flipflops abgelegt und ließ die Sonne auf meine geschlossen Augen scheinen, so dass ich durch die Augenlider eine orangefarbene Leuchtwolke sehen konnte. Als ich nach einigen Minuten mir die Hände über die Augenlider hielt, hatte ich wunderschöne Nachbilder in komplementären Violettonwolken, und ich steigerte mich langsam hinein in ein berauschendes Glücksgefühl: Wie unverschämt glücklich bin ich doch, dass ich eine Arbeit habe, die mir manchmal spannende zwischenmenschliche Situationen bietet, dazu genügend Geld für meine finanziellen Verpflichtungen einschließlich kleineren Luxus' und vor allem, das ist das große Plus, so viel Zeit, die ich nach Lust und Laune vergeuden kann, indem ich zB einfach nur so in einem Kreuzgang in der Sonne sitzen kann. Ich habe ein Kind, dessen Verantwortung ganz überwiegend und ausdrücklich gerne bei dessen Mutter liegt, auch der weit überwiegende Teil der Care-Arbeit, während ich ab und zu an den Wochenenden die Rosinen abbekomme wie zB Schwimmabzeichen zu machen, und deswegen bei meinem Kind sehr hoch, unverdient hoch, im Ansehen stehe. Zusätzlich bin ich finanziell so bequem und sicher aufgestellt, dass ich ohne Not mit Börsenkursen spielen kann, ich bin gesund, habe keine größeren, ernstzunehmenden Gebrechen - okay, die Antriebslosigkeit zuhause sehe ich eher als Luxusproblem.
Weiter dachte ich, wie schön kann es sein, wenn man, ähnlich wie in einem Kloster, Teil einer auf das moralisch Gute eingeschworenen Bruderschaft bzw. Geschwisterschaft sein kann, die so eine Struktur betreibt. Bei aller Ablehnung der christlichen und anderen Kirchen - dieses Eingebundensein in so ein Netz ist etwas, auf das ich neidisch bin und das ich gerne unabhängig von religiöser Doktrin anderweitig aufbauen möchte. Freundschaften sind auch gut, aber die fühlen sich mehr nach Freizeit und Unverbindlichkeit an, obwohl sie natürlich auch sehr verbindlich sein können, Vereine sind auch gute Netze, aber auch meist zu unverbindlich, Familie kann sehr für Verbindlichkeit sorgen, sie unbedingt unterstützen, aber auch nicht zwangsläufig, und Unternehmen können auch wie eingeschworene Kreise funktionieren, sollten sie vielleicht auch in gewisser Weise. Mir gefiele allerdings eher so etwas wie ein Ritterorden, wie eine Tafelrunde, in der die Selbstverpflichtung zu diesen moralischen Zielen eine Art Hauptfokus werden kann, vielleicht passt auch eine antike Philosophenschule dazu. Ich hatte solche Überlegungen ja schon einige Male hier geäußert und würde solches gerne weiterverfolgen.
Bei meinem Tablet war nach intensiver Nutzung im Café schließlich der Akku alle, und so machte ich mich medienfrei los auf einen weiteren Spaziergang entlang einer sonnenlichtdurchfluteten Allee zu einem botanischen Garten. Auf dem Weg dorthin fand ich Informationsmaterial zur Uni, und schon assoziierte ich daraus, dass ich als Student ja Zugang zu IT- und KI-Seminaren haben könnte, auch zu einem Schreiblabor für meine Studienarbeiten, zum Uni-Sport, und dass ich über die Uni Anknüpfungspunkte für meine KI-Akademie, auch Mitarbeitende, finden könnte, sowie ausrangierte Technik, und meine Unternehmensgründung fühlte sich wieder mehr greifbar auf meiner Glückswelle. Da der botanische Garten bald schloss - es galten noch Winteröffnungszeiten - ging ich nach einer kurzen Runde darin, vor allem unter den Mammutbäumen, wieder die Allee zurück und kaufte mir, wie schon vor einiger Zeit von der KI vorgeschlagen, gesündere Genussmittel statt derer, die ich bislang gewohnheitsgemäß genommen und in letzter Zeit aufgebraucht hatte. Mit dem Einkauf wollte ich auf einem Miet-Fahrrad nach Hause, doch da fiel mir ein, dass ich das mit leerem Tablet-Akku ja nicht benutzen kann, doch dann sah ich, dass der Akku noch bei 2% und zuvor im Kreuzgang nur das Display maximal dunkel geworden war, und mit letztem Akku das Fahrrad öffnend fuhr ich mit breitem Grinsen glücklich nach Hause. 
Das größte Glück ist dabei vielleicht, all dieses Glück als solches begreifen zu können. 
Soweit...

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