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Es werden Posts vom August, 2021 angezeigt.

Erfüllt sein

Etwas trostlos war meine Gemutslage neulich morgens. Nach mehreren Tagen voll Arbeit und anderer Verpflichtungen bei gleichzeitig wenig Schlaf war ich zwar froh, endlich mal ohne Termin ausschlafen zu können, doch hatte ich zum Einen vergessen meinen Wecker zu deaktivieren, zum Anderen lagen mir mehrere private Anliegen im Nacken, die ich teils lange, teils sogar schon sehr lange aufgeschoben hatte. Auch waren kurzfristige Anliegen involviert, die eine anstehende Reise betrafen, um deren Verlauf ich mich noch nicht ausreichend gekümmert hatte. Während meines morgendlichen Halbschlafs ging mir dies alles durch den Kopf und kreiste in Gedanken um mich, ob ich dieses oder jenes noch werde erreichen können, oder ob es schon zu spät oder ob alles zusammen zu viel sei. Als ich aufstand für eine kleine Besorgung, die mich quer durch die Stadt brachte, lockerte sich mein Gemüt. Offenbar taten mir die Bewegung und der Wechsel der Umgebung gut. Neulich hatte ich bei der Uni einen Studiumsratgeb

Ab wann belädt man sich mit Schuld?

In dieser physischen Welt zu sein bedeutet Zeit und Raum einzunehmen. Wenn man es sehr streng sieht, kann man dieses bereits als eine Art Schuld werten, denn die von mir eingenommene Raumzeit steht niemand anderem mehr verfügbar und schränkt damit die Freiheit anderer ein. Allerdings muss man dagegen halten, dass ich dies nicht verursacht habe, zumindest nach gängiger Lesart waren dies meine biologischen Eltern, die meine körperliche Existenz auf den Weg und mich in diese Schuld gebracht haben. Und es lässt sich bestimmt auch darüber streiten, ab wann dieser Zellhaufen mein Ich beherbergte - sicherlich war dies wohl nicht von Anfang an der Fall. Aber ab dann, irgendwann in meiner Kindheit, habe ich mich wohl mit Bestimmtheit schuldig gemacht, als ich meinen Körper selbstständig zu nutzen begann um mit ihm Ressourcen umzuwälzen und dabei Lebensräume und Lebewesen zu beeinflussen und auch zu vernichten. Ich würde mich allerdings auch schuldig machen, würde ich den mir gegebenen Körper v

Sehen Kinder die Welt klarer?

Das kann man so einfach nicht beantworten. Man muss zunächst klären, was "die Welt sehen" und was in diesem Zusammenhang "klar(er)" bedeutet, und schon kommt man in philosophische Grundsatzdiskussionen: Was ist denn "die Welt"? Und was ist "sehen"? Seit Kant gilt, dass "das Ding an sich" für uns unzugänglich, unerkennbar ist - wir können nur Aussagen darüber treffen, wie es uns erscheint. Und seit dem "Linguistic Turn" gilt sogar, dass die Welt und ihre Dinge für uns nur dadurch erkennbar sind, wenn und weil wir für sie Worte, Begriffe haben. Wir begreifen also nichts wofür wir nicht einen Begriff haben. Wenn wir "sehen" als "begreifen" verstehen, dann sehen wir nichts, wofür wir keine Begriffe haben. Und Begriffe stellen sich uns erst durch Erfahrung ein. Kommen wir als Baby auf die Welt, machen wir zwar fortwährend Sinneserfahrungen, jedoch "sehen" wir dabei so lange noch nichts, solange wir da

Welt ohne Geld verdienen?

Es lässt sich wohl so leicht gar nicht sagen, ob eine Welt ohne Geld verdienen zu müssen besser wäre. Immerhin ist das "Geld verdienen müssen" ein recht starker und dennoch zumindest bei uns kein lebensbedrohlicher Antrieb um etwas für sich und andere zu tun und um dafür auch eine gewisse Ausbildung auf sich zu nehmen. Ohne dieses "Geld verdienen müssen" würden die meisten wahrscheinlich höchstens aus Lebenserfahrung lernen, wie sie gemeinsam mit anderen jeden Tag die Ressourcen gewinnen können, die sie und ihre Angehörigen jeden Tag zum Leben brauchen, und dieses Ressourcengewinnen würde dann viele Stunden Arbeit jeden Tag benötigen, man wäre viel öfter mit Armut und Hunger und damit mit dem Überlebensinstink ganz direkt konfrontiert, hätte wenig Nerven übrig für höherkulturelles Schaffen oder größere geistige Entfaltung - volkstümlicher Gesang, Tanz und archaische Rechtsprechung gäbe es bestimmt trotzdem. Dies als Mangel wahrzunehmen passiert nur mir so, der ich