Der Januar ist gerade vorbei. Sonntag, 1. Februar, und ich sitze in einem Café, während mein Kind, dieses Wochenende bei mir, gerade in einer Theaterprobe ist.
Seit dem letzten Eintrag am 18. Januar ist nicht sehr viel geschehen. Die Bücherstapel und einige der Regale habe ich Montag, 19. in Angriff genommen, aber zunächst neue Stapel daraus gemacht nach Kategorien "will ich behalten", "will ich mal reinschauen/lesen, dann weg", "will ich weg tun" und "sind Bücher für mein Kind". Die Bücher der ersten beiden Kategorien sind in den inzwischen freien Raum im Regal gewandert, einige wenige habe ich bereits überflogen bzw. zum baldigen Lesen geplant. Mir ist dabei aufgefallen, dass ich überraschend viel Literatur zu Franz von Assisi habe, teils Geschenke noch aus Lehrerzeiten. Im Hinblick auf mögliche spirituelle Vertiefungen fühlte sich diese Entdeckung ein bisschen wie ein Zeichen an. Am Abend habe ich wieder eine Essensverteilung gemacht.
Am Dienstag war ich bis Donnerstag, 20. bis 22., wieder arbeiten, ohne besondere Vorkommnisse, ich kann ja auch mal die Arbeit erwähnen ohne über die Klientin zu lästern und dabei meine eigene Unreife und Kleingeistigkeit unter Beweis zu stellen. Allerdings hilft mir das gelegentlich ja auch, mich selbst als "genauso durchschnittlich und beschränkt wie alle anderen" zu begreifen. Donnerstag Abend war wieder ein Treffen zu dritt, zu dem ich leider etwas verspätet kam. Abgesehen vom Bewegen einiger "was wäre wenn"-Gedanken zu diversen Ideen fühlte ich mich darüber hinaus mit quasi leeren Händen kommend, denn mit der Bücher-Aufgabe, mit der Proa, mit der Geschichte und auch mit dem Boot war ich kaum relevant weiter gekommen.
Zu letzterem hatte sich vorher die Kanalgesellschaft bei mir gemeldet und darum gebeten, dass ich mein Boot aus dem Weg räume, da im Februar dort mit Kanalarbeiten zu rechnen sei. Ich suchte also eine Verbindung heraus, um Sonntag Nacht bzw. Montag früh zum Boot kommen zu können, erfuhr im Verlauf des Wochenendes allerdings, dass die Fahrt nach Süden auf Epinal zu weiterhin nicht möglich sein und die Kanalarbeiten nun doch meinen Bootstandort nicht betreffen würden. Dies geschah Freitag und Samstag, während ich mein Kind bei mir hatte, so dass ich meine nächtlichen Zug- und Tramppläne für Sonntag wieder aufgab.
Freitag, 23. Januar, holte ich mein Kind direkt nach der Schule ab, um unmittelbar im Anschluss daran gemeinsam die Bootsmesse zu besuchen. Im Dezember hatte ich gesehen, dass man dort freien Eintritt bekommen würde, wenn man im Vorjahr einen Tauch- oder Bootsschein gemacht hatte. Ich habe 2024 einen Open-Water-Diver-Schein gemacht und im Dezember auf dieser Grundlage ein Ticket reserviert. Nun Januar 2026 war 2024 ja schon nicht mehr das Vorjahr, dennoch ließ ich es mal darauf ankommen, denn bei Nicht-Akzeptanz hätte ich mir einfach ein reguläres Ticket gekauft. Der Dame am Schalter zeigte ich lediglich meine Reservierung und sie händigte mir ein Ticket aus ohne weitere Nachfrage, mein Kind kam ohnehin mit freiem Eintritt auf die Messe: Wir waren drin.
Wir gingen direkt zur Surfabteilung, denn mein Kind hatte im Vorjahr viel Spaß am Skimboarding gefunden - ich war dabei vor allem, wahrscheinlich zum Spaß der Zuschauer, öfter hingefallen und hatte mir das Knie verrenkt. Leider waren keine freien Plätze verfügbar. Für mich war seit den Skimboarding-Erfahrungen eher Surfing, Kitesurfing und Drachenfliegen interessanter - zu letzterem stelle ich mir vor, dass das Crabclaw-Segel der Proa auch ein Kite werden könne, oder umgekehrt, habe das aber noch nicht konkreter durchgeplant, denn noch ist es ja nicht wirklich relevant. Relevanter könnte sein, wenn ich mit meinem Segelboot im Mittelmeer angekommen bin, ein Board zu finden, das sich zum Surfen sowie SUP gleichermaßen eignet, falls das überhaupt geht, und ansonsten mal zu schauen, ob und wo ich einen Kurs für Surfing und Kitesurfing belegen kann. Ansonsten besuchten wir langjährige Freunde auf ihrem Stand auf der Messe, fanden einige andere interessante Shows und mein Kind hatte großen Spaß in einem Kletterpark. Spät abends kamen wir wieder nach Hause.
Samstag ging mein Kind in einen Breakdance-Kurs und danach mit Freunden ins Schwimmbad. Abends waren wir mit den Freunden in einem Brauhaus und kamen erneut recht spät abends nach Hause und gingen nach einem Film ins Bett. Sonntag nahm mein Kind wie schon in früherer Zeit an einem etwa einjährigen Theaterkurs teil, danach verbrachten wir den Nachmittag mit Spielen zuhause.
Montag, 26. Januar, hatte ich abends wieder eine Essensverteilung und verbrachte den übrigen Tag mit kleinen Aufgaben zuhause und war ansonsten wieder träge. Am Dienstag war ich einige Zeit in der Bibliothek, informierte mich zu ökologischen, energiesparsamen Häusern und nahm ein paar Bücher zum Erstellen digitaler Grafiken und Animationen mit. Außerdem schrieb ich das zweite Kapitel der Geschichte um und für mein Kind fertig, unter Berücksichtigung einiger Tipps einer KI.
Mittwoch, 28. Januar, war ich wieder für eine 24h-Schicht arbeiten ohne weitere Zwischenfälle, am Donnerstag begann ich mit KI das weitere Vorgehen für meine Animation zu erörtern, unter der Voraussetzung, dass ich oft stark mit Prokrastination usw. zu tun habe. Außerdem sprach ich meine Geschichte digital in eine Datei. Am Abend fand ein weiteres Treffen zu dritt statt, dieses Mal allerdings online als Videokonferenz. Ich hatte hierzu drei Ideen vorbereitet, schließlich sogar vier, die ich gerne "in Bälde" umsetzen wollen würde, gerne unter Mitwirken jener beiden oder anderer Freunde.
Die erste ging aus von einer Packstation erweitert für Briefe, für die eine Art Gehäuse gesucht wurde. Mir fiel bald ein Schiffs-Container als geeignet ein. Im weiteren Verlauf der Idee wurde daraus ein Ort mit offenem Bücherschrank, Kleiderschrank, Börse für Pflanzen, Möbel usw., sogar eine Trockentrenntoilette und eine Schlafröhre könnte integriert werden. Im Austausch mit der KI, inzwischen mehr über Google Gemini statt ChatGPT, wurde der Begriff Social-Hub geprägt. In diesem sah ich nun auch eine kleine Werkstatt vor. Im weiteren Verlauf der Idee dachte ich, dass sie sich im Umfeld von Waldorfschulen entwickeln ließe, dann wahrscheinlich erstmal ohne ihren ursprünglichen Aufhänger, die Packstation. Die zweite Idee hatte ich hier schon einmal formuliert und handelte von den problematischen Grundstücken und Immobilien, derer ich mich annehmen und die ich über eine Stiftung langfristig profitgieriger Ausbeutung entziehen wollte. Die dritte Idee lässt sich inzwischen mit der Werkstatt der ersten verschmelzen: Ich möchte diverse Werkzeuge des Alltags, insbesondere, wenn sie hochspezialisiert sind, wieder für eine vielfältigere Anwendung und insbesondere für Pedal- und Kurbelbetrieb an einer entsprechenden Werkbank umgestalten. Bei der vierten ging es mir vor allem darum, Akkus für den alltäglichen Gebrauch selbst zu bauen, was die beiden Gesprächspartner bereits die ihre Zwecke tun. Nach der Konferenz bearbeitete ich die aufgenommene Geschichte und schickte sie der Mutter meines Kindes, damit sie dort für das Abspielgerät verfügbar wurde. Das dritte Kapitel hatte ich zudem in einem ersten Absatz bereits begonnen.
Am Freitag, 30. Januar, half ich vormittags bis nachmittags wieder bei der Süßwarenmesse beim Standaufbau mit und hatte danach mein Kind fürs Wochenende. Den Abend verbrachten wir erneut mit Spielen und Film, waren Samstag Vormittag beim Breakdance-Kurs und am Nachmittag in einem Museum, kochten uns abends etwas zu essen und gingen nach Spiel und Film ins Bett. Sonntag waren wir wieder bei der Theaterprobe, da hatte ich diesen Eintrag begonnen, danach für Spiel und Longboardfahren wieder bei mir, dann wurde mein Kind von seiner Mutter abgeholt.
Inzwischen ist Montag Abend, 02. Februar, ich war tagsüber mit meinem Mitarbeiter-Ausweis auf der Süßwarenmesse, um nach einigen Low-Carb-Produkten Ausschau zu halten. Einige wenige konnte ich finden. Es fühlt sich tatsächlich etwas deplatziert an, für eine solche Suche auf eine solche Messe zu gehen, bei der es bei den meisten Produkten um einen hohen Anteil an Kohlenhydraten und Zucker geht. Aber für mich war es gar keine Schwierigkeit, an all den leckeren Probiermöglichkeiten vorbeizugehen ohne schwach zu werden. Zwar gelingt mir oft mental nicht, meine Trägheit zu überwinden, doch für Askese habe ich ein gutes Durchhaltevermögen. Marzipan zB liebe ich und ich konnte tatsächlich eine Probe auf Maltitol-Basis finden, neben einigen anderen Protein-Snacks, zB auch auf Insektenbasis. Der Montag ist fast vorbei, nach einer Essensverteilung liege ich nun im Bett und versuche hier einen Schluss zu finden.
Morgen, sm Dienstag, hole ich einen Transporter und bringe ihn zur Messe, am Mittwoch helfe ich wahrscheinlich bis etwa Mitternacht beim Abbau, Donnerstag auf Freitag habe ich wieder eine Arbeitsschicht und danach mein Kind fürs Wochenende, vielleicht mit Besuch eines Karnevalumzugs. Montag darauf wollte ich ursprünglich wieder zu meinem Boot, doch sind die Kanäle weiterhin ja geschlossen, allerdings braucht wohl meine Mutter meine Hilfe bei etwas, also werde ich wohl zu ihr fahren und bis Dienstag bleiben. Mittwoch auf Freitag habe ich über Weiberfastnacht eine Doppelschicht und danach für eine Woche Urlaub, ursprünglich ebenfalls wegen des Bootes, den ich jetzt anderweitig verwenden werde, und bin ab dem 20. Februar wieder bei der Arbeit.
Nicht täglich, aber doch häufiger versuche ich im Austausch mit KI einiges auf den Weg zu bringen und für meine möglicherweise intrinsischen Hürden einen passenden Umgang zu finden, meine Ideen und Projekte zu strukturieren usw. Wenn sich auf diesem Weg etwas maßgeblich entwickelt, freue ich mich, dies hier festzuhalten. Low-Carb-Diät und Kaizen sind weiterhin Thema, noch nicht aufgegeben. Das nächste Treffen zu dritt, online oder offline, wird wohl während meiner Urlaubszeit stattfinden.
Seit einigen Wochen geht mir immer wieder etwas durch den Kopf, während ich durch die Stadt gehe, nichts wirklich neues, aber doch immer wieder deutliches, und zwar kommt mir das, wenn ich Werbung für ein Kyiv-Ballett sehe, auf der ein Mann und eine Frau tanzend abgebildet sind, wobei körperliche Konturen und Details beim Mann hinter lockeren Lagen Stoff verborgen, bei der Frau dafür durch enganliegende und ausgeschnittene Kleidung sehr präsent sind. Dieses Prinzip findet sich in fast jeder Sportkleidung, schon bei den jüngsten Sportler:innen und auch jetzt beim Karneval muss man sich nicht lange fragen, wer die Kleidung der Funkemariechen und ihr tanzendes Beineheben tatsächlich erfunden hat. Des Weiteren bewegt mich eine Äußerung aus den letzten Tagen. Die Annahme, wir Menschen hätten in unserem Geist Klarheit mit blinden Flecken halte ich für verkehrt. Viel eher haben wir es Blindheit mit einigen möglicherweise klaren Flecken zu tun. Ich denke da auch an Platons Höhlen-Gleichnis: Zum Einen ist niemand "draußen", alle sind wir an die Grenzen unserer Wahrnehmung und Erkenntnis gebunden, und die Erkenntnis ist in den allermeisten, wenn nicht sogar in allen Fällen Illusion,. zum Anderen ist es trotzdem immer hilfreicher, Menschen dort abzuholen, wo sie gerade sind, statt sie vor den Kopf zu stoßen. Von meiner kynischen Tendenz her gehört vor den Kopf stoßen zwar grundsätzlich zum Konzept, doch viele Probleme lassen sich nur oder zumindest besser in Kooperation lösen, und Kooperation ist eigentlich unsere menschliche Stärke.
Außerdem musste ich noch einige Male über die eine oder andere Passage des letzten Nesser-Krimis nachdenken. Es ging um Chaos und Beliebigkeit: Verstand "erkennt" nicht Muster und System, sondern legt es willkürlich hinein, pfropft auf Beliebigkeit weitere Beliebigkeit, die für ihn Sinn ergibt. Ich werde das noch mit konkreteren Zitaten füttern.
Mit Nietzsche kann man sagen, Monster bekämpfen Monster, und somit gilt wohl auch, Ideologien bekämpfen Ideologien. Es ist mindestens Selbstgerechtigkeit, anzunehmen, das Eigene sei das Normale.
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