Heute ist Freitag, 16. Januar 2026, und ich habe diesen Eintrag etwa eine Woche vor mir her geschoben, weil ich eine Aufgabe vorher erledigt haben wollte. Leider ist dies mir nicht gelungen, nämlich für die Geschichte für mein Kind das zweite Kapitel zu schreiben. Es ist wirklich verflixt: Mir sprudeln unzählige Ideen durch den Kopf, solange sie sich in die Unverbindlichkeit ergießen und entfalten können, aber sobald ich sie anpacken will, sobald sie sich konkretisieren, verbindlich werden sollen, nehmen sie Reißaus und es ist ein Krampf, fast ein Kampf, kräftezehrend, sie umzusetzen. Ich denke, dass es so sehr vielen Menschen geht, aber bei mir ist manchmal die Kluft zwischen "tun wollen" und "wirklich tun" deutlich größer als bei der Mehrheitsgesellschaft. Sicherlich gibt es Menschen, bei denen sie noch um ein Vielfaches größer ist, aber ich habe ja letztlich nur mich selbst zur Verfügung, um an mir selbst etwas verändern zu können nach Vorstellungen, die ich von mir selbst habe.
Mein letzter Arbeitseinsatz war am 03. Januar nachts vorbei, mein nächster wird morgen, am 17. Januar vormittags beginnen. Dazwischen hatte ich für fast zwei Wochen Zeit, die ich quasi nur mir selbst gegenüber Verbindlichkeit schuldig war. Diese Zeit habe ich, das kann ich eigentlich nicht anders sagen, zu 70-80% vergeudet gemessen an dem Potential, was ich mit dieser Zeit hätte anstellen können und auch hätte anstellen wollen, eigentlich. Und leider ist derzeit nicht erkennbar, wie sich dies in Zukunft zuverlässig zum Besseren wenden lässt. Meinen Frieden damit finden möchte ich dennoch auch nicht, möchte weiterhin, auch wenn es weiterhin überwiegend vergeblich sein wird, versuchen, Wege und Ansätze zur Veränderung zu finden. Davon habe ich seit dem neuen Jahr einige kleinere auf dem Schirm, die bislang noch halten, die ich teils im letzten Beitrag am Ende aufgeführt habe und die ich zusammenfassend "Kaizen" nennen möchte.
Doch zunächst ein Rückblick auf das, was seit dem letzten Eintrag geschah:
Am 31. Dezember 2025, dann noch mit den Klienten auf Teneriffa, fand die teure Mustang-Tour statt, dazu hatte ich mich ja schon geäußert, und auch wenn ich wohl etwas daneben lag in meinen Prognosen, würde ich sie nach wie vor als aus meiner Perspektive sinnlose Verschwendung bezeichnen. Mir ist ja dann noch klar geworden, dass für die Klientin vor allem das Moment "ich bin zwar Rollstuhlfahrerin, aber seht her, wie ich deswegen trotzdem cool im Mustang cruisen kann, während ihr, ohne Körperbehinderung, mir bewundernd hinterherschaut" zählte, und gar nicht so sehr der Zweck eines Autos, damit irgendwo hinzukommen, wo man sonst nicht hinkommen kann, also Orte zu sehen, die man sonst nicht sieht. Mit meiner Mutter habe ich vor anderthalb Jahren mit einem Mietwagen eine Rundfahrt über und um die Insel gemacht, am Vulkan vorbei in den Norden, in die Hauptstadt, durch Schluchten und zu entlegenen Orten, von morgens bis abends haben wir so diesen Wagen genutzt. Von so einer Vorstellung ausgehend war die Fahrt mit der Klientin sinnlos, denn wir sind erst mittags losgefahren, zunächst zum Vulkan, wobei sich die Klientin überhaupt nicht für die Felsformationen und die Vulkanlandschaft interessierte, nur ihr Partner fand es interessant; außerdem konnte sie tief im Sportsitz des Mustangs sitzend kaum über die Fensterkante hinausschauen - das wäre mit jedem anderen Auto bestimmt besser gewesen. Wir fuhren nur bis zum Vulkan, der Partner wollte dort für Fotos parken, aber weil kein Parkplatz zu finden war, fuhren wir wieder zurück, an einen anderen Ort an der Küste, um dort etwas zu trinken, und danach wieder zurück zum Hotel, nach einer vielleicht vier- oder fünfstündigen Nutzung des Wagens. Am Neujahrsvormittag wäre der Wagen immer noch für Fahrten zur Verfügung gewesen, wurde jedoch nicht genutzt. Nun ja, es geht mich nichts an, wie sinnvoll andere ihre Möglichkeiten nutzen. Weiter oben habe ich dargestellt, wie ich mich selbst sträflich an meinen Möglichkeiten versündige, und daran sollte ich etwas tun, statt an anderen herumzumäkeln, die zudem noch von einem viel geringeren Level an Dispositionen aus losgehen.
Für den Silvesterabend überlegte die Klientin während der Autofahrt, ob sie sich mit einer Freundin aus Deutschland, die nach Teneriffas Hauptstadt umgezogen war, treffen würde. Sie war mit ihr schon vorher im Austausch, doch für die Klientin war Reisen sehr aufwendig und die Freundin äußerte sich mehrfach unabkömmlich. Jetzt mit einem Wagen wäre es möglich gewesen, doch schienen die Vorstellungen unvereinbar: Die Klientin dachte zunächst daran, zu Mitternacht am Vulkan zu sein und die Freundin dorthin einzubestellen, doch wies die Freundin zurecht darauf hin, dass es dort oben winterlich und eisig kalt sei, dann versuchte die Freundin, die Klientin zu sich in ihre Wohnung in der Hauptstadt einzuladen, das schien jedoch für die Klientin nicht attraktiv genug, und die Freundin zur Klientin einzuladen schien für die Freundin zu schwierig. Schließlich gab die Klientin diese Pläne auf, überzeugt, ihre Freundin wolle sie gar nicht sehen und sei ohnehin gar keine Freundin mehr.
Am Silvesterabend schließlich gingen wir zu dritt zur Strandpromenade mit einer Flasche Wein und Gläsern dabei. Von einer größeren Hotelanlage dort wurde ein größeres Feuerwerk erwartet, das von der Promenade aus gut zu sehen war. Auf dem Weg dorthin begegneten wir einem anderen Gast unseres Hotels, der, als er mich mit Weinflasche und Gläsern in den Händen sah, sich scherzhaft über mich als Penner äußerte. Das nahm ihm meine Klientin sehr übel, also dass jemand ihren "Lieblingsassistenten" beleidigte, ohne gleichzeitig reflektieren zu können, dass sie selbst dies ja sehr häufig und vor allem auch nicht im Scherz tat.
Am Neujahrstag hatte ich wieder einige Stunden frei, in dieser Zeit kam meine Mutter auf der Insel und im Hotel an, und weil es Probleme mit dem Badezimmer ihres Hotelzimmers gab, bemühte ich mich darum, dass sie das Zimmer wechseln konnte, allerdings wurde ihr dort dann aus Versehen das Bett falsch ausgetauscht und schließlich entfernt, so dass sie die erste Nacht notdürftig auf einer Pritsche verbringen musste und erst am darauffolgenden Tag wieder ihr Bett bekommen konnte.
Der Neujahrstag entwickelte sich etwas regnerisch, der 02. Januar dann ebenfalls. Auch an diesem Tag hatte ich etwas Pause, die ich im leichten Regen im Pool verbrachte. Ansonsten wollten die Klienten an jenem Abend ausgehen, mich dabei einladen und auf die Reise und meine Arbeit zurückblicken. Von meiner Seite aus konnte ich mich nicht beschweren, es gab nur kleinere Reibereien, auch Pausen zur Erholung hatte ich genug. Nach wie vor war zwar noch eine große Lücke an Stunden, die eigentlich der Partner hätte arbeiten wollen und sollen, doch davon wollte ich erstmal nicht reden, denn das hätte gewiss den Abend verdorben.
Die Bombe ist am Abreisetag geplatzt, am 03. morgens, als wir uns vorbereiteten, um zum Flughafen zu kommen: Ich hatte im Bewusstsein, dass nun noch so viele Stunden offen waren, dass meine Arbeit zumindest für den Moment unbezahlt war, und als die Klientin hier und da wieder ungemütlich war, muss man in meinem Gesicht wohl gelesen haben können, dass mir das missfällt. Die Klientin fragte mich also, was denn los sei, und weil ich erwartete, dass sie nicht ruhig und vernünftig damit umgehen können würde, sagte ich, dass ich das lieber nach Dienstende klären würde. Aber auch diese Äußerung war schon falsch, denn nun bestand sie mit heftigem Nachdruck darauf, dass ich ihr mitteilen solle, was los sei. Ich sagte also in ruhigem Ton, dass ich ab diesem Tag früh für umsonst arbeite. Dadurch war sie augenblicklich in einem Wutanfall, was ich mir einbilde, ich Idiot, und ich habe doch genügend Pausen bekommen und habe dies am Vorabend ja noch bestätigt, außerdem hätten sie mich ja zum Essen eingeladen, und trotzdem würde ich ihr schon wieder am letzten Tag den Urlaub verderben. Ich erwiderte, dass sie mich nicht beleidigen muss, wenn ich Tatsachen benenne, und dass ich, wie davor gesagt, einfach normal weitergemacht und erst hinterher dieses Thema geklärt hätte, aber dafür war sie erstmal gar nicht mehr zugänglich. Sie scheuchte ihren Partner herum und wollte mich erstmal nicht mehr sehen. Meinetwegen, dann ging ich eben zum Frühstück mit meiner Mutter. Mein Gepäck hatte ich längst gepackt und war reisefertig, eigentlich, damit ich mich vollständig um die Klientin würde kümmern können, doch nun hatte ich also Zeit für Frühstück. Während ich am Tisch saß, sah ich die Klienten, wie sie durch das Restaurant gingen und sich freundlich und liebevoll von der Belegschaft verabschiedeten - der Wutanfall ließ sich also sehr wohl bei Bedarf regulieren. Nun ja...
Beim Taxi versuchte die Klientin, etwas freundlicher, mich dazu zu bewegen, wie sie es gerne hatte und wie ich es schon öfter gemacht hatte, dass ich im Laderaum auf dem Radkasten sitzen und sie und den Rollstuhl zusätzlich zu den Spanngurten halten sollte, doch der Taxifahrer war nachdrücklich dagegen. Ich saß dann vorne bei ihm und fragte ihn über seinen Bezug zu den Altkanariern. Er stammte in direkter Linie von ihnen ab, berichtete er mit gewissem Stolz, zeigte aber ein gewisses Bedauern, als ich ihn nach seinen Sprachkenntnissen altkanarischer Dialekte fragte: Nein, das habe er weder in der Schule noch zuhause gelernt.
Am Flughafen dann, der Partner war weiterhin überwiegend für alle Belange der Klientin verantwortlich, ich kümmerte mich nur um deren Gepäck, kam es zu einer ersten Aussprache: Inzwischen hatte die Klientin begriffen, dass ihr Partner seine Arbeitszeit versäumt hatte. Er versuchte zwar darzulegen, dass es ihm gar nicht darum geht, dabei Geld zu verdienen, denn schließlich habe er dafür ja seine richtige Arbeit, musste aber einsehen, dass es sich bei mir, bei meinem Dabeisein auf Teneriffa, sehr wohl um meine richtige Arbeit handle und dass um die 30 unbezahlte Arbeitsstunden keine Lappalie sind. Er war sich seines gesamten Stundenumfangs gar nicht bewusst gewesen, allerdings mussten beide zugeben, dass ich mehrfach diskret darauf hingewiesen hatte. Wir einigten uns darauf, dies bei der Klientin zuhause zu klären und er erklärte ihr, dass ihr extremer Wutanfall erst alles verschlimmert habe.
Der Rückflug hatte Verspätung, der Vater der Klientin fand das Auto im Parkhaus nicht mehr, doch schließlich waren wir bei ihr zuhause, brachten alles die Reise betreffend in Ordnung und klärten schließlich das mit den Stunden. Laut meinen eigenen Aufzeichnungen waren noch 32 Stunden offen, doch waren drei Stunden noch kurzfristig situativ von ihnen umgeplant worden, so dass es letztlich noch 29 offene Stunden waren. Der Partner schlug vor, dass er mit diese Stunden einfach privat ausbezahlen würde und ich hatte nichts dagegen. Zusätzlich hatte er schon vorher der Klientin vorgeschlagen, mich schon zur Nacht zu entlassen und den nächsten Morgen allein mit ihr zu sein. Auch diesen Vorschlag nahm ich dann an und war kurz nach Mitternacht zuhause. Ob der Partner diese neun Stunden frühere Entlassung von den 29 offenen Arbeitsstunden noch babzieht ist bislang noch offen. Es wäre gerechtfertigt, klar, ich würde mich aber nicht beschweren, wenn er darauf verzichtet, vielleicht als Kompensation für Stress, der mir entstanden ist. Der Punkt ist bislang noch offen. Allerdings könnte man gut dafür argumentieren, dass ich an dem Schlamassel selbst schuld sei, denn zum Einen hätte ich schon viel früher mir den Partner allein vornehmen können, quasi in seiner Funktion als mein Arbeitskollege, ihn auf die Arbeitszeit hinweisen und von ihm eine Planung verlangen können, möglicherweise hätte er meine Schlafenszeit, eigentlich bezahlte Bereitschaftszeit, zur Pausenzeit erklärt, was ein wenig unfair hätte werden können, da die Pausenzeit eigentlich wach zur Entspannung gedacht ist, zudem hätte ich der Klientin vorspielen können und sollen, dass alles in Ordnung ist, schließlich kenne ich sie gut genug, um verschiedene Entwicklungen vorhersehen zu können.
Mit dem Ingenieur-Freund hatte ich noch während des Teneriffa-Aufenthalts vereinbart, mich mit ihm am Sonntag, 04. Januar, zu einer Art Stammtisch für gegenseitigen Austausch und Unterstützung zu treffen. Ich hatte vorgeschlagen, bei diesem Treffen sozusagen Bilanz zu ziehen, was an Themen und Projekten anliegt, zumindest für meine Person, und dann für ein weiteres Treffen sechs Tage später, am 10. Januar, mit einer gewissen Verbindlichkeit machbare Ziele festzulegen und über diese dann entsprechend zu berichten. Wir trafen uns also etwa auf halber Strecke zwischen unseren Wohnorten in einer Kneipe, tauschten und ausführlich über alle möglichen Themen aus und ich vereinbarte mit ihm schließlich, bis zum nächsten Treffen den Rahmen im Flaschen-Kanu gebaut und das zweite Kapitel der Geschichte für mein Kind geschrieben zu haben. Außerdem wollte ich unter dem Oberbegriff dessen, was ich Kaizen nenne, einige Gewohnheiten entwickeln aus kleinen Schritten in Frühsport, Ordnung und Ernährung, eigentlich auch in Bezug auf mein Umfeld und meine Projekte.
Im Verlauf des Sonntags und dann auch am Montag gab es gelegentlichen gut gemeinten Austausch zwischen der Klientin und mir, in den, für mich sozusagen aus heiterem Himmel, eine explizite Ausplanung für mich bei ihrer nächsten Reise fiel, an die Nordsee im Frühling. "Nun ja..." kann ich auch hierzu nur sagen. Soll sie doch gern alles so machen, wie es für sie Sinn ergibt. Sie hat sich dafür einen KI-generierten Text ausgegeben lassen, wahrscheinlich "freundlich, aber bestimmt" oder so ähnlich, so hatte ich es schon ein paar Mal während meines Dienstes bei ihr mitbekommen. Gleichzeitig lässt sie neue Kollegen von mir, wenn sie mit ihrem Hund draußen spazieren gehen, auf sie als "Chefin" referenzieren. Für mich ist sie Klientin, im weitesten Sinn Kundin; meine Chefin ist die Person, die die Firma leitet, bei der ich unter Vertrag stehe. Aber es ist ja durchaus nachvollziehbar, denn jeder Mensch hat ja wohl ein Geltungsbedürfnis, das sich auf die eine oder andere Weise zeigt.
Mit besagter Chefin gab es am Montag, 05. Januar ein Telefonat - den Termin dazu hatte ich schon einige Tage im Vorfeld gemacht, der hatte mit der Situation am Abreisetag wenig zu tun. Ich hatte mir ein paar Gesprächspunkte vorbereitet. Ich wollte zunächst allgemein wissen, wie der Umgang mit Pausen, Verpflegung und Beleidigungen offiziell geregelt ist. Erstere beide sind mit für eine 24h-Schicht eigentlich klar nämlich zur Verpflegung bringe ich mir selbst etwas mit und habe Anspruch auf echte Pausen von etwa einer Stunde, während die echte Arbeitszeit pro Tag insgesamt höchstens etwa 8 Stunden betragen soll, der Rest ist Bereitschaftszeit, wobei sowohl Pausen als auch Bereitschaftszeit bezahlte Arbeitszeit sind, doch ich wollte wissen, wie damit umzugehen ist bei Arbeitseinsätzen, die länger als 48h gehen. Hierzu konnte sie mir keine definitive Antwort geben, aber grundsätzlich sei es so, dass dann längere Pausen gegeben werden müssen und dass in einem Fall wie bei meiner Klientin, die eigentlich nicht alleine sein kann, dann immer jemand anderes zuverlässig bei ihr sein muss, was dann fast zwangsläufig darauf hinausläuft, dass die Pause zu einer unbezahlten Zeit wird, weil die andere Person dann im Dienst ist. Der Theorie nach müsste man eigentlich mit doppelter Assistenz arbeiten, so dass eine Person in bezahlter Pause und eine in bezahltem Dienst gleichzeitig sein kann, doch das ließe sich in der Praxis selten sinnvoll lösen. Und wenn die Selbstverpflegung des Assistenten nicht mehr oder nicht gut möglich ist, sind Klienten dazu angehalten, bis zu einem Betrag von etwa 15€ pro Tag die Verpflegung des Assistenten mitzutragen, für alles darüber hinaus muss der Assistent selbst aufkommen. Als ich also am letzten Abend auf Teneriffa nicht an der Halbpension des Hotels teilnehmen konnte, von den Klienten zum Essen eingeladen wurde und unter diesen 15€ blieb, war das streng genommen keine Einladung im eigentlichen Sinn, sondern etwas, zu dem sie ohnehin mehr oder weniger verpflichtet gewesen waren. Nun ja... schon wieder... Ich bat die Chefin, dass solche Umstände in irgendeiner Form als Richtlinien für das Unternehmen, für alle Klienten und Assistenten abrufbar, schriftlich festgehalten werden mögen, und sie versicherte mir sich darum zu kümmern. Bezüglich Beleidigungen gäbe es streng genommen keine spezielle Handhabe. Entgegen meiner Ausführung, dass der Klient ja prinzipiell aus seinem Privatleben heraus agiere, während der Assistent dienstlich sei, meinte sie, dass auch der Klient, was seinen Umgang mit der Assistenz anbelangt, immer auf einer dienstlichen Ebene sei und deswegen keinen Freibrief habe. Klienten haben allerdings, ähnlich wie viele andere Menschen, ihre gewissen Eigenheiten, mit denen man entweder einen Umgang finden oder sich von ihnen trennen muss, und sie erzählte mir von einem ehemaligen Klienten, der regelmäßig in voller Absicht und unnötig den Assistenten das Leben schwer gemacht hatte und dessen Assistenzvertrag sie daher nach einiger Zeit aufkündigen musste.
Als nächstes sprach ich mit ihr über die Situation mit meiner Klientin, behutsam natürlich, respektvoll, wohlwollend, und sie erzählte bzw. bestätigte, dass sie die gelegentlichen Schwierigkeiten kenne, dass sie mit dieser Klientin als erste Klientin ihr Unternehmen aufgebaut und sie daher wohl eine Sonderrolle bei ihr habe. Außerdem wollte sie wissen, wie ich die Situation einschätze, ob sie das Assistenzunternehmen wechseln wolle, denn sie habe da etwas gehört. Ich konnte ihr aus meiner Wahrnehmung bestätigen, dass die Klientin in seltenen Fällen so etwas theoretisch in Betracht ziehe, wenn sie mit Ärger im Bauch mit der Planung nicht zufrieden sei, also meist vor allem aus emotionaler Erregung, und dass sie ansonsten sehr wohl wisse, dass sie bei diesem Assistenzunternehmen eine Sonderrolle habe, die sie in jedem anderen Unternehmen nicht mehr habe, und sich bei diesem Unternehmen auch wohlfühle.
Nach diesen Ausführungen kam ich also zum dritten und wahrscheinlich eigentlichen Punkt. Weil das Gespräch in sehr entspannter, angenehmer Atmosphäre war, fragte ich sie zunächst, ob sie denn eine Idee habe, was mein letzter Punkt sein könnte. Sie meinte zwar, eine bestimmte Idee käme ihr durchaus, wollte sich aber nicht als erstes äußern. Also beschrieb ich noch einmal kurz, dass ich ja schon so lange im Betrieb und bei dieser Klientin sei, bei der ich trotz ihrer bekannten Schwierigkeiten wohl augenscheinlich eine ziemlich gute Arbeit mache, und ob dies nicht eine zusätzliche Belohnung in Form einer Gehaltserhöhung rechtfertige. Sie bestätigte, dass der Gedanke an zusätzliche Belohnung gerechtfertigt sei, dass sie dies auch schon bei zwei oder drei anderen Assistent:innen überlegt habe, dass sie aber eine Erhöhung im Stundenlohn nicht vornehmen könne, aber dafür Bonuszahlungen in Betracht ziehe. Sie werde darüber weiter nachdenken und mich dann über ihre Ergebnisse in Kenntnis setzen. Was denn ihre Idee war, was mein letzter Punkt hätte sein können, wollte ich nun doch noch wissen. Sie meinte, sie hätte befürchtet, dass ich meinen Vertrag bei ihr kündigen und zu einem anderen Unternehmen hätte gehen können, doch da konnte ich ihr versichern, dass ich zwar in Bezug auf meine Segelpläne in weiterer Zukunft mal für Zeiträume von ein paar Wochen ausfallen könnte, dass aber eine Kündigung bislang nicht auf meiner Agenda war (zumindest nicht ernsthaft, nicht konkret). Mit gegenseitig freundlichen Worten und Wünschen war das Gespräch nach anderthalb Stunden schließlich beendet.
Im weiteren Verlauf am Montag machte ich abends eine Essensverteilung und bekam einen Couchsurfer für zwei Nächte, einen gebürtigen Engländer, der aber jeweils für mehrere Jahre in anderen Ländern gelebt hatte und auf die Frage nach seiner Heimat lediglich festhalten konnte, was seine Heimat nicht ist. Er war im Zuge einer Doktorarbeit in vergleichenden Religionswissenschaften, wenn ich das richtig verstanden hatte, die er an meiner Uni eigentlich im Fernstudium von Rom aus bearbeitete, für eine Konferenz in meine Stadt gekommen. Bei seinen tiefgründigen philosophischen Kenntnissen machte es mir große Freude, mit ihm über viele verschiedene Themen zu diskutieren, allerdings merkte ich dabei auch schnell, dass seine Kenntnisse meine öfter übertrafen, teils sogar weit übertrafen, so dass ich mich ob meiner dadurch als oberflächlich empfundenen Philosophie teils schämte. Zu meiner Verteidigung könnte ich zwar anführen, dass meine Philosophie auf Englisch nicht das Niveau erreicht wie auf deutsch, doch gleichzeitig weiß ich, dass das ein Scheinargument ist, denn ich hätte ihm öfter auch auf deutsch nicht adäquat antworten können. Mehrere Bücher nur abschnittsweise zu überfliegen statt bis in ihre Tiefe durchzuarbeiten rächt sich eben irgendwann. Tagsüber war er bei seinen universitären Veranstaltungen und kam jeweils abends zu mir, auch am Dienstag, 07. Januar, und reiste am 08. bei mir ab, um am 09. mit seinem Campervan wieder nach Rom zu fahren.
Außerdem führte er an, dass er seit einiger Zeit eine Low-Carb-Diät verfolge, also nur geringe Mengen an Kohlenhydraten, insbesondere an Zucker, zu sich nehme, und dadurch nach anfänglichen Zucker-Entzugserscheinungen schließlich zu einem gesünderem Körpergefühl und einem fokussierteren Bewusstsein gekommen sei. Da ich schon einige Male meinen Zuckerkonsum kritisch hinterfragt und andere meinen Kohlehydrate-Konsum insgesamt bemängelt hatten, nahm ich die Begegnung mit dem Couchsurfer zum Anlass, diesen Konsum bei mir herunterzufahren, nicht radikal auf 0% oder unter 5%, aber doch darauf zu achten, dass in den meisten Fällen die Kohlenhydrate 20%, der Zucker 5% nicht überschreiten. Seit dem 05. Januar tu ich das nun, und inzwischen ist schon der 17. Januar, also für zwölf Tage, und ich habe zwar noch kein Gefühl einer deutlichen Verbesserung, aber auch nicht das eines Mangels, bzw. doch, ich war wahrscheinlich früher öfter müde nachmittags, wenn ich viele Kohlenhydrate zu mir nahm, und dies hatte ich seitdem nicht mehr. Vielleicht ist das ja nicht nur Zufall, sondern schon eine Verbesserung. Ich werde es auf jeden Fall weitermachen, nicht ganz radikal, aber doch deutlich die Grenzen einhaltend. So genanntes Studentenfutter, Nuss-Rosinen-Mischungen, habe ich schon seit einigen Jahren immer wieder anstelle einer Mahlzeit oder anstelle von Knabberzeug in meine Ernährung einbezogen, und würde dies nun etwas häufiger und bewusster tun, allerdings meinte er, solle ich die Rosinen ganz oder zu einem großen Teil weglassen. Das habe ich jedoch bisher noch nicht oft getan. Zwar habe ich sie nicht immer sofort alle aufgefuttert, aber über einen Nachmittag verteilt waren sie trotzdem irgendwann weg. Ihr Zuckergehalt und ihre Menge im Studentenfutter sind allerdings für eine Low-Carb-Diät deutlich zu hoch.
Am Mittwoch, 07. Januar, kam eine weitere Couchsurferin zu mir, diesmal eine Chinesin, die in Deutschland kürzlich ihren Master abgeschlossen hatte und die auf dem Weg für eine Flugreise nach Spanien zwei Tage meine Stadt kennenlernen wollte. Wir machten eine kleine Runde durch meine Stadt und gingen für den restlichen Tag in ein Museum zur Geschichte Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg. Weil dieses Museum meiner Ansicht nach gut darstellen kann, wie sich Deutschland in den vergangenen 80 Jahren entwickelt hat, und weil der Eintritt kostenlos ist, biete ich den Besuch dieses Museums häufiger meinen Gästen an. Im vergangenen Jahr war es für mehrere Monate wegen einer grundlegenden Neugestaltung geschlossen, inzwischen aber wieder geöffnet, und so war ich gespannt, wie es nun war. Als ich hörte, dass etwa 50% der Ausstellunggegenstände weggelassen worden waren, hatte ich zunächst tendenziell negative Erwartungen, doch in der vorherigen Gestaltung hatte das Museum einen stark überwiegenden Teil des Jahrzents nach dem zweiten Weltkrieg und für die Jahrzehnte danach, insbesondere für die letzten drei von etwa 1995 bis 2025, war eigentlich kaum mehr richtig Platz. In der Neugestaltung wurden die älteren Jahrzehnte reduziert und die Grundgestaltung auch nicht mehr nach Jahrzehnten oder nach Wahlperioden bzw. Regierungen, sondern nach der jeweils vorherrschenden Staatsform gegliedert: zunächst besetztes Nachkriegsdeutschland, dann die beiden getrennten deutschen Republiken, dann die Wiedervereinigung und dann die vereinigte Bundesrepublik. In der früheren Version gab es einen Abschnitt, eine Art Pavillon, der den Holocaust behandelte und mich immer wieder innerlich aufwühlen, mir Tränen in die Augen bringen konnte, in der neuen Version wurde der Holocaust zwar weiterhin behandelt, aber weniger prominent, dafür wurden die Minuten und Stunden um den Mauerfall prominent dargestellt, die Wiedervereinigung anhand von mehreren Einzelschicksalen, so dass nun dieser historische Moment mich überwältigt und zu Tränen, zu Freudentränen rührt. Ich war schnell überzeugt, dass diese Neugestaltung sehr gelungen war, und war längst nicht das letzte Mal dort. Der chinesischen Couchsurferin gefiel das Museum auch sehr. Mit einem gemeinsam zubereiteten chinesischen Abendessen nach ihrer Art schlossen wir den Tag, und am nächsten musste sie mich schon früh für ihren Flug verlassen.
Inzwischen war Freitag, der 09. Januar, und von den Dingen, die ich mir bis zum nächsten Treffen mit dem Ingenieur-Freund am Folgetag, am Samstag, vorgenommen hatte, war außer ein bisschen "Kaizen" noch nichts erledigt. Ich hatte mit der Chinesin über mein Flaschenboot gesprochen und sie hatte angeboten, statt des Museumsbesuchs mit mir daran zu arbeiten, doch hatte ich da noch nicht das nötige Werkzeug zur Hand, glaubend, was ich brauche, sei auf meinem Segelboot in Frankreich, weswegen ich mich zwar für ihre Bereitschaft bedankte, mit ihr aber trotzdem lieber ins Museum ging. Inzwischen hatte ich allerdings Bohrmaschine und Bohrer bei mir gefunden, mit denen in nun für den Rahmen Löcher für Dübel machte, um die Äste stabiler mit Schnüren miteinander verbinden zu können, nicht in einer endgültigen, hochseetauglichen Form, aber doch so stabil, dass ich mir zutraute, damit in einem See oder Bach mein Glück zu versuchen. Außerdem hatte ich mich für den Abend gemeldet, im Kulturzentrum in meiner Nachbarschaft eine ehrenamtliche Thekenschicht zu übernehmen, die ich wahrnahm, auch die gespielte Elektromusik genoss, doch verzichtete ich wegen meiner Diät auf das Angebot, mich während der Schicht frei an den Getränken zu bedienen.
Am Samstag, nun 10. Januar, traf ich mich wie vereinbart mit dem Ingenieur-Freund und zu dem Treffen kam noch ein Bekannter von ihm, ein ITler, der mit ihm im Kontext von Velomobilen in Kontakt kam und wegen vieler seiner weiteren Themen, u.a. energieeffizientes Wohnen, den Kontakt auszubauen interessiert war, ähnlich wie es bei mir ja auch war und ist. Zu dritt tauschten wir uns über viele spannende Themen aus, ich konnte ein bisschen stolz präsentieren, was ich mit dem Flaschen-Kanu hinbekommen hatte, musste aber gleichzeitig etwas beschämt gestehen, dass ich mit der Geschichte für mein Kind noch nicht weiter gekommen war, und das bin ich übrigens auch jetzt, in der Nacht zu Sonntag, 18. Januar, inzwischen in einer 48h-Schicht, abgesehen von ein paar Recherchen zur Vorbereitung noch immer nicht. Es ist eh bisschen das Anfangsproblem: Eigentlich weiß ich grob und ungefähr, was ich schreiben will, aber ich habe noch nicht den passenden Einstieg gefunden, aus dem die Geschichte wachsen kann.
Im Nachhall unseres Treffens vereinbarte ich zunächst mit dem Ingenieur-Freund dann schriftlich am Sonntag, ihm gegenüber fühlte ich mich bislang vertrauter und in dieser Sache enger verbunden und außerdem war das nächste Treffen, am Freitag, 16. Januar, wieder nur zu zweit mit ihm und mir geplant, mir weiterhin das zweite Kapitel für die Geschichte vorzunehmen (ist weiterhin noch nicht gelungen), dazu noch diesen Blogeintrag (dito), "Kaizen" ja sowieso, und aus dem Austausch am Vortag mich mit einem digitalen Projekt-Organistations-Tool auseinanderzusetzen, das der ITler ins Gespräch gebracht hatte (bislang konnte mich dieses noch nicht überzeugen). Außerdem kam auf meine Äußerung hin, mich in meinen kleinen Frühsport-Episoden auch den Calisthenics zuwenden zu wollen, ein durchaus guter Videovorschlag für einen Einstieg dazu. Überhaupt scheint er ein aktiver, produktiver Macher zu sein. Ich bin gespannt, wie sich die Treffen zu dritt mit ihm in Zukunft entwickeln. Das nächste ist für Donnerstag Abend am 22. Januar geplant.
Am Sonntag, 11. Januar, war ich zunächst wieder, wie schon an vielen Tagen vorher, viel mit Youtube beschäftigt. Dort begegnete mir ein Ausschnitt aus einer Serie, die ich vor einigen Jahren mit einigem Vergnügen gesehen hatte, die das fiktive, chaotische Leben des Comedian Pastewka darstellte. Ich erinnerte mich, dass mir einige Szenen absurd komisch, andere sehr lustig in Erinnerung waren und beschloss, die Serie erneut zu schauen und stellte fest, dass seit ich sie das letzte Mal gesehen hatte mit ein paar Jahren Unterbrechung inzwischen mindestens drei neue Staffeln dazugekommen waren. Ich schaute für den restlichen Sonntag bis tief in die Nacht Episode um Episode um Episode immer weiter, bis ich wahrscheinlich gegen 03:00 oder sogar schon 04:00 eine Unterbrechung einlegte und schlief, wobei die Intensität dieser Eindrücke, die vielen Stunden, sich deutlich in meinen Träumen breit machten.
Für Montag machte ich daher bewusst eine Pause, las einen Nesser-Krimi, den ich während der Teneriffa-Reise begonnen hatte, in einem Uni-Café zuende. Sein Titel ist "Die Fliege und die Ewigkeit" und handelt von zwei Philosophiestudenten mit großem Potential, von denen einer in jungen Jahren ihren Professor erschlägt und wegen Mordes viele Jahre im Gefängnis verbringt, während der andere in der gleichen Zeit eine philosophische Karriere macht. Die Jetzt-Zeit dreht sich um den Ex-Häftling, der in seiner Lebensmitte durch einen trüben Alltag geht, die Philosophie nur privat etwas verfolgt, während sein ehemaliger Kollege, durch exzessive philosophische Arbeit ausgebrannt, schwach und krank, stirbt und der Protagonist, der seit dem Mord mit dem anderen nicht mehr in Austausch war, testamentarisch begünstigt wurde und herausfindet, dass der andere ihn manipuliert und quasi als Mordwerkzeug benutzt hat. Einige philosophisch beeindruckende Passagen fand ich im Buch, die ausführliche psychologische Darstellung der Figuren gefällt mir bei Nesser ohnehin gut, darüber hinaus hatte die Geschichte auch ein paar Schwächen. Am Abend ging ich wieder Essen verteilen.
Am Dienstag wollte ich die Serie fortsetzen und auch beenden, und so tat ich es auch. Zwar war die Serie nicht mehr ganz so lustig für mich, wie sie mir vor vielleicht zehn oder sogar mehr Jahren vorkam. Einiges fand ich eher albern, anderes sogar eher primitiv, vor allem war das Muster der stetigen Missverständnisse, die immer im Chaos enden, bald zu sehr vorhersehbar..Stattdessen war die Serie inzwischen historisch für mich interessant, weil sie das Zeitgeschehen der Jahre 2005 bis 2020, wenn auch nicht intendiert, in interessanten Details darstellen konnte. Außerdem war interessant, die involvierten Personen, also die Schauspieler und die Personen des öffentlichen Lebens, die sich selbst spielten, über einen Zeitraum von 15 Jahren altern zu sehen. Für die Schauspieler, die über die gesamte Zeit involviert waren, muss das eine ihr Leben prägende Situation gewesen sein, insbesondere bei einer Schauspielerin, die mit 17 Jahren für die Rolle der zu dem Zeitpunkt 13jährigen Nichte des Hauptdarstellers gecastet worden und die zum Ende der Serie 32 Jahre alt war, fiel diese Arbeit in einen für immer prägenden Lebensabschnitt. Und auch aus meiner eigenen Altersperspektive war es interessant, denn als ich die Serie zum ersten Mal sah, schaute ich auf Protagonisten, die im weitesten Sinn alle älter, wenn auch nur etwas älter als ich zu dem Zeitpunkt waren, während ich beim jetzigen zweiten Betrachten Menschen sah, die durchaus jünger, vielleicht deutlich jünger waren als ich jetzt bin. Die neuen Staffeln boten einige neue Elemente, teils amüsant, und zuletzt kam die Serie zu einem, wie ich fand, der Serie angemessenen, gelungenen Schluss.
Wo ich über Filme schreibe: In der Woche nach Teneriffa sah ich einen Film, der Titel ist "Freedom Writers", der auf wahren Begebenheiten in Bezug auf ethnische Unruhen in Kalifornien beruht, die sich bis in eine Schulklasse hineinziehen und dort von einer Lehrerin aufgegriffen und zu lösen versucht werden. Diese Lehrerin, Erin Gruwell, gibt es wirklich, und ihr Projekt fand tatsächlich in den 1990er Jahren statt und hat ja schließlich zu diesem Film geführt. Einiges an dem Film fand ich bewegend, vor allem aber kam mir dabei in den Sinn, wenn ich davon spreche, dass ich gerne freischaffender Künstler und Erfinder sein würde und als Beispiel Da Vinci nenne, oder wenn ich mir mehr Tatkraft wünsche, meine Ideen umzusetzen, um damit einen Unterschied zu machen, und dabei auch mal von Caesar spreche, merke ich, dass durch diese Namen schnell der Eindruck entstehen kann, ich sei größenwahnsinnig, narzisstisch. Allerdings geht es für mich selbst eher darum, wie Erin Gruwell zu sein, ein lokales, eingrenzbares Problem zu nehmen und zu bearbeiten ohne dabei eine historische Berühmtheit werden zu wollen.
Zwischenzeitlich fand noch ein Telefonat mit der Teamleitung statt, die meine Version zur Teneriffa-Reise hören wollte. Insbesondere bat sie darum, zu erfahren, wie sich die unbezahlten Stunden letztlich klärten. Außerdem nahm ich mir im Rahmen von "Kaizen" einen Teil meiner Wohnung vor, einen ganz kleinen, im Prinzip nur Teile eines Regals, um ein bisschen Ordnung zu schaffen, und setzte dies in etwas größerem Stil am Donnerstag fort, nun der 15. Januar, auch in Erwartung einer weiteren Couchsurferin, diesmal aus Südtirol, die vor etwa zwei Jahren schon einmal bei mir war und die sich für den Abend angekündigt hatte. Sie machte eine Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin, nahm in meiner Region hierfür an praktischen Seminaren teil und wollte anschließend für ihren Abschluss nach China fliegen - ich ließ sie weiterhin bei mir bleiben, während ich fürs Wochenende bis Montag bei der Arbeit war. Des Weiteren machte ich Donnerstag Abend noch eine Essensverteilung, bei der ich einen Mann scharf zurecht wies, der aufgrund von Unstimmigkeiten eine Frau auf hässliche Weise auf arabisch beleidigte. Für einen Moment unterbrach ich die Verteilung und ließ die Leute sich neu sortieren.
Der Gerichtstermin in der Erbsache, eigentlich auf den 14. Januar terminiert, ist inzwischen mehrmals nach hinten verschoben worden, aktuell in den März, so dass ich letztlich viel mehr Zeit für eine größere Reise gehabt hätte, und die Kanäle in Frankreich sind nun doch bis Ende März geschlossen, so dass ich für drei oder vier Monate mein Boot sich selbst überlasse, in der Hoffnung, dass derweil nichts schlimmes mir ihm passiert. Inzwischen bin ich in sporadischem Austausch mit zwei deutschen Seglerinnen, die die umgekehrte Strecke vom Mittelmeer nach Norddeutschland fahren wollen, aber in Südfrankreich festsitzen, weil die Kanäle zu sind. Wenn alles gut geht, könnte ich ihnen im April begegnen. Sie sind seit sechs Jahren mit dem Boot unterwegs, betreiben ziemlich erfolgreiche Social-Media-Kanäle darüber, so dass ich mir vorstelle, von ihrem Erfahrungsreichtum lernen zu können. Ohnehin, unabhängig von ihnen beiden, möchte ich mit anderen erfahrenen Segler:innen meine Erfahrungen machen, bevor ich mich alleine, eigenverantwortlich mit meinem Boot auf das offene Meer begebe, und zwar einerseits, indem ich bei anderen auf deren Boot mitfahre, und andererseits jemanden mit viel Erfahrung auf meinem Boot mitnehme. Und um zu erfahren, wie es meinem Boot derzeit geht, wollte ich versuchen, mit jemandem von der Firma in Kontakt zu kommen, neben deren Gelände mein Boot steht.
Am Freitag dann, 16. Januar, traf ich mich erneut mit dem Ingenieur-Freund und hatte im Vorfeld dazu diesen Eintrag begonnen. Wir tauschten uns weiterhin über unsere Themen aus, ich vor allem über mein Unvermögen, von der Idee zur Tat zu kommen, er hatte dafür bestimmte Fragen zur Energie im Zusammenhang mit Wohnen, wofür ich ihm möglicherweise die eine oder andere interessante Anregung geben konnte. Für das nächste Treffen am kommenden Donnerstag, dann wieder mit dem ITler, wollte ich mir weiterhin die Ordnung bei mir zuhause vornehmen, angefangen bei den Büchern und gefolgt von den Kleidern, und er gab mir den Rat, den Regal-Raum für meine Bücher begrenzt zu halten und als erstes die außerhalb davon ins Regal zu sortieren und dafür, wegen des begrenzten Platzes, andere Bücher auszusortieren und loszuwerden, was mir unmittelbar als realisierbares Ziel erschien. Zusätzlich wollte ich weiterhin mich an der Geschichte versuchen und den Blogeintrag abschließen. Durch die zwei Doppelschichten bis Donnerstag hielt ich das für machbar.
Am Samstag ging ich nach fast zwei Wochen Pause wieder zur Arbeit, rechnete dabei ein bisschen auch mit Differenzen wegen der Teneriffa-Reise, doch meine Sorge war unbegründet, die Klientin hatte die Sache verarbeitet und eingesehen, dass von meiner Seite aus keine Verfehlung bestand, außer vielleicht, dass ich mir frühzeitig ihren Partner als Arbeitskollegen hätte zur Seite nehmen und ihn vehementer auf seine noch offenen Dienste hinweisen können. Auf dem Weg zur Arbeit und während kleinerer Pausen schrieb ich hier weiter, inzwischen schon am Sonntagabend, und hoffe, mit ungewollter Verspätung endlich fertig zu werden.
Morgen, Montag, 19. Januar, werde ich zuhause die Bücherstapel in Angriff nehmen und mich an die Geschichte setzen, das wird mehr als genug zu tun sein. Mit der Geschichte kann ich ja gleich nachher schon beginnen. Ansonsten bin ich Dienstag auf Donnerstag wieder arbeiten, dabei kann ich weiter an der Geschichte schreiben, und Donnerstag ist wieder das Treffen zu dritt. Freitag habe ich mein Kind fürs Wochenende, da werden wir zur Bootsmesse nach Düsseldorf gehen, Montag und Dienstag habe ich frei, Mittwoch noch eine Schicht, Donnerstag frei und ab Freitag, nun schon Ende Januar, habe ich wieder mein Kind und helfe darum herum wieder bei der Süßwarenmesse wie letztes Jahr.
Erstaunlich finde ich, dass die Eindrücke der Teneriffa-Reise bereits ziemlich verblassen, während die Marokko-Reise von letztem Jahr in dieser Zeit weiterhin in mir wirkt. Das mag einerseits daran liegen, dass die eine Reise meine eigene und die andere nicht war, anderseits auch daran, dass ich in Marokko Horizonterweiterung erfuhr, mit den Klienten auf Teneriffa aber nur banalen Massentourismus und Konsum. Streng genommen waren die Erlebnisse mit den Couchsurfer:innen in Teilen eindrucksvoller für mich als die letzte Teneriffa-Reise. Da dies allerdings auch schon meine fünfte Reise dorthin in zwei Jahren war, war vielleicht auch einfach der Reiz verblasst. Ansonsten, ausblickend, sind weiterhin ja noch einige Punkte und Projekte offen, die erneut aufzuzählen ich für müßig halte.
Soweit...
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