Direkt zum Hauptbereich

Kynosarges 2516

Am Dienstag, 08. Juli auf der Fahrt zur Arbeit in der Bahn fragte ein junger Mitfahrer seinen Banknachbarn, warum Musketiere eigentlich "Tiere" heißen. Mehrmals musste ich den Impuls unterdrücken, ihn zu fragen, wenn Menschen, die Kanonen bedienen, Kanoniere heißen, wie man dann wohl Menschen nennen könnte, die Musketen bedienen. Ich gebe aber gern zu, dass ich in meiner Jugend auch dachte, dass es irgendwie auf muskulöse Tiere hinweist, immerhin gab es damals eine Zeichentrickserie zu D'Artagnan und den drei Musketieren, in der die Darsteller Hunde und andere Tiere waren.
Die Arbeit ansonsten verlief gut und endete am 10., den ich zu einem glücklichen Tag machen konnte, indem ich für meinen Bootstransport das letzte Glied, das Zugfahrzeug, finden und reservieren konnte, im Anschluss alle anderen Faktoren dazu auch festzurrte und danach eine Gratis-Bootstour auf dem Rhein wahrnahm. Abends verteilte ich noch Sandwiches in der Stadt. 
Freitag hatte mein Kind seinen letzten Schultag vor den Sommerferien und kam danach zu mir für das Wochenende einschließlich Montag. Dienstag, also morgen, auf dem Weg zur Arbeit, würde ich es seiner Mutter übergeben. Freitag waren wir wie schon häufig in der Bibliothek und spielten ein Brettspiel, das wir schon öfter gespielt hatten und das wir mitnahmen, Samstag waren wir mit dem Longboard in der Stadt unterwegs für letzte Teile für meinen Außenbordmotor, sahen ein Konzert und eine Hochzeit und gingen danach an den Rheinstrand. Nachts kamen zwei Couchsurfer aus England, die bis zum nächsten Vormittag blieben, danach spielten wir das geliehene Brettspiel erneut, bauten dann meinen Außenbordmotor in einer Mülltonne auf, füllten sie ausreichend mit Wasser, mischten Zweitaktmischung und versuchten ihn zu starten, vergeblich, aber immerhin produzierten wir dabei Filmmaterial darüber. Am Abend konnten wir von einem Bekannten Werkzeug zum Lösen der Zündkerzen bekommen, diese reinigen, doch es half nichts. Wir ließen den Motor fürs erste so stehen und den Abend mit einem Film ausklingen.
Montag versuchten wir den Motor erneut, diesmal, mit etwas Durchhaltevermögen, klappte es, er sprang an. Wir räumten ihn in mein Auto nebst weiterer Artikel, die ich zum Boot bringen wollte wie zB Campingkocher und brachten meinen Wagen in die Werkstatt, um den Zahnriemen wechseln zu lassen. Auf dem Rückweg fanden wir einen interessanten Flohmarkt, gingen auch am Umsonst-Laden des alternativen Zentrums vorbei und kamen mit einer vollen Tasche nach Hause. Das geliehene Werkzeug gaben wir zurück und ließen auch diesen Abend mit einem Film ausklingen.
Zur Thematik Feminismus und Trotteligkeit habe ich Dienstag ein weiteres Lied gefunden, das tief dringt: "Labour" von Paris Paloma. Es geht eine angebliche "Male-Loneliness-Pandemic" um. Nun ja, solange 80% der Männer so sind wie sie sind, mich übrigens klar eingeschlossen, dann muss man sich nicht wundern. Auch dieses Lied möchte ich gerne remixen.
Inzwischen funktionieren ein paar der neuen Gewohnheiten in etwa 2 von 3 Fällen, was noch nicht gut, aber möglicherweise beachtlich genug ist. Diesen Weg möchte ich gern so weitergehen. Für Juli bleibt die kommende 48h-Schicht Dienstag auf Donnerstag, dann nachmittags den Wagen abholen und abends wieder eine Essensverteilung, Freitag frei, Samstag auf Montag wieder eine 48h-Schicht, nach der Schicht hole ich den Segelboot-Trailer, hole den Ingenieur-Freund ab und fahre mit ihm zu meinem Boot. Gleichzeitig muss ich bedenken, schon im Vorfeld täglich 500€ abzuheben, da ich für die Aktionen einiges an Bargeld benötige und meine Bank mich am Tag nicht mehr als das abheben lässt. Dienstag, nun ist der 22., machen wir den Bootstransport, das Zugfahrzeug hole ich gegen 8:00, Krantermin ist 9:30, gegen 15:00 sind wir in Regensburg, gegen 20:00 bringen wir das Zugfahrzeug zurück, danach bringe ich den Ingenieur-Freund zu sich nach Hause und fahre in die Nacht den Segelboot-Trailer wieder zu seiner Entleihstelle, um am nächsten Morgen bereit zu sein für eine 24h-Schicht. Nach dieser, am 24., kommt mein Kind wieder zu mir, und wenn alles klappt, fahren wir vom 25. bis Anfang August die Donau entlang zB bis Linz. Gleichzeitig darf ich nicht vergessen, meinen hochbetagten Freund zu kontaktieren und von den Möglichkeiten einer Reise im August zu unterrichten, auf dass er und seine Geschwister sich darauf einstellen können. Achso, und ich muss mir in der Erbsache noch zeitnah, am besten schon Donnerstag, einen Anwalt nehmen, um einen Prozess anzustrengen, denn die Gegenseite zeigt sich unkooperativ.
Soweit...

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kynosarges 2518

Solange man nur in der Vorstellung lebt, klappt alles reibungslos, aber sobald man sich mit der Realität auseinandersetzt, treten Probleme auf, die einen herausfordern, aus der Komfortzone zerren - und das ist vielleicht das Gute daran.  Ich schreibe hier in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli und vieles ist ganz anders als es vor einer Woche aussah: Letzte Woche Montag beendete ich die Schicht ohne Zwischenfälle, fuhr nach Hause, packte die letzten Notwendigkeiten in mein Auto und fuhr los, den Trailer zu holen. Den bekam ich auch ohne größere Schwierigkeiten und fuhr mit ihm zunächst zum Ingenieur-Freund, wo ich zum Abendessen eingeladen wurde, und danach mit ihm zum Boot, um dort mit ihm zu übernachten und am nächsten Morgen das Boot für den Kran und den Transport vorzubereiten und das Zugfahrzeug zu holen - soweit lief alles nach Plan. Wir hatten Segel, Batterien, Werkzeug etc. aus dem Boot geholt, um sein Gewicht möglichst zu reduzieren.  Wie das Boot am Kran hing, hatte e...

Kynosarges 2519

Wenn man vom Planen ins Tun geht, wie viele schwere und sehr schwere Fehlschläge sind da nötig, üblich oder ertragbar? Ich hoffe, was mir bis gestern - heute ist Mittwoch, der 06. August - im Zusammenhang mit meinem Boot widerfahren ist, also das Ausmaß an Problemen und Fehlschlägen bis hin zu Katastrophen, ist in erster Linie nur Ausdruck meiner mangelhaften Vorbereitung und vielleicht auch Naivität und ansonsten nicht normal.  Doch ich möchte zunächst zusammenfassen, was überhaupt geschah: Mittwoch, 30. Juli, fuhr ich mit Kind mit dem Zug nach Straßburg, eigentlich nur bis Kehl, und kaufte auf dem Weg in Karlsruhe noch vier weitere Kanister, WD-40 und Zweitaktöl. Von Kehl aus war die Jugendherberge fußläufig über eine Rheinbrücke gut erreichbar. Sie war einfach gehalten und erfüllte gut ihren Zweck für eine Übernachtung, vorher allerdings verbrachten wir den Abend noch in der Innenstadt von Straßburg einschließlich Abendessen.  Donnerstag machten wir uns vormittags auf zum H...

Kynosarges 2520

Nachdem im vergangenen Blogeintrag ziemlich viel aufregendes geschehen ist, meist allerdings in unerfreulichem Sinn, ist die Tage darauf bis jetzt kaum etwas dergleichen passiert. Mit dem hochbetagten Freund gab es weitere lange Gespräche, weitere Ausflüge in die Umgebung und abends ein Glas Wein - so auch am Mittwoch, 06. August.  Am Donnerstag kam kurzfristig eine Freundin von ihm kurz zu Besuch, bei der mir auffiel, während ich mit ihm wie mit einer ehrwürdigen Respektsperson umgehe und sein umfangreiches Wissen wertschätze, dass sie ihn, vielleicht eher unbewusst, oder vielleicht war es auch nur mein Bauchgefühl, eher wie einen tattrigen alten Mann anspricht, den man nicht immer für voll nehmen muss und manchmal fast wie ein Kind behandeln kann. Überraschend war für mich vor allem, dass er sich ihr gegenüber gewissermaßen auch in diese Rolle begibt - beim gemeinsamen Teetrinken war er meinem Gefühl nach ein anderer, als wenn er mit mir alleine ist. Mich hat dies ein bisschen er...