Direkt zum Hauptbereich

Korrumpierte Menschen und Systeme?

Ein Mitforist meinte:
"Die Bewirtschaftung der Gesundheitssysteme ist von wirtschaftlichen Interessen geleitet, darum bin ich der Auffassung, dass das Gesundheitswesen von Grund auf korrumpiert ist."
Ich konnte das nicht unkommentiert stehen lassen:
"Der Mensch an sich ist darauf aus, seine Komfortzone auszubauen und zu stabilisieren, sein Nest im weitesten Sinne, also die Sphäre, in der er Macht über Ressourcen und Mitmenschen hat oder zumindest nicht unter die Macht anderer gerät.
Dies trifft auf Individuen genauso zu wie auf Familien, Sippen, Interessensverbände, Unternehmen und etliche weitere Systeme usw.
Keines dieser Systeme ist notwendigerweise korrumpierter als der Mensch an sich bzw. als die Menschen, die dieses System bilden.
Es gibt keine "die da oben", weil wir alle, aus einer weniger privilegierten Perspektive als unserer eigenen betrachtet, auch nur "die da oben" sind.
Wenn Menschen "von Grund auf korrumpiert" sein sollen, kann man dafür sicherlich Argumente finden, ich möchte aber ernstlich bezweifeln, ob das eine geeignete, geschweige denn eine vollständige Art und Weise ist, Menschen und ihre Systeme zu beschreiben, und ich glaube, dass man möglicherweise sich selbst die Sicht verbaut, wenn man mit so einem Menschen- und Systembild durch die Welt geht."

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kynosarges 2614

Donnerstag Nacht, 09. Juli, im Bus von Lyon nach Köln: In der Nacht vom 04. auf den 05. Juli kam ich ja mit einer Portion Glück in Mulhouse an. Nach dem Fußball-Chaos auf den Straßen ging ich erstmal wieder zurück zum Bahnhof in der Hoffnung, die Person aus Blablacar, der ich für 03:00 Uhr eine Buchungsanfrage geschickt hatte, würde in letzter Minute noch antworten und mich mitnehmen. Dem war so aber nicht. Es gab ein weiteres Inserat für 03:20 Uhr, aber auch dieses blieb ohne Bestätigung, genauso bei einem um 04:40 Uhr und um irgendwann nach 05:00 genauso. Da hatte ich allerdings schon längst beschlossen, zu versuchen, zu trampen, und war schon auf dem Weg zur Autobahnauffahrt bzw. dann gegen 04:45 Uhr dort angekommen.  So langsam graute der Morgen, und mir graute es auch, denn Verkehr auf die Autobahn gab es kaum und, inzwischen über eine Stunde Fußweg vom Bahnhof entfernt, sah ich im Fahrplan, dass ab zwischen 05:00 und 06:00 Uhr bereits wieder Züge für meine Reiserichtung fuhre...

Kynosarges 2532

Ich begann diesen neuen Blogeintrag drei Tage vorher als heute. Heute ist bereits Montag, der 17. November spät abends und ich bin bei der Arbeit. Dennoch möchte ich so einsteigen, wie ich es vor drei Tagen getan hatte: Inzwischen ist Freitag, der 14. November, und ich bin im letzten Zug von mehreren zurück von Frankreich zu meiner Mutter, denn für Samstag will sie eine Pferdeveranstaltung besuchen und die Person, die sie dabei begleiten wollte, wird höchstwahrscheinlich absagen. Meine Mutter ist sehr pferdebegeistert, hatte viele Jahre selbst Pferde, die sie geritten oder vor die Kutsche oder den Schlitten gespannt hat - natürlich insgesamt mit viel Unterstützung durch den Rest der Familie bei allen anfallenden Arbeiten.  Der letzte Blogeintrag liegt zwar bis jetzt nur zwei Tage zurück, dennoch hat sich einiges angesammelt, was ich hier zusammenfassen möchte.  Mindestens neun Stunden schlief ich auf dem Boot, bevor ich mich am nächsten Vormittag für die Weiterfahrt fertigmach...

Kynosarges 2611

Durch verschiedene Ereignisse der letzten Tage ist inzwischen Mittwoch, 27. Mai, sechs Tage später als ich eigentlich zu schreiben begonnen hatte: Heute ist Donnerstag, der 21. Mai. Und ja, ich sitze wieder mal in einer Bahn, und zwar auf dem Weg zu einer MRT-Untersuchung.  Seit dem letzten Eintrag sind mal wieder fast 20 Tage vergangen, mit vielen verschiedenen Aspekten und Ereignissen, so dass mir die ersten davon, die auf meinem Boot, bereits wie in weiter Ferne vorkommen: Am Sonntag, dem 03. Mai, bin ich von meiner Mutter aufgebrochen nach Frankreich. Leider gab es unterwegs Verspätungen, so dass ich nicht mehr wie geplant am späten Abend nach Épinal und von da zu meinem Boot kommen würde, sondern von Strasbourg einen Umweg über Nancy mit der letztmöglichen Verbindung nehmen musste und damit erst gegen Mitternacht in Épinal ankam. Von da aus lag noch ein Fußmarsch von über einer Stunde durch die Nacht vor mir, durch abgelegene Vororte von Épinal, denn das letzte Mal, nach dem P...