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Klassismus und Macht (1)

Wir alle, oder fast alle, scheinen einen unbewussten Kompass für Klassen bzw. soziale Schichten zu haben. Wobei ich dies noch verfeinern möchte, ohne es bis jetzt gründlicher reflektiert zu haben, sozusagen als Idee, die mir während des Schreibens kommt: "Wir haben ein Gespür für Macht auf verschiedenen Ebenen." Und "unsere eigene Klasse", das ist der soziale Raum, in dem wir etwa so viel Macht haben wie andere. Niedrigere Klassen halten wir auf Distanz, verachten sie möglicherweise, oder beuten sie aus (beobachte mal Dein Alltagsgefühl zB gegenüber "Obdachlosen", "Fußballfans", "Querdenkern", "Hartzern" oder anderen sozialen Gruppen, denen Du glaubst Dich nicht zugehörig zu fühlen). Zu anderen blicken wir auf und möchten gerne wie sie sein oder an ihrem Erfolg teilhaben. Auf keinen Fall wollen wir, dass diese Person merkt, dass wir eigentlich gar nicht zu ihrer Klasse gehören und sie gute Gründe hätte uns abzulehnen, deswegen betreiben wir einigen Aufwand uns so zu geben wie wir es für ihre Klasse für üblich halten oder wie wir glauben, dass sie uns gerne sehen möchte (vgl. "Snobs").

Mit der Person, die wir "in Liebe verehren", ist es ein bisschen ähnlich. Während wir bei den oben genannten Klassen meist rationale Gründe finden, aus denen wir meinen, dass ein Machtgefälle besteht, so spüren wir bei der Person, in die wir verliebt sind, dass sie "Macht über unsere Emotionen" hat, selbst wenn diese Macht lediglich ein Konstrukt unserer Phantasie ist - die emotionale Wirkung spüren wir.

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