Direkt zum Hauptbereich

Ab wann belädt man sich mit Schuld?

In dieser physischen Welt zu sein bedeutet Zeit und Raum einzunehmen. Wenn man es sehr streng sieht, kann man dieses bereits als eine Art Schuld werten, denn die von mir eingenommene Raumzeit steht niemand anderem mehr verfügbar und schränkt damit die Freiheit anderer ein.
Allerdings muss man dagegen halten, dass ich dies nicht verursacht habe, zumindest nach gängiger Lesart waren dies meine biologischen Eltern, die meine körperliche Existenz auf den Weg und mich in diese Schuld gebracht haben. Und es lässt sich bestimmt auch darüber streiten, ab wann dieser Zellhaufen mein Ich beherbergte - sicherlich war dies wohl nicht von Anfang an der Fall. Aber ab dann, irgendwann in meiner Kindheit, habe ich mich wohl mit Bestimmtheit schuldig gemacht, als ich meinen Körper selbstständig zu nutzen begann um mit ihm Ressourcen umzuwälzen und dabei Lebensräume und Lebewesen zu beeinflussen und auch zu vernichten. Ich würde mich allerdings auch schuldig machen, würde ich den mir gegebenen Körper vernachlässigen, ihn ohne Not absterben lassen.
Ich trage also die Bürde auf mir, mein Leben so zu gestalten, dass ich das Schuldpensum mir selbst und meiner Mitwelt gegenüber möglichst klein halte.
Das ist nicht immer einfach.
Aber zum Glück habe ich das in der Hand.
Das nennt sich, glaube ich, Gewissen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kynosarges 2507

Sonntag Abend, 6. April, und mir kommt ein neuer Schreibimpuls. Am 1. April hatte mich die Uni tatsächlich aus dem System genommen, weil eine Überweisung wegen des Semesterbeitrags auf ihrer Seite falsch verbucht wurde. Allerdings ließ sich dies bereits am 2. erfolgreich klären und am 3. war wieder alles repariert. 2. und 3. verbrachte ich mit kleinen Ausflügen mit meiner Mutter, das herrliche Frühlingswetter bot dies an. Am zweiten dieser beiden Tage waren wir in einer schönen kleinen Bibliothek eines milliardenschweren Fabrikanten. Die ausgestellten Bücher weckten in mir einerseits einen Schreibimpuls, andererseits wuchs auch erneut mein Interesse, in die geistigen Streifzüge anderer Jahrhunderte und Jahrtausende einzutauchen und zu sehen, was Menschen jener Zeiten uns heute Wahres und Relevantes sagen können per gedanklicher Zeitreise. Am 4. dann machte ich mich auf den Weg zunächst nach Stuttgart, um eine meiner Schwestern mit ihren Kindern zu sehen - ein verhältnismäßig kurzer Bes...

Kynosarges 2508

6. auf den 7. April war der letzte Eintrag.  Jene Nacht war ich selbst Couchsurfer bei derjenigen Person, die ich für den 15. bei mir erwartete, um meine Rückfahrt von meiner Mutter zu mir aufzuteilen und um sich gegenseitig kennenzulernen, da ich am 15. berufsbedingt nicht anwesend war.  Heute ist der 30. April, die Nacht zum 1. Mai, also sind 24 Tage aufzuholen.  Von meinem Langzeitgast kassierte ich am 7. noch nicht den Schlüssel. Nach meiner Reise und angesichts einer folgenden Doppelschicht ließ ich es vorerst bei einer Anmahnung, den Keller zu verlassen, und bereitete mich lieber für die Arbeit vor. Die Doppelschicht vom 8. auf  den 10. verlief gut, aber in meiner Abwesenheit sorgte mein Langzeitgast erneut für Ärger mit den Nachbarn, denn am 9. hatte er wieder einmal den Schlüssel drin vergessen, als er raus gegangen war. Ich hatte zwar meine Nachbarn gebeten, ihn nicht hineinzulassen, da aber die Tür nicht richtig geschlossen war, kam er doch wieder hineinges...

Kynosarges 2506

Heute ist der 1. April.  Seit meinem letzten Eintrag vom 16./17. März ist manches passiert, was ich hier kurz zusammenfassen möchte: Der Arbeitseinsatz endete zwar weiterhin mit Differenzen, aber dennoch friedlich. Weil ich der Klientin schon während der Nordseereise ein Geschenk besorgt hatte, was an jenem Nachmittag nur wenige Stunden nach meinem Dienst bei ihr eintraf, schickte sie mir ihre Freude darüber in meinen wohlverdienten Feierabend. Bei unserem Wiedersehen vergangenen Donnerstag auf Freitag war die Stimmung wieder ganz gelöst, sie zeigte mir ihre Freude darüber, dass ich für sie arbeite, und auch sonst war schnell alles wie zuvor, als wir harmonische Zeiten hatten. Dadurch löste sich auch mein Druck, dringend nach einer anderen Arbeitsstelle zu suchen. Dennoch wollte ich mich diesbezüglich auf die Suche machen. Ich kam am 17. also nach Hause. Mein Langzeitgast war wohl am Schlafen, ich war ohnehin zunächst einmal von den neuen Gedanken zu neuen Arbeitshorizonten gefange...