Samstag, 02. Mai, wieder im Zug, wieder zu meiner Mutter.
Vor acht Tagen, am Freitag, 24. April, habe ich auf dem Boot den letzten Blogeintrag fertig geschrieben und dann mit der Reparatur des Abgasschalldämpfers begonnen, mit anfänglichen Schwierigkeiten, weil die Reihenfolge des Einbaus relevant war und ich infolgedessen dreimal anfangen musste, aber letztlich erfolgreich war.
Samstag, 25. April, habe ich die Reparatur der Wasserkühlung angehängt, auch teils mit Schwierigkeiten, aber auch hier letztlich erfolgreich, so dass ich am späten Nachmittag den Motor anlassen und hinten das Wasser herausspritzen sehen konnte.
Sonntag fuhr ich an Épinal vorbei durch Golbey über eine etwa 15-stufige Schleusentreppe bis zur höchsten Ebene, der Wasserscheide zwischen Mosel, im weiteren Verlauf Rhein und Nordsee, und der Saône, im weiteren Verlauf Rhône und Mittelmeer. Ich suchte dann einen möglichen Parkplatz für mein Boot, konnte aber über einige Kilometer keinen finden - innerhalb der Schleusentreppe war es nicht zulässig - , so dass ich schließlich an der Kanalwand festmachte, denn Nachmittag wollte ich noch per Zug zu meiner Mutter und war inzwischen schon etwas von Épinal entfernt, konnte aber glücklicherweise jemanden finden, mit dem ich in die Stadt und sogar zum Bahnhof trampen konnte.
Am Montag, nun 27. April, versuchte ich etwas bei meiner Mutter zu reparieren, an ihrem Dreirad, doch leider ließ sich das nicht machen, da die betreffende Sache mit einem amerikanischen, zölligen 3/16-Innensechskant verbaut war, was ausgerechnet so zwischen metrischem 4er- und 5er-Inbus liegt, dass mit ihnen nicht gearbeitet werden konnte. Leider konnte ich im nahegelegenen Gewerbegebiet auch keinen Betrieb finden, der mir da helfen konnte. Gegen Mittag fuhr ich zu mir nach Hause, denn abends hatte ich mich für eine Essensverteilung eingetragen, zu der ich glücklicherweise rechtzeitig da war und die reibungslos verlief.
Dienstag, während ich mich für die Arbeit vorbereitete, kam doch niemand zur Wartung der Rauchwarnmelder - ich muss dann wohl auf einen neuen Termin warten. Bei der Arbeit lief alles reibungslos, zumindest im Rahmen, denn kleinere Ausbrüche der Klientin gehören fast schon zu einem reibungslosen Dienst dazu und gehen dank meiner Gelassenheit auch immer wieder schnell vorüber.
Mittwoch, nun der 29. April, war ich weiterhin auf der Arbeit, weiterhin reibungslos, Donnerstag und Freitag, nun 01. Mai, genauso, wobei ich an beiden Tagen von 10:30 bis 18:00 von der Mutter der Klientin abgelöst wurde und so am Donnerstag mit meinem Kind ein Eis essen gehen konnte, Freitag habe ich in der Pause alles für meine heutige und morgige Fahrt zu meiner Mutter und zum Boot vorbereitet. Zu Donnerstag Abend vielleicht noch diese Ergänzung: Die Klientin war mit mir in ihrer Stadt auf der Suche nach irgendeiner Veranstaltung, die im Kontext von "Tanz in den Mai" stehen könnte. Weil wir diesbezüglich nichts finden konnten, gingen wir letztlich in ihren Lieblings-Brauerei-Biergarten. Dort war neben ihrem begehrten Braumeister auch ein befreundetes Paar - das muss ich ihr lassen: Sie kann ziemlich offensiv, ohne Schüchternheit, auf fremde Leute zugehen, gemeinsamen Boden finden und Telefonnummern tauschen; nur selbst gelingt dies kaum - und noch eine weitere Person. Bei dem Paar stellte sich heraus, dass der Mann bei einer Spezialeinheit der Polizei arbeitet und Böhse Onkelz hört - so nett er beim Bier erscheint, ganz koscher kommt mir eine solche Konstellation nicht vor, und meine Klientin, die diese eher rechts einzuordnende Band auch nicht mag, hat direkt klare Verhältnisse geschaffen, indem sie andeutete, gerne "Feine Sahne Fischfilet" zu hören, eine deutlich links einzuordnende Band, mit der die Behörden teils sogar Schwierigkeiten haben. Trotzdem blieb der Abend nett und meine Klientin ging sogar insoweit in die Offensive, dass sie fragte, ob dieses befreundete Paar auch mal auf ihren Hund aufpassen würde usw. Soweit so gut, für mich war etwas irritierend, dass die Klientin ein großes Bier der Brauerei bestellte, und dann noch ein zweites, da dachte ich, okay, das ist in ihrer Situation schon grenzwertig, aber dann kam noch ein drittes großes dazu, da fürchtete ich schon, das würde nicht im Magen bleiben, und dann kam noch ein viertes, das sie nicht mehr ganz austrinken konnte. Zwischendurch ging ich mit ihr zweimal auf Toilette. Aus verschiedenen Gründen, u.a. Pollenallergie, hat sie gelegentlich Hustenanfälle, und möglicherweise im Zusammenhang einer Corona-Infektion, zumindest aber zeitlich in der Nähe einer solchen ist es so gekommen, dass ein Husten- oder Niesanfall die Folge haben kann, dass ihre Blase eine kleine Portion abgibt, weswegen sie sicherheitshalber etwas zum Schutz trägt. Diesen Schutz hatte ihre Mutter ihr mittags nicht richtig positioniert, so dass sie sich inzwischen schon vor dem ersten Toilettengang eingenässt hatte - klar, sowas kann passieren und das ist kein Drama, ich konnte ihr trotzdem helfen. Sie hatte eine weitere Binde dabei, in ihrer nassen Unterhose wollte die aber nicht kleben, dennoch fand ich eine Lösung bzw. mehrere Lösungen, dass sie auch im weiteren Verlauf einen Schutz hatte und dass, zurück am Tisch bei den Freunden, niemand ihr Missgeschick bemerken würde - glücklicherweise trug sie eine schwarze Hose, da war das durchaus etwas einfacher zu kaschieren. Dennoch war mir unbegreiflich, wie sie nach dieser Situation und nach dem zweiten Bier noch ein drittes und viertes nehmen konnte - schon halb betrunken ging sie ein weiteres Mal mit mir auf Toilette und ich versuchte unter den gegebenen Umständen mein Bestes, darf ich wohl auch ein bisschen loben, dass ich das meistern konnte. Inzwischen hatten die anderen, die solange auf ihren Hund aufpassen sollten, diesen freigelassen, so dass er über das ganze Gelände tollte und natürlich nicht auf Rückruf reagierte, weil verpasst wurde, ihm das ordentlich beizubringen. Die Klientin behauptet zwar, dass er ihr gehorchen würde, aber wahrscheinlich ist ihr klar, dass sie sich da selbst etwas vormacht, denn tatsächlich kommt ihr Hund nur eventuell und nur wenn er Lust hat und so sollte es eigentlich nicht sein. Ich versuche ihn etwas zu erziehen, wenn ich bei ihr bin und mit ihm Gassi gehe, aber es fruchtet nur langsam und geht ja auch wieder verloren, wenn ich tagelang wieder weg bin. Nach Mitternacht, das vierte Bier war etwas mehr als halb ausgetrunken und der Hund endlich wieder eingefangen, war sie schon ziemlich schläfrig und wollte nach Hause. Schon auf dem Weg nach Hause schlief sie halb im Rollstuhl ein, und zuhause, als ich sie bettfertig machte, war sie auch mehr dösend als wach, dennoch gelang es mir dank meiner Erfahrung, die ganzen Prozesse fast ohne ihre Unterstützung zu bewältigen, mit einem quasi schlaffen Körper vor mir. Als sie sich dann übergeben musste, war ich zur Stelle, dass auch dies reibungslos und ohne Sauerei vonstatten gehen konnte. Und als sie im Bett war, habe ich noch die ganzen Spuren des Einnässens beseitigt, so dass für Freitag, wenn ihre Mutter kommen würde, nichts mehr davon bemerkbar war. Sie hat das alles wohl dennoch gut mitbekommen, denn an den nächsten beiden Tagen hat sie sich mehrfach dafür bei mir bedankt. Immerhin...
Heute, Samstag, 02. Mai, war ich also im Zug zu meiner Mutter, bin inzwischen angekommen. Morgen werde ich von hier aufbrechen nach Frankreich zu meinem Boot und mit dem bis Mittwoch, 06. Mai, fahren soweit wie ich komme. Am 07. bringe ich mein Auto zum TÜV, habe einen Arzttermin und abends eine Essensverteilung, am 08. arbeite ich wieder in einer 24h-Schicht, am 09. helfe ich abends im Kulturzentrum, 10. ist Sonntag und Muttertag, 11. arbeite ich noch einmal in einer 24h-Schicht, bin am 12. wieder bei einem Arzttermin und habe am 13. frei und ab 14. mein Kind bis 17., 18. eine weitere 24h-Schicht, paar Tage frei, ab 22. erneut mein Kind bis 26, wahrscheinlich geht's gemeinsam zum Boot, 27. und 29. bis zum Monatsende wieder Arbeit.
Auch wenn die letzten Male nicht mehr viel darüber kam: Die Unternehmensgründung ist nicht vergessen. Ich muss es schaffen, noch als Privatperson, dass ich Paket 0 aufstelle und dass ich die Interviewserie starte. Diese beiden Punkte sehe ich als Einstieg. Wenn ich die hinbekomme, dann komme ich auch weiter, aber derzeit fehlen mir etwas dafür Zeit und Muße, ich war gefühlt ständig nur auf Achse oder krank. Für Paket 0, aber auch für die Interviews, muss ich erneut die KI bemühen oder auf die alten Ergebnisse zurückgreifen und mir jeweils einen konkreteren Schlachtplan erstellen.
Für meine Tage auf dem Boot möchte ich endlich mal mehr mit der Kamera aufnehmen, möchte sie mir zB an der Brust befestigen und einen kompletten Schleusenvorgang festhalten oder dergleichen. Auch hier würde ein Schlachtplan helfen, was ich wann wie zusammenschneide - ich habe ja schon seit etlichen Monaten verschiedenes Material, aus dem ich etwas machen könnte.
Und dann die Velo-Proa. Da gab es ja im letzten Eintrag den Kokon-Gedanken. Den habe ich weiterverfolgt. Die Flaschen-Velo-Proa wird im kürzeren, breiteren Kanu um einen Bambusnetz-Kokon erweitert, mit stabilen Streben libellen-/trapezförmig aufgespannt, so dass diese zwei oder drei Hängematten tragen können, und am besten werden auch die Hängematten in gewisser Weise zu einem Kokon im Kokon. Skizzen für das Bambusgerüst habe ich, dann kann ich ja ein Modell bauen, zunächst vielleicht in ganz klein aus Pappe, aber letztlich passend zur bisherigen Machbarkeitsstudie aus Bambus und vergleichbaren, bestenfalls recycleten Materialien. Kurz kam erneut der Gedanke auf, ob das Kanu in der Landversion, was ich bislang zumindest grob in der Richtung eines Velomobils sah, doch wieder dem Prinzip nach zu einem Fahrradanhänger werden soll. Darüber werde ich noch weiter nachdenken müssen, verschiedene Möglichkeiten und Lösungen durchgehen - vielleicht lässt sich beides zumindest halbwegs kombinieren, mal sehen.
Außerdem habe ich noch einmal darüber nachgedacht, wie ich nomadisch reisend sein will, denn ich will nämlich unterwegs, aber willkommen sein. Das wäre wahrscheinlich am einfachsten mit einem Netzwerk wie zB Couchsurfing möglich, sollte aber zuverlässiger, garantierter in der Aufnahme von Gästen sein, nicht nur launenbasiert, schlecht erreichbar, andererseits aber auch kein Hotel, keine immensen Profitinteressen bei maximaler Anonymität sondern wechselseitig Interesse mit Involviertsein. Auch möglich wäre, sich ein Netzwerk und die Infrastruktur selbst zu bauen, irgendwelche Shelter strategisch gut platziert, vielleicht aber auch das Netzwerk in Klöster/Kirche integrieren oder als Mix aus Couchsurfing und Infrastruktur bauen. Unter diesen Bedingungen könnte man einfach nur mit Rad oder sogar zu Fuß mit leichtem Gepäck reisen, gegebenenfalls trampen, Zug nehmen usw. Und dann wäre da noch die Variante, mit Velo-Proa oder vergleichbar zu reisen, also dass man seine Shelter einfach mitbringt. Damit ist man einerseits leichter von anderen unabhängig, ist aber auch leichter allein. Man muss sich allerdings ja nicht für immer auf eines festlegen, sondern kann auch hier alles munter kombinieren.
Soweit...
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