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Kynosarges 2619

Wer gibt Henning Mankell das Recht, mich zum Weinen zu bringen? Ich lese seinen Roman "die italienischen Schuhe" und habe das Gefühl, all meine Einsamkeit und Melancholie vor meinen Augen ausbuchstabiert zu bekommen. Das war am Freitag; 30. Oktober abends nach der Arbeit, nachdem ich den ganzen Nachmittag mit diesem Buch in einem meiner Lieblingscafés verbracht hatte. Inzwischen ist Samstag und ich sitze mal wieder im Zug, diesmal zu meinem hochbetagten Freund, der bei sich zuhause in Stuttgart ein Hauskonzert gibt. Damit verzögert sich meine Fahrt zum Boot um etwa anderthalb Tage... Bei meinem letzten Eintrag war ich, nachdem mich der religiöse Couchsurfer verlassen hatte, nach Ulm gefahren, um meinen Rucksack wieder zu bekommen, allerdings ohne Erfolg, und fuhr danach spontan zu ebendiesem hochbetagten Freund, mit etwas Süßgebäck dabei, denn es war sein 92. Geburtstag. In unserem ausführlichen Gespräch zeigte er sich sichtlich bestürzt, dass ich ernsthaft anzweifelte, ob es...
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Kynosarges 2618

Es ist Donnerstag, 15. Oktober am Nachmittag, und ich sitze bei der Arbeit in einer Bereitschaftspause. Auch wenn ich hier wohl keinen Eintrag fertig gestellt bekomme, möchte ich dennoch beginnen, zum Einen, weil ich nicht wieder so viel Zeit verstreichen lassen will, zum Anderen, weil es aktuelle Elemente gibt, die mich mein Roman-Projekt von vor zwei Jahren wieder aufgreifen lassen.  Aber keine Sorge, es ist nichts Außergewöhnliches bzw. Schlimmes passiert, lediglich alltägliche Stolperfallen und sonstige Situationen, die mir neue Gedanken anregen, teils kreativ, teils, um die Situationen verarbeiten zu können, sie vielleicht sogar heilsam zu entwickeln.  Als ich heute Morgen die Schicht übernahm, war die Klientin durch äußere Gründe noch mitten in der Morgenroutine: Das Warmwasser war die Tage gestört und erst kurz vor meiner Ankunft wieder instand gesetzt worden. Ich machte mit meinem Kollegen einen fliegenden Wechsel und fragte die Klientin, wie weit er mit ihr gekommen s...

Kynosarges 2617

Wie schon öfter, befinde ich mich erneut in einem Zug. Es ist Sonntag, 27. September, und es geht nach Mannheim. Ich fahre dorthin, um mich u.a. um mein dort geparktes Auto zu kümmern, das mir inzwischen schon zwei Strafzettel gebracht hat, und um am morgigen Tag für den Freund, dem ich bei seinem Umzug geholfen habe, noch die letzte Ration einzuladen und zu transportieren.  Doch zunächst möchte ich zusammenfassen, was seit dem letzten Eintrag vom 15. September passiert ist: An jenem Tag, das war ja noch während der Teneriffa-Reise mit der Klientin, ihrem Partner und einem Kollegen, hatte ich meinen freien Tag, und weil ich mit dem letzten Eintrag stark in Verzug war, hing mir der im Nacken und ich verbrachte die meiste Zeit am Pool bzw. in Hotelnähe. Erst abends, nach Einbruch der Dunkelheit, ging ich ausführlich in der Stadt spazieren, vor allem in Gebiete, in denen ich vorher noch nicht war und die ein großes Übergewicht, in doppeltem Wortsinn, möchte man sagen, an englischen To...

Kynosarges 2616

Montag, 07. September, nach einer Frankreich- und München-Reise im Zug von Mannheim nach Hause: Seit meinem letzten Eintrag vom 10.08. sind vier Wochen vergangen. Ich sollte versuchen, zukünftig wieder weniger Zeit zwischen den Einträgen vergehen zu lassen.  Zunächst wäre da der Umzug eines Freundes von Mannheim nach Schleswig einschließlich Proa-Besichtigung in Glücksburg:  Am 10. August fuhr ich nachmittags mit dem Zug bis Ludwigshafen, holte abends mein Auto und fuhr damit zu einer Kletterhalle, wo ich mich mit meinem Freund treffen wollte, aß dort zu Abend und verbrachte eine angenehme Zeit (ich schrieb den letzten Blogeintrag dort in einer Hängematte fertig). Da die Wohnung des Freundes inzwischen schon vom Nachmieter benutzt wurde, gingen wir nachts zum Schlafen zu einer alten Freundin von ihm und holten am nächsten Morgen nach dem Frühstück zwei große Umzugsfahrzeuge. Diese wurden nacheinander bis zum Rand gefüllt, dafür hatte er vier Helfer beordert, dennoch mussten ei...

Kynosarges 2615

Samstag, 08. August, in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit: Fast vier Wochen sind vergangen seit meinem letzten Eintrag und vieles ist seitdem passiert.  Sonntag, 12. Juli, machte ich die zweite Hälfte der Doppelschicht bis Montag fertig. Der Tag verging eher ruhig, denn am Abend davor, Samstag, waren die Klientin und ihr Partner in meiner Begleitung mit Hund in Düsseldorf auf einem Konzert gewesen und wir kamen ziemlich spät nach Mitternacht wieder zurück. Wir ließen den Sonntag ausklingen in einem gehobenen Restaurant, sie beide mit dem Rad, ich mit dem Hund mit der Bahn. Am Morgen danach konnte ich den Dienst gut beenden.  Montag, 13. Juli, ließ ich nach der Arbeit zunächst ruhig zuhause angehen, fuhr dann zu einem Elternabend an die neue Schule meines Kindes und nahm noch am Abend einen sehr günstigen SuperSparPreis-ICE nach Karlsruhe, ursprünglich als Backup für mein Boot, jetzt allerdings, um die Familie, letztlich vor allem meine Mutter, für verschiedene Problemlösungen an...