Wer gibt Henning Mankell das Recht, mich zum Weinen zu bringen? Ich lese seinen Roman "die italienischen Schuhe" und habe das Gefühl, all meine Einsamkeit und Melancholie vor meinen Augen ausbuchstabiert zu bekommen. Das war am Freitag; 30. Oktober abends nach der Arbeit, nachdem ich den ganzen Nachmittag mit diesem Buch in einem meiner Lieblingscafés verbracht hatte. Inzwischen ist Samstag und ich sitze mal wieder im Zug, diesmal zu meinem hochbetagten Freund, der bei sich zuhause in Stuttgart ein Hauskonzert gibt. Damit verzögert sich meine Fahrt zum Boot um etwa anderthalb Tage... Bei meinem letzten Eintrag war ich, nachdem mich der religiöse Couchsurfer verlassen hatte, nach Ulm gefahren, um meinen Rucksack wieder zu bekommen, allerdings ohne Erfolg, und fuhr danach spontan zu ebendiesem hochbetagten Freund, mit etwas Süßgebäck dabei, denn es war sein 92. Geburtstag. In unserem ausführlichen Gespräch zeigte er sich sichtlich bestürzt, dass ich ernsthaft anzweifelte, ob es...
Es ist Donnerstag, 15. Oktober am Nachmittag, und ich sitze bei der Arbeit in einer Bereitschaftspause. Auch wenn ich hier wohl keinen Eintrag fertig gestellt bekomme, möchte ich dennoch beginnen, zum Einen, weil ich nicht wieder so viel Zeit verstreichen lassen will, zum Anderen, weil es aktuelle Elemente gibt, die mich mein Roman-Projekt von vor zwei Jahren wieder aufgreifen lassen. Aber keine Sorge, es ist nichts Außergewöhnliches bzw. Schlimmes passiert, lediglich alltägliche Stolperfallen und sonstige Situationen, die mir neue Gedanken anregen, teils kreativ, teils, um die Situationen verarbeiten zu können, sie vielleicht sogar heilsam zu entwickeln. Als ich heute Morgen die Schicht übernahm, war die Klientin durch äußere Gründe noch mitten in der Morgenroutine: Das Warmwasser war die Tage gestört und erst kurz vor meiner Ankunft wieder instand gesetzt worden. Ich machte mit meinem Kollegen einen fliegenden Wechsel und fragte die Klientin, wie weit er mit ihr gekommen s...