Heute ist Donnerstag, der 23. April. Ich bin wieder mal im Zug, später dann auf meinem Boot, und schreibe an einem Eintrag weiter, den ich vor über einer Woche begonnen habe: Auch dieses Mal, Montag, 13. April, sitze ich, zwar nicht im Zug, aber am Bahnhof in Erwartung eines stark verspäteten Zuges. Meine Stimmung ist etwas gedrückt, nur ansatzweise durch die Bahnsituation, hauptsächlich deshalb, weil mich eine schwermütige Episode erreicht hat. Ich fühle mich niedergeschlagen, weil ich quasi endlos Zeit habe und hatte, um mich ausführlich um kreative Entfaltung kümmern zu können, und diese Zeit nicht genutzt habe, sie absichtlich habe verstreichen und die Langeweile über mich habe hereinbrechen lassen, während ich mich sinnloser Zerstreuung mit vielen Kontakten online hingegeben habe. Und ich verstehe mehr und mehr, woran das liegt. Ich fühle, dass ich nicht darum herumkommen werde, eine gewisse narzisstische Störung bei mir in Betracht zu ziehen: Es ist mir ein Bedürfnis, ...
Erneut beginne ich diesen Eintrag während einer Zugfahrt. Es ist Ostermontag, der 06. April, und ich bin auf dem Weg zur Arbeit an die Nordsee. Zweieinhalb Stunden liegen noch vor mir. Während der Fahrt sinniere ich über das, was ich eigentlich für mich und mein Leben suche: eine wahrhaftige Schicksalsgemeinschaft für radikale Autarkie, polyamores Wachstum und das gemeinsame Erforschen existenzieller Grenzen – etwa mit der Velo-Proa oder dem Kynosarges. Doch dafür muss ich mehr ins Handeln kommen und weniger im Träumen verweilen. Am Freitag, 27. März fuhr ich ja nach dem Gerichtstermin wieder mit dem Zug nach Hause. Mein Kind kam dann abends noch zu mir, aber viel tun konnten wir da nicht mehr, denn es war schon spät. Am Samstag gingen wir wieder in die Bibliothek, spielten "das Spiel des Lebens" und liehen dieses sowie Monopoly aus. Dann kauften wir Proviant für die kommenden Tage ein und gingen noch in einen Bücherladen. Ich wollte für mein Kind zwei Artikel für Ostern beso...