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Kynosarges 2608

Erneut beginne ich diesen Eintrag während einer Zugfahrt. Es ist Ostermontag, der 06. April, und ich bin auf dem Weg zur Arbeit an die Nordsee. Zweieinhalb Stunden liegen noch vor mir. Während der Fahrt sinniere ich über das, was ich eigentlich für mich und mein Leben suche: eine wahrhaftige Schicksalsgemeinschaft für radikale Autarkie, polyamores Wachstum und das gemeinsame Erforschen existenzieller Grenzen – etwa mit der Velo-Proa oder dem Kynosarges. Doch dafür muss ich mehr ins Handeln kommen und weniger im Träumen verweilen.
Am Freitag, 27. März fuhr ich ja nach dem Gerichtstermin wieder mit dem Zug nach Hause. Mein Kind kam dann abends noch zu mir, aber viel tun konnten wir da nicht mehr, denn es war schon spät. Am Samstag gingen wir wieder in die Bibliothek, spielten "das Spiel des Lebens" und liehen dieses sowie Monopoly aus. Dann kauften wir Proviant für die kommenden Tage ein und gingen noch in einen Bücherladen. Ich wollte für mein Kind zwei Artikel für Ostern besorgen, allerdings blieb mir mein Kind durchgehend so dicht auf den Fersen, dass ich nach mehreren Versuchen den Kauf aufgeben musste. Zuhause spielten wir noch weitere Partien des Spiels des Lebens, machten uns Abendessen und gingen zu Bett. Schon am Abend spürte ich eine Erkältung aufziehen. In der Nacht um die Zeitumstellung herum konnte ich schlecht schlafen und spürte, wie sie sich entfaltete, so dass ich am Sonntag, nun dem 29. März, krank aufwachte. Zwar spielten wir noch eine Partie Monopoly, doch musste ich mich bald geschlagen geben und ins Bett zurückziehen. Mein Kind hatte mehrere Bücher dabei und konnte in dieser Zeit mehrere Kapitel lesen. 
Am Montag war ich zwar immer noch einigermaßen krank, doch spürte ich bereits, wie der Zenit überschritten war, also planten wir, dass wir mittags zum Boot fahren würden. Ich stahl mich in den Vorbereitungen noch mit einer fadenscheinigen Begründung davon in den Buchladen und konnte nun schnell die Artikel besorgen und heimlich mit verpacken. Dann ging es los. Die Strecke führte uns über Luxembourg nach Nancy, und mit einem kleinen Abenschmaus kamen wir kurz vor der Abenddämmerung am Boot an. Ich hatte nach über 140 Tagen allein Vandalismus und Eindringlinge befürchtet, aber es war außer etwas Herbstlaub nichts passiert, das war sehr erfreulich. Immer noch halb krank murmelte ich mich in meinen Schlafsack ein - es wurde nachts kalt bis um den Gefrierpunkt - und wachte morgens mit Raureif auf dem Boot auf. Ich startete den Motor, der mit etwas Anlauf schließlich ansprang und weiterlief. Zwar sog der Motor kein Wasser zur Kühlung an, doch rechnete bzw. hoffte ich, dass dies bald noch kommen würde, und wir fuhren mit langsamer Geschwindigkeit los durch die ersten Schleusen, die nun wieder offen waren, zu deren Korrektur bald wieder die Techniker uns begleiteten. Am Nachmittag machten wir fest, kauften noch einige Leckereien, schließlich waren wir ja im Urlaub, gingen spazieren und blieben dort für die Nacht. Nomexy, das war der etwas seltsam anmutende Name des Ortes. Mittwoch kam weiterhin kein Wasser zur Kühlung durch den Motor und inzwischen war ich etwas besorgt, stoppte immer wieder, ersetzte das Pumprad und installierte eine weitere Wasserpumpe, aber es half alles nichts und schließlich brach ich mittags die Fahrt ab, stellte fest, dass durch die Hitze der Abgasschalldämpfer zerstört, zerschmolzen war und war froh, dass augenscheinlich nichts schlimmeres passiert war. Ich besorgte online Ersatzteile und nahm mir vor, fürs nächste Mal den Kühlkreislauf ordentlich in Schwung zu bringen. Wir machten wieder einen Spaziergang und fuhren Donnerstag noch für einen Tag nach Epinal, bzw. wir gingen eine größere Strecke zu Fuß, auf der uns plötzlich und unerwartet die Segel-Youtuber "Anna und Malin" entgegen kamen, zunächst joggte Malin an uns an Land vorbei und ich dachte noch, das kann ja nicht sein, das muss eine Verwechslung sein, doch dann kam auch Anna mit ihrem Boot um die Kurve... Nach einem kurzen Gruß gingen mein Kind und ich weiter, trampten schließlich ins Zentrum von Epinal und setzten uns mit einem großen Eis in die Nähe des Wassers. Nach einer kleinen Runde durch die Stadt nahmen wir in der Nähe des Bahnhofs ein paar Pommes Frites ein, luden Smartphones und Powerbanks wieder etwas auf und fuhren für die Nacht schließlich zum Boot zurück. Abends sahen wir, dass Anna und Malin gar nicht weit von uns festgemacht hatten, aber von meiner Kontaktaufnahme bekamen sie nichts mit, insbesondere deswegen, weil ich nicht zu aufdringlich sein wollte. 
Am nächsten Morgen, nun Karfreitag, 03. April, wollten wir bald den Zug für den Familien-Osterurlaub nehmen, da meldeten sich Anna und Malin doch noch einmal bei mir und wir trafen uns für einen kleinen Austausch, bevor sie schließlich aufbrachen. Mein Kind und ich machten uns dann auch auf zum Zug. Meine Gesundheit war fast wieder hergestellt, wir fuhren über Nancy und Saarbrücken und kamen am Nachmittag in Bad Kreuznach an, mit nur wenigen Minuten Verspätung, aber doch leider so viel, dass uns der Bus zur Jugendherberge vor der Nase weggefahren war und ein nächster erst in einer Stunde kam. Wir beschlossen also, entgegen des Rates der restlichen Familie, den Anstieg auf den Berg zur Herberge mit allem Gepäck zu Fuß zu machen, dabei trug ich meinen schweren Rucksack auf dem Rücken und zog den Rollenkoffer meines Kindes in einer Hand. Halbe Strecke am Berg trafen wir auf eine junge Mutter, die in einer Hand ihren Rollenkoffer, in der anderen einen Kinderwagen schob und sich dabei noch um ein Kind kümmerte, das neben ihr ging. Als der Anstieg steiler wurde, nahm ich ihr ihren Koffer aus der Hand und mein Kind nahm seinen Rollenkoffer, gab ihn mir aber nach wenigen Metern bereits zurück wegen zu großer Anstrengung. Nun ja, dann ächzte ich eben alles den noch steiler werdenden Berg hinauf, noch halb krank auf dem letzten Loch pfeifend, aber schließlich kamen wir an. 
Aufgrund der mangelnden Barrierefreiheit verbrachten meine Mutter und ich die Zeit hälftig in der Jugendherberge und in einem Hotel; schön waren die Tage dennoch. Die Mahlzeiten nahmen wir mit den anderen in der Jugendherberge ein, nahmen auch an den dortigen österlichen Aktivitäten teil einschließlich einer Führung durch Bad Kreuznach, dann Ostermontag musste ich mich nach dem Frühstück auf den Weg nach Norddeich zur Arbeit machen. Nachmittags während der Zugfahrt - mit Verspätung und knappem Anschluss war ich gerade durchs Ruhrgebiet gekommen - fing ich mit diesem Eintrag an. Der Partner der Klientin war allerdings doch noch vor Ort geblieben, so dass ich nur als Begleitung am Abend und am nächsten Morgen und während der Rückfahrt gebraucht wurde. Während besagter Rückfahrt, neben dem Hund sitzend, schreibe ich also hier fertig heute, inzwischen am Nachmittag des Dienstag, 07. April. Die Stimmung zwischen beiden ist meistens angenehm entspannt, nur selten gibt es explosive Episoden.
Mit der KI unternahm ich nicht besonders viel diese Tage. Ich ließ mir für meinen Bootsmotor helfen, erörterte Karfreitag wissenschaftliche Fakten über Jesus und sein Leben wie auch den Umstand, dass selbst wenn seine Existenz größtenteils oder komplett fiktiv ist, die weltumspannende Idee über ihn über 2000 Jahre erstaunlich wirkmächtig wurde. Außerdem versuchte ich, anhand meines Blogs von diesem und letztem Jahr die KI eine tiefenpsychologische Analyse über mich erstellen zu lassen, allerdings mit teils ziemlich irreführenden Tendenzen - ich werde also nach wie vor noch das Gespräch mit einer echten Person suchen müssen. Bis Donnerstag früh, 09. April, geht noch mein Arbeitseinsatz. Von da geht es wieder zu meiner Mutter, die einen Tag später ihren Geburtstag feiert, und von dort, wenn alles passt, mit einer meiner Schwestern abends an den Rhein und danach, am 11.04. dann, erneut zu meinem Boot, um den Kühlkreislauf zu reparieren und dann weiterzufahren in Richtung Saône, alleine dann. 15. und 20. sind nochmal Einzelschichten, ab 28. kommen wieder mehrere in Folge, dazwischen liegen Termine mit Kind, Familie und Arzt und wer weiß was noch alles kommt, dann ist der April vorbei. Diesen Schlussabsatz konnte ich fast exakt aus dem vorherigen Eintrag übernehmen und schließe hiermit.
Soweit...

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