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Apfelbutzen und Riebel

Als ich ein Kind war, aufgewachsen in einem kleinen Dorf, lernte ich, dass das, was von einem Apfel übrig bleibt, nachdem man ihn aufgegessen hat, also das Kerngehäuse, die Blüte und der Stiel, "Apfelbutzen" heißt. Ebenso lernte ich, dass der Anschnitt vom Brot, also das erste wie auch das letzte Stück, "Riebel" heißt. Das waren damals für mich für viele Jahre die "normalen" wie auch die "richtigen" Namen. Irgendwann hörte ich, dass andere zum Apfelbutzen "Apfelgriebsch" sagten, oder "Brotkanten" statt Riebel. Zuerst fand ich es komisch solche seltsamen Namen zu benutzen und ich versuchte ihnen den richtigen Namen beizubringen. Aber dann akzeptierte ich, dass andere Menschen einfach andere Namen benutzen und dass das durchaus okay sei. Die eigenen Gewohnheiten als das Absolute, das Wahre, Normale, Richtige zu betrachten ist weder besonders klug noch besonders reflektiert und oft auch ein Irrtum, der als Chauvinismus bezeichne...

Werkstatt-Shelter

An einem freien, geeigneten, möglichst zentralen Platz im öffentlichen Raum, aber trotzdem nicht die öffentlichen Abläufe störend, könnte man eine Struktur errichten, die freiwilliges Engagement für Low Tech konzentriert und dabei Menschen, die auf der Straße leben, einbezieht. Diese Struktur könnte auf einer Plattform zB aus Paletten oder Vergleichbarem untergebracht sein und darüber ein Tarp als Dach abgespant sein. Ein Teil könnte als Kammer oder Bretterverschlag Werkzeug usw. bereithalten. Dies könnte zB auch ein Schiffscontainer sein, abschließbar. Übernachtungen wären auf Pritschen/Werkbänken und Hängematten unter dem Tarp möglich. Das Dach wird mit Solarpaneelen ausgestattet, außerdem gäbe es Solar- und Kerzenöfen. Dort könnte man eine Küche für alle betreiben. Willkommen ist beim Projekt jede Person, die aktiv beiträgt zu den Notwendigkeiten wie Ordnung, Sauberkeit, Organisation und Sicherheit. Letztlich kann alles komplett im Container untergebracht und mit diesem transportier...

Gewissen

Jeder Mensch verfügt über einen moralischen Kompass, in etwa so etwas wie das Gewissen. Damit "weiß" - bewusst oder unbewusst - jeder Mensch, ob das, was er tut, richtig oder falsch ist. Es mag eine graue Zone dazwischen geben, die einer individuellen Interpretation bedarf, aber es gibt auch ganz klare Bereiche moralischer Gebote und Verbote, und jeder Mensch kennt diese. Wenn sich also ein Selbstmordattentäter oder ein vergewaltigender Soldat zunächst Absolution durch eine geistliche oder weltliche Autorität holt, dann ist dies doch ein Zeichen dafür, dass sein Gewissen funktioniert, dass er also eigentlich weiß, dass das, was er tun will, schlecht ist. Das Gewissen kommt, wenn man so will, aus der "göttlichen Schöpfung", die Absolution kommt aus Menschenmund: Welchem Weg sollte man da besser folgen? Welcher ist dem Wahren und Guten näher?

Vehikel

Angefangen hat es wohl vor drei bis vier Jahren mit dem Delos-Kanal: Eine umweltverträglich die Welt umreisende, bunte, fröhliche, abenteuerlustige Crew auf einem Segelboot, das konnte ich mir sehr gut auch für mich selbst vorstellen, das triggerte einige nomadische Sehnsuchtsgefühle bei mir. Wahrscheinlich muss man wohl auch noch früher ansetzen, wenn ich schon seit Jahrzehnten sehr gerne trampe, campe, couchsurfe, und vor allem unterwegs erst richtig aufblühe, allein, zusammen mit anderen und auch mit all den Begegnungen, die sich unterwegs ergeben. Am Segeln hatte ich schon früher Interesse, aber langfristig auf einem Boot zu leben und damit die Kontinente zu bereisen war bis dahin nicht auf meinem Schirm - aber ab dann dafür umso ausdrücklicher. Campervan, Flugreisen, das kam für mich aufgrund der Klimafolgen eigentlich nicht infrage. Segeln allerdings war ja perfekt in der Hinsicht. qEtwas Sorge hatte ich auf See mit schweren Wetterbedingungen. Ich war neugierig, wie Unterseeboote...

Rassismus und Othering

Rassismus kam zuerst auf durch den transatlantischen Sklavenhandel, als in der Alten Welt Spanier, Portugiesen, Franzosen usw. in ihren Sklavenhandelsschiffen Kongolesen, Ghanaer, Nigerianer usw. verfrachteten. Als sie in der Neuen Welt ankamen, waren die einen nur noch Weiße und die Herren, die anderen nur noch Schwarze und die Untergebenen. Durch die Kolonialisierung Afrikas verstärkte sich dieses Gefälle noch. Davor gab es selbstverständlich unter allen Hautfarben Herren und Untergebene, zB gibt es aus dem 14. oder 15. Jahrhundert Gemälde von Szenen auf dem Marktplatz in Lissabon, auf dem reiche, gut gekleidete Händler afrikanisch-dunkelhäutiger Herkunft neben Lastenträgern heller Hautfarbe zu sehen sind. Als das oströmische Reich und damit die Seidenstraße im Niedergang begriffen waren, begann Portugal unter Heinrich dem Seefahrer die Westküste Afrikas zu erkunden und Handelsbeziehung dorthin aufzubauen. Im römischen Reich gab es sowohl Kaiser als auch Senatoren usw. von dunkler Ha...

Wien in sechs Tagen nebst Bratislava

Zunächst ging die Fahrt von zuhause mit einer gebuchten Mitfahrgelegenheit nach Stuttgart. Der Fahrer, Angehöriger des Militärs, hatte einige interessante Ansätze und Denkanstöße zu interessanten Themen, die Fahrt war dadurch unterhaltsam bis tiefgründig. Dann, vom Raum Stuttgart, ging es am Folgetag nach Wien, nicht die vorgeschlagene schnellste, sondern die an Kilometern kürzeste Route. Dadurch kam Schönbrunn bereits am Anreisetag in all seiner übertriebenen, massive soziale Ungerechtigkeit ausstrahlenden Größe und Pracht ins Blickfeld. Der weitere Weg durch Wien bestätigte diesen Eindruck oft noch, und das Hotel, zu teuer für zu wenig Ausstattung und zunächst der Versuch, mit zu wenig als der gebuchten barrierefreien Leistung durchzukommen, trugen dazu bei, scharfen Unmut gegen kapitalistische Auswüchse zu schüren. Am nächsten Morgen ging es früh in die Innenstadt, genauer zur Spanischen Reitschule. Kommt man nach Wien in die Innenstadt, kann es gut sein, dass man am ersten Tag im ...

Nächste Schritte?

Ich möchte etwas in meinem Leben verändern. Nicht nur etwas, sondern möglichst grundlegend, denn ich möchte schließlich, wie an anderer Stelle schon beschrieben, meiner nomadischen Seele mehr folgen, gleichzeitig aber meinen ökologischen Fußabdruck möglichst gering halten. Gleichzeitig möchte ich geistige Spuren hinterlassen. Vieles davon sprengt schnell den Rahmen, da ich alleine zu viel zu schwieriges mit zu wenig Ressourcen to erreichen wünsche. Doch ich könnte ja klein starten. Es tut mir gut, körperlich produktiv zu sein. Gleichzeitig suche ich nach sozioökonomischer Verbesserung meiner Lage. Und dafür kam mir in den Sinn, klimaneutrales Gebäck in Umlauf zu bringen. Außerdem müsste ich mein Umfeld deutlich in Ordnung bringen. Dafür werde ich aber wohl Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Zum Dritten möchte ich kleine Geschichten entwickeln und vertonen, um sie der nächsten Verwandtschaft zukommen lassen zu können. Und zum Vierten, jetzt endlich das nomadische Fernziel, möchte ich mir ...