Jeder Mensch verfügt über einen moralischen Kompass, in etwa so etwas wie das Gewissen. Damit "weiß" - bewusst oder unbewusst - jeder Mensch, ob das, was er tut, richtig oder falsch ist. Es mag eine graue Zone dazwischen geben, die einer individuellen Interpretation bedarf, aber es gibt auch ganz klare Bereiche moralischer Gebote und Verbote, und jeder Mensch kennt diese.
Wenn sich also ein Selbstmordattentäter oder ein vergewaltigender Soldat zunächst Absolution durch eine geistliche oder weltliche Autorität holt, dann ist dies doch ein Zeichen dafür, dass sein Gewissen funktioniert, dass er also eigentlich weiß, dass das, was er tun will, schlecht ist. Das Gewissen kommt, wenn man so will, aus der "göttlichen Schöpfung", die Absolution kommt aus Menschenmund: Welchem Weg sollte man da besser folgen? Welcher ist dem Wahren und Guten näher?
Solange man nur in der Vorstellung lebt, klappt alles reibungslos, aber sobald man sich mit der Realität auseinandersetzt, treten Probleme auf, die einen herausfordern, aus der Komfortzone zerren - und das ist vielleicht das Gute daran. Ich schreibe hier in der Nacht vom 28. auf den 29. Juli und vieles ist ganz anders als es vor einer Woche aussah: Letzte Woche Montag beendete ich die Schicht ohne Zwischenfälle, fuhr nach Hause, packte die letzten Notwendigkeiten in mein Auto und fuhr los, den Trailer zu holen. Den bekam ich auch ohne größere Schwierigkeiten und fuhr mit ihm zunächst zum Ingenieur-Freund, wo ich zum Abendessen eingeladen wurde, und danach mit ihm zum Boot, um dort mit ihm zu übernachten und am nächsten Morgen das Boot für den Kran und den Transport vorzubereiten und das Zugfahrzeug zu holen - soweit lief alles nach Plan. Wir hatten Segel, Batterien, Werkzeug etc. aus dem Boot geholt, um sein Gewicht möglichst zu reduzieren. Wie das Boot am Kran hing, hatte e...
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