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Kynosarges 2615

Samstag, 08. August, in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit:
Fast vier Wochen sind vergangen seit meinem letzten Eintrag und vieles ist seitdem passiert. 
Sonntag, 12. Juli, machte ich die zweite Hälfte der Doppelschicht bis Montag fertig. Der Tag verging eher ruhig, denn am Abend davor, Samstag, waren die Klientin und ihr Partner in meiner Begleitung mit Hund in Düsseldorf auf einem Konzert gewesen und wir kamen ziemlich spät nach Mitternacht wieder zurück. Wir ließen den Sonntag ausklingen in einem gehobenen Restaurant, sie beide mit dem Rad, ich mit dem Hund mit der Bahn. Am Morgen danach konnte ich den Dienst gut beenden. 
Montag, 13. Juli, ließ ich nach der Arbeit zunächst ruhig zuhause angehen, fuhr dann zu einem Elternabend an die neue Schule meines Kindes und nahm noch am Abend einen sehr günstigen SuperSparPreis-ICE nach Karlsruhe, ursprünglich als Backup für mein Boot, jetzt allerdings, um die Familie, letztlich vor allem meine Mutter, für verschiedene Problemlösungen an PC, Drucker und Telefon zu besuchen, doch zunächst schlief ich bei Karlsruhe bei der Familie einer Couchsurferin, die bald im August mit dem Rad zu mir kommen würde. 
Den Tag darauf, Dienstag, stellte sich heraus, dass meine Schwestern nicht abkömmlich waren, so besuchte ich den hochbetagten Freund, um weitere Details für unsere gemeinsame Fahrt nach Paris und München Ende August, Anfang September zu klären, und fuhr abends dann zu meiner Mutter. 
Mittwoch, 15. Juli, fuhr ich abends von meiner Mutter nach Mannheim, um dort einen Wagen eines Freundes abzuholen, der bald von dort an die Ostsee umziehen wird. Den Wagen brachte ich zunächst zu mir, denn für Donnerstag hatte ich eine Vertretungsschicht bei einer anderen Klientin übernommen, die mit mir anlässlich ihres Geburtstags eine Schifffahrt auf dem Rhein machen wollte, allerdings überzogen wir dadurch die geplante Schichtzeit, auch durch Bahnprobleme für die Rückfahrt. Dennoch war die Schicht ganz angenehm. Am Abend dann fuhr ich den Wagen des Freundes weiter bis an die Küste, schlief darin mehr schlecht als recht und kam am nächsten Morgen teils durch Wanderung, teils durch Trampen, teils durch Zug wieder zu mir nach Hause, holte mein Auto von der Schule meines Kindes, wo ich es Montag stehen gelassen hatte, und kümmerte mich darum, eine Verdunkelung in meinem Auto anzubringen sowie weitere Vorbereitungen für die baldige Sommerferienfahrt mit meinem Kind zu treffen.
Samstag, 18. Juli, wurde ich durch Ausfall eines Kollegen früher in eine Doppelschicht zu meiner reguläreren Klientin gebeten, was ich natürlich gerne einrichten konnte. Der Dienst am Samstag verlief reibungslos, am Sonntag fuhren wir zu viert in die Pfalz nach Neuleiningen, wo die Klientin mit ihrem Partner seit über einem Jahr ihren Lieblingswinzer hat. Die Fahrt war angenehm, der Partner fuhr beide Richtungen, der Ausflug und das Örtchen waren hübsch, fast wie ein kleiner Urlaub in meiner Dienstzeit.
Montag ging der Dienst auch reibungslos zuende. Über Kleinanzeigen hatte ich noch Kajak plus eine Kinderschwimmweste für die Sommerferienreise besorgt und machte abends mal wieder eine Essensverteilung. Dienstag kam mein Kind zu mir, doch da noch einiges zu klären war insbesondere von Seiten der Mutter, denn mein Kind hat weder meinen Nachnamen noch meinen Hautton, da muss man vorsorgen, falls Behörden im Ausland Fragen stellen. Mein Kind und ich machten also noch weitere Besorgungen und schauten eine Anime-Serie namens Assassination Classroom, bis wir Mittwoch alles parat hatten und mit der Mutter des Kindes die erforderlichen Unterlagen ausdrucken und unterschreiben konnten. Dann gingen wir noch in die Bibliothek, dort fand mein Kind eine interessante Mangaserie, "My Little Monster", die wir als Vorrat für die Reise vorsorglich komplett in allen ihren 13 Bänden ausliehen. Weil mein Kind die drei ersten ziemlich schnell gelesen hatte, gaben wir diese Bände noch ab.
Donnerstag, nun 23. Juli, ging unsere Fahrt aber endlich los. Angesichts teurer Spritpreise tankte ich nur kleinere Mengen, bis ich eine günstige Gelegenheit erwischen würde. Wir fuhren zunächst für eine Nacht bis zu meiner Mutter nach Süddeutschland und gingen dort mit dem Fahrrad zu einem nahegelegenen Badesee. Das war Nummer 1. Nach einem gemeinsamen Abendsnack legten wir uns schlafen.
Am nächsten Morgen wollten wir in der Stadt bei meiner Mutter einen Sommermarkt mit Fahrgeschäften besuchen, leider war der aber noch nicht geöffnet, also fuhren wir am frühen Nachmittag Richtung Stuttgart, wo meine jüngste Schwester mit ihren zwei Kindern lebt, hatten einen bewegten Nachmittag und Abend - mein Kind und das fast gleichaltrige Kind meiner Schwester verstanden sich gut, so dass ich dachte, man könnte die beiden gut bald mal gemeinsam ohne Eltern auf eine Jugendfreizeit schicken. Von dort fuhren wir nach dem Abendessen noch über die Schwäbische Alb Richtung Bodensee und fanden bei Überlingen über die App park4night einen kostenlosen Parkplatz für die Nacht. Ich räumte die Matratze im Fond des Autos frei und stapelte alles auf Fahrer- und Beifahrersitz. So ließ sich ziemlich gut hinten schlafen. 
Samstag nun, 25. Juli, frühstückten wir in Überlingen und versuchten, einen Parkplatz für ein erstes Bad im Bodensee zu finden. Da ich keinen fand, nahmen wir direkt die Fähre von Meersburg nach Konstanz, parkten dort ufernah und gingen für ein paar Stunden an und in den Bodensee. Das war Nummer 2. Für den Nachmittag spazierten wir durch die Stadt, aßen Sushi und gingen nochmal ans und ins Wasser, bevor wir für die Nacht aus der Stadt an einen Wanderparkplatz fuhren und dort, wie schon die Nacht zuvor, erneut im Auto schliefen.
Sonntag fuhren wir an die Schweizer Grenze, spazierten noch einmal durch Konstanz, versuchten von schweizer Grenzbeamten einen Stempel im Pass meines Kindes zu bekommen, was sie allerdings verwehrten, da durch Schengen so ein Stempel nichts mehr in so einem Pass zu suchen hatte. Dafür machten sie immerhin einen in unser Reisetagebuch. Für den Nachmittag wollte ich sehr alte Freunde bei St. Gallen besuchen, doch es war noch etwas Zeit und so hielten wir auf halber Strecke noch einmal für ein Bad im Bodensee auf Schweizer Seite. Der Besuch war schön, wenn auch zunächst etwas befremdlich für mein Kind - von dort aus konnte ich für Appenzell am Abend eine Unterkunft heraussuchen, denn das mobile Internet war sehr teuer in der Schweiz für Nicht-Schweizer (wahrscheinlich hatte ich bereits ungewollt einen unverhältnismäßig hohen Betrag an Gebühren erzeugt). Die Fahrt nach Appenzell bot schöne Aussichten auf die Berge und von ihnen hinab, aber in Appenzell war für die angedachte Unterkunft niemand erreichbar. Wir gingen also zunächst etwas essen, Käsespätzle, denn Rösti gab es dort nicht, als vermeintlich günstiges und trotzdem ziemlich teures Gericht, und nahmen noch teure Pommes Frites dazu, um den Magen mehr zu füllen. Dabei nutzte ich das WLAN der Gastronomie, um uns Zugang zur Unterkunft zu verschaffen, denn das war nur online möglich. Die Unterkunft war ein Zimmer in einem Hostel - nach zwei Nächten im Auto tat uns das gut. Dort hätten wir sogar kochen können. Nun ja, jetzt war es wie es war. Zumindest noch etwas snacken und am nächsten Morgen frühstücken konnten wir. 
Inzwischen war Montag, 27. Juli, und wir wollten abends schon in Italien sein. Per KI hatte ich mir noch im Hostel eine Route erstellen lassen, die einen Abstecher nach Vaduz in Liechtenstein, von da aus einen Besuch der Viamala-Schlucht bei Thusis und von dort eine Pass-Überquerung ins Engadin nach Zuoz und St. Moritz und danach eine Ausfahrt aus der Schweiz nach Italien über den Berninapass umfasste. Und genau so taten wir es auch: Vaduz hat sich kaum gelohnt, aber in unser Reisetagebuch holten wir uns einen Stempel, für den wir bezahlen mussten und kauften noch Obst und Eis. Als wir südlich von Liechtenstein einen Bergsattel überquerten und nach Graubünden hinunter fuhren, es muss wohl Maienfeld gewesen sein, umgab uns in diesem Tal direkt italienisches Flair mit Zypressen, Weinbergen, der Farbe und Stimmung des Lichts und auch irgendwie in den Häusern. Später Richtung Chur wurde alles wieder recht typisch schweizerisch. Die Viamala-Schlucht wurde mit Wasserfällen angekündigt und war dann doch einfach nur ein Abstieg über viele Stufen an einen Gebirgsbach, an den Rhein wohlgemerkt, der uns schon vorher im Bodensee, neben Liechtenstein, in Chur usw. begleitet hatte. Wir stiegen über Serpentinenstraßen den Albula-Pass hinauf, hatten wunderschöne, beeindruckende Berg- und Tal-Aussichten von dort, und kamen nach Zuoz, um dort von der KI empfohlen Sgrafitti zu betrachten, von denen wir aber kaum vernünftig etwas sahen oder aber einfach nicht verstanden hatten, was gemeint war. Verschiedene Fassadengestaltungen waren zwar nett, jedenfalls aber nicht in dem Maße beeindruckend, dass man deswegen extra nach Zuoz hätte fahren müssen, genauso wenig wie die Chiesa Futura und der schiefe Turm in St. Moritz. Wir fuhren also den Berninapass hinauf, konnten dort durch einen Verkehrsstau bestimmt 15 Minuten den Morteratsch-Gletscher betrachten und sahen oben Murmeltiere und einen Kitesurfer im Neopren auf einem wahrscheinlich ziemlich kalten Bergsee. Die Bernina-Abfahrt wurde bald stressig, weil mehr und mehr italienische Autofahrer mit entsprechendem Temperament drängelten und überholten. Am italienischen Grenzposten kamen ausgerechnet bei unserer Vorbeifahrt Grenzbeamte an, die aber etwas unwirsch abwinkten, als ich mit unserem Reisetagebuch ankam - schade. Aber nun waren wir in Italien und es war kaum etwas besonderes, denn schon in der italienischen Schweiz hatte längst alles eher italienisch als schweizerisch ausgesehen. Ich hatte dies vor allem an Kirchtürmen festgemacht, die in der Schweiz schlank, hoch und spitz waren, in Italien immer noch recht schlank, jedenfalls nicht massig, nicht mehr ganz so spitz und charakteristisch mit zwei, drei oder vier schmalen, offenen Säulenbögen um den Glockenstuhl versehen waren. Nun im italienischen Netz mit EU-Roaming konnte ich für unseren nächsten Schlafplatz anstelle des Gardasees, für den wir noch bis spät nach Mitternacht hätten fahren müssen, den Iseo-See ausmachen, für den wir abends unerwartet noch über einen weiteren Pass bei Aprica fuhren, der anders als die in der Schweiz fast wie im Dschungel dicht begrünt war. Wir parkten dank park4night das Auto etwas höher gelegen mit Blick auf den See und machten uns zu Fuß auf zur wahrscheinlich letzten noch geöffneten Pizzeria am Seeufer. Die Nacht im Auto war wie gewohnt nach einiger Umräumerei angenehm. 
Dienstag, 28. Juli, parkten wir zunächst noch am Seeufer und gingen für einige Stunden im Iseo-See schwimmen. Das war Nummer 3. Der See war angenehm, recht groß und klar zwischen einigen Bergen gelegen und regte mich dazu an, zukünftig eher solche Seen wie diesen anzusteuern. Meinem Kind gefiel auch er sehr. Zwischendurch, noch am See, beobachtete ich eine augenscheinlich muslimische Familie, bei der der Mann in knapper Badehose ins Wasser ging und dort auch mit den den beiden Kindern tobte, ein Junge und ein Mädchen etwa im Kindergarten- oder Grundschulalter, der Junge ebenfalls in Badehose, das Mädchen in langer Arm- und Beinbekleidung. Die Frau hingegen war in voller, schwarzer Kleidung bis zum Hijab, barfuß, okay, aber es schien nicht vorgesehen zu sein, dass sie dort ins Wasser geht. Etwas ärgerte ich mich über diesen zur Schau gestellten Sexismus und erzählte auch meinem Kind davon, fühlte mich ansonsten aber nicht befugt, etwas akut an dieser Situation zu ändern. Am Nachmittag deckten wir uns noch einmal mit Vorräten ein und fuhren dann zum Gardasee auf einen Campingplatz bei Peschiera, an der Ostseite des Sees fast schon bei Lazise gelegen, wo wir zunächst für drei Nächte bleiben wollten und schließlich für vier blieben. Wir bauten uns ein Zelt auf und machten es uns darin gemütlich, dann gingen wir am Abend noch an und in den See. Das war Nummer 4. Der See war zwar nicht so urig und ursprünglich wie der Iseo-See, trotzdem gefiel es uns auch dort. Später die Nacht im Zelt war auch angenehm, auch wenn am ersten Tag der Hund der Nachbarn uns noch nicht gewöhnt war und ab und zu bellte.
Für den folgenden Tag pumpte ich das mitgebrachte Kajak auf, so dass wir darin eine Runde im See paddeln konnten. Dann machte ich mit dem ebenfalls mitgebrachten Klapprad ein paar Einkäufe, so dass wir auf dem mitgebrachten Elektroherd kochen konnten. Mein Kind vergnügte sich solange am Pool des Campingplatzes oder las die mitgebrachten Mangas - inzwischen wohl schon zum dritten Mal, denn schon in der Schweiz war die erste Runde geschafft und die zweite begonnen worden, leider nur ab Band 4, weil wir die ersten drei ja bereits zurückgegeben hatten. Wie ich zurück war, trugen wir gemeinsam das Kajak zum See und paddelten und badeten abwechselnd damit. Zum Abendessen am Campingplatz gab es Pasta mit Gemüse und Soße, dann gingen wir für eine weitere, nun nächtliche Paddelrunde wieder an den See - weil das Kajak doch recht schwer zu tragen war, hatten wir es über den Tag neben Standup-Paddelboards liegen gelassen. Für den Rücktransport zum Campingplatz hatte ich mir überlegt, das Kajak auf das Klapprad zu legen und so mein Kind vom Tragen zu entlasten. Der Plan funktionierte zwar, aber eher schlecht als recht. Erschöpft und zufrieden gingen wir schlafen. 
Inzwischen war Donnerstag, 30. Juli. Ich begann den Tag damit, dass ich aus Mehl, Mayonnaise, Rohrzucker und Wasser Pfannkuchen zubereitete und überrascht war, wie gut das tatsächlich ging. Auch meinem tendenziell eher wählerischen Kind waren sie gut genug. Den restlichen Tag ließen wir eher gemütlich angehen, am Pool und am See, hatten aber keine Lust, das Kajak noch einmal zum See und zurück zu schleppen. Abends gab es wieder Pasta und eine gute Nacht.
Freitag nahmen wir nach erneut Pfannkuchen zum Frühstück, diesmal noch etwas besser als am Vortag, den Bus nach Peschiera und spazierten etwas durch die Stadt und am Seeufer entlang nach Westen und blieben eine ganze Weile dort sitzen mit verschiedenen Spielen. Am frühen Abend fuhren wir zurück und konnten uns für die letzten Minuten bevor er geschlossen wurde im Pool des Campingplatzes erfrischen. Weil am nächsten Tag unsere Abreise von diesem Campingplatz sein würde, begannen wir abends schon damit, einige Dinge dafür vorzubereiten. 
Trotzdem gab es auch an diesem Morgen, Samstag, 01. August, erstmal wieder Pfannkuchen, weiterhin entsprechend den Umständen ganz passabel - ich war inzwischen so überzeugt von diesem Konzept, dass ich es auch zuhause ausprobieren wollte. Letztlich warfen wir unsere Sachen doch recht wild ins Auto, da unser nächstes Ziel für die Nacht erneut ein Campingplatz sein sollte, auf dem wir ohnehin das meiste wieder auspacken müssten. Dann fuhren wir los mit Ziel Venedig, allerdings wollten wir auf der Jesolo-Halbinsel in der Nähe von Punta Sabbioni auf einem Campingplatz schlafen und von dort mit den Vaporetti, den Wasserbussen zur Lagunenstadt fahren. Zunächst aber, weil es direkt auf dem Weg lag, steuerten wir Verona an, um dort als Kontrast zu Peschiera, das weniger italienischen und mehr touristischen Flair hatte, die römische Arena zu sehen und echtes italienisches Eis zu essen. Die Weiterfahrt bis Jesolo führte überwiegend durchs Hinterland, erst ab Jesolo waren die Straßen wieder richtig voll, allerdings auch wieder mit vielen, sehr vielen Touristen. Nun ja, wir waren ja auch welche. Der Campingplatz war recht klein und ohne Pool, trotzdem sympathisch. Hier hatten wir von vornherein vor, vier Nächte zu bleiben, doch machten wir drei daraus. Nachdem wir Zeit und alles weitere eingerichtet hatten, gingen wir zum Adria-Strand, verließen ihn aber wegen des Algengestanks bald wieder. Mit Pasta und Film gingen wir schlafen.
Am Sonntag holten wir an Punta Sabbioni zwei Tickets für zwei Tage und fuhren zunächst zum Venezia Lido, der Insel, die die Lagune abschirmt, um dort den Strand auszuprobieren. Er roch tatsächlich weniger, allerdings war er über weite Strecken in Privatbesitz von Hotels, und während zB an Deutschlands Stränden Strandkörbe, Schirme und Liegen vermietet werden, aber der Sand und das Meer von allen genutzt werden darf, ist es in Italien so, dass auf einem solchen Privatstrand auch kein Handtuch etc. abgelegt werden darf, wenn man keine bezahlende Kundschaft ist. Uns wurde erlaubt, für fünf Minuten kurz ins Wasser zu hüpfen, dann allerdings sollten wir weiterziehen, mehrere hundert Meter, bis wir einen öffentlichen, freien Strand erreichten, wo wir weiter badeten. Nach einiger Zeit packten wir wieder zusammen, um mit dem nächsten Vaporetto nach Venedig in die Stadt zu fahren. In der Stadt suchten wir uns eine Route, die möglichst viele der Orte aus Funkes Roman "Herr der Diebe" berührte, teils auch welche, die Kulissen der Romanverfilmung waren, und machten uns auf den Weg durch die engen und weiteren Gassen, entlang der Kanäle, über die Brücken, hatten hier und da ein Eis, eine Pizza oder Pasta, und besorgten Souvenirs für die Lieben zuhause. Im Sonnenuntergang fuhren wir wieder zurück zum Campingplatz und hatten nach Nudeln und Film wieder eine gute Nacht, standen am nächsten Tag, nun Montag, verhältnismäßig früh auf, um erneut, dieses Mal ohne Umweg über den Lido, nach Venedig zu fahren und den ganzen Tag dort zu verbringen, ähnlich wie am Vortag, aber in den anderen Stadtvierteln. Nach diesen zwei Tagen in der Stadt waren wir inzwischen an der einen oder anderen Ecke zum dritten oder sogar zum vierten Mal vorbeigekommen und hatten uns an Venedig, den Kanälen, Brücken, Gassen, Plätzen, Palästen und Kirchen satt gesehen, wir hatten genug. Allerdings wollten wir noch einen Stempel im Tagebuch, aber die Touristeninformation besaß so etwas nicht, also gingen wir zu einem Postamt, kauften auch eine schöne Briefmarke von Venedig, und ließen uns diese im Tagebuch stempeln. 
Nach der dritten Nacht auf diesem Campingplatz also beschlossen wir am Dienstag, 04. August, das Zelt abzubauen, alles ins Auto zu räumen, dieses Mal ordentlicher, und uns auf den Weg zu machen. Per KI kam der Rat, dass etwas weiter von der Lagune entfernt der Algengestank weniger sein würde. Ein Strand etwa einen Kilometer vom ersten Strand entfernt stellte sich als etwas besser heraus, dort blieben wir ein Stündchen, danach fuhren wir noch nördlich von Jesolo an einen weiteren, nun vierten Strand, ebenfalls von der KI empfohlen, dort war vom Lagunengeruch gar nichts mehr zu spüren. Dann allerdings machten wir uns auf den Weg Richtung Südtirol, wo wir abends eine gemeinsame Freundin, ehemalige Couchsurferin, treffen wollten, am folgenden Tag dann. Zunächst fuhren wir für den Abend wieder in die Alpen bis zum Caldonazzo-See, kamen dort in der Dämmerung an und nahmen ein kurzes, erfrischendes Bad für die Nacht. Das war Nummer 5. Dann räumten wir das Auto um und schliefen darin. 
Am Mittwoch begannen wir den Tag mit einem ausführlicheren Bad im See - er war herrlich! Dann setzten wir die Reise fort, kamen bald nach Südtirol, das gar nicht mehr typisch italienisch, sondern eher österreichisch wirkte, was die Architektur anbelangt, aber vor allem war es eine riesige Plantage für Weintrauben und für Äpfel mit einigen Dörfern dazwischen. Wir waren ohne Frühstück losgefahren und hatten einige Mühe, in all den Dörfern etwas zu finden, Bäckerei, Café, Supermarkt, wo wir uns etwas für ein spätes Frühstück holen konnten. Tatsächlich fuhren wir bis nach Kaltern, bis wir endlich einen Laden fanden, der nicht bzw. nicht mehr über die Mittagszeit geschlossen war. Wir versorgten uns mit einigen Leckereien, auch einer großen Portion Eis, und setzten dann unsere Fahrt fort nach Bozen, mit einem zweistündigen Zwischenstopp am Montiggler See, den unsere Freundin uns empfohlen hatten, und schwammen dort einige Runden. Das war Nummer 6. Einmal schwammen wir auch gemeinsam über den See an eine Stelle, wo ein Seil an einem Baum befestigt war, an dem man sich ins Wasser schwingen konnte. Mein Kind schaffte es gut, den langen Hin- und Rückweg zu schwimmen, darauf war ich stolz, und mit etwas Zögern schwang mein Kind auch am Seil, mehrmals sogar. Am Abend kamen wir dann in Bozen bei unserer Freundin an. Wir aßen mit ihr eine lokale Spezialität und hatten für etwa zwei Stunden gute Gespräche, dann mussten sie und wir weiter, sie an ihren Arbeitsplatz für eine Spätschicht und wir, um letztlich Österreich zu queren und für die Nacht im Auto die deutsche Grenze zu erreichen, denn in den österreichischen Alpen war das Nächtigen im Auto verboten. Wir fuhren über den Brenner und weiter durch die Berge, es war längst Nacht geworden, und hatten über Stunden ein Gewitter vor und schließlich auch kräftigen Regen über uns, von dem mein Kind allerdings nicht viel mitbekam, da es eingeschlafen war. Bis kurz nach Mitternacht erreichte ich bei Füssen die deutsche Grenze und fand wenige Kilometer weiter einen Parkplatz, an dem es erlaubt war zu stehen, auch mit Campervans, räumte das Auto um, trug mein schlafendes Kind zu seinem Schlafplatz, wobei es sich dabei aktiv an mir festhielt, sich aber am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern konnte, und schlief dann auch. 
Am nächsten Morgen, nun Donnerstag, 06. August, fuhren wir zurück nach Füssen und Schwangau an den Forggensee, und auch wenn der nun spürbar kühler war als die davor, nahmen wir auch darin ein erfrischend angenehmes Bad. Das war Nummer 7. Dann machten wir, nur um es gemacht zu haben, ein Selfie vor Schloss Neuschwanstein im Hintergrund und fuhren dann zurück nach Österreich nach Reutte, nur um dort eine österreichische Briefmarke mit Alpenmotiv im Reisetagebuch stempeln zu lassen. Dann setzten wir unsere Fahrt durch das Allgäu fort, genossen einige schöne Panorama-Ansichten, und kamen für die Nacht wieder bei meiner Mutter an, aßen zu Abend und schliefen mal wieder in einem Haus. 
Am Freitag fuhren wir am frühen Nachmittag weiter. Zunächst hatte ich gedacht, meinen Wagen zwei Wochen bei meiner Mutter stehen zu lassen, da ich ihn dann in Stuttgart für die Fahrt mit dem hochbetagten Freund brauchen würde und es für sinnlos hielt, eine komplette Tankfüllung zu meiner Stadt und dann wieder nach Süddeutschland zu verfahren, wo wir beide, mein Kind und ich, doch ein Deutschlandticket besitzen. Dann stellte ich fest, dass wir von meiner Mutter aus mit dem Zug zu spät bei der Mutter meines Kindes wären, also fuhren wir mit dem Auto bis Mannheim bzw. Ludwigshafen, parkten dort in einer Wohnstraße und fuhren die restliche Strecke mit dem Zug und kamen mit leichter Verspätung gerade so rechtzeitig an. Im letzten Zug standen wir einige Zeit und ich beobachtete dabei einen Mann mittleren Alters, der eine Fußballzeitung las, darin blätterte, in der verschiedene Vereine und ihre Spieler vorgestellt wurden, und hatte das Gefühl, dass das vom Niveau her wie eine Kinderzeitschrift sein müsste; ich konnte den Mann nicht für voll nehmen. Dann waren wir angekommen, der Abschied ging schnell, denn ich konnte den Zug noch eine Station weiter benutzen, dann war auch ich zuhause. Das also war unser gemeinsames italienisches Abenteuer, und nun war es vorüber. Ich ging bald zu Bett, auch wenn ich nicht bald schlafen musste, denn am nächsten Morgen hatte ich wieder eine Arbeitsschicht. 
Samstag, nun 08. August, machte ich mich wie üblich für die Arbeit fertig, verbrachte eine ruhige Schicht, bei der die Klientin einen Hängesessel bekam, den ihr Partner und ich aufbauten, sie darin platzierten und einiges per Video dokumentierten für Social-Media. Als ich am Sonntag früh mit der Arbeit fertig war, die Klientin für einen Ausflug zu einer Harley-Davidson-Messe vorbereitet hatte, ging ich nach Hause und relaxte für den restlichen Tag, und auch am Montag, nun 10. August, verbrachte ich so den halben Tag, bis ich nachmittags einen Zug nach Ludwigshafen zu meinem Auto nahm, um es nach Mannheim zu bringen, wo ich Dienstag bei dem Umzug meines Freundes helfen würde, doch davon schreibe ich das nächste Mal. 
Was zusätzlich noch kommen wird: 
Der Umzug führt nach Schleswig, ich werde einen von zwei Transportern fahren, dann werde ich am 12. in Glücksburg einen Segler und seine Proa treffen, am 13. möglicherweise eine Couchsurferin in Hamburg treffen und dann wieder zu mir fahren, am 14. eine verlängerte Schicht arbeiten, danach durch die Nacht zu meinem Boot nach Mâcon fahren und es von 16. bis 19. zu reparieren versuchen, dann am 20. eine verlängerte Doppelschicht arbeiten bis zum 22. abends, am 23. die radfahrende Couchsurferin aus dem Raum Karlsruhe empfangen, am 24. noch eine Schicht arbeiten, am 25. zum hochbetagten Freund nach Stuttgart fahren, dafür mein Auto von Mannheim holen, mit dem Freund nach Paris und zu einigen Städten der Umgebung fahren und über Frankfurt nach München, damit er seine Geschwister besuchen kann, alles bis zum 07. September, und ich werde noch Hotels dafür organisieren müssen, dann am 07. abends an einem Stammtisch zu dritt teilnehmen und spät nachts zu meiner Klientin fahren, um mit ihr am 08. bis zum 20. September nach Teneriffa zu fliegen, dann habe ich erstmal wieder einige Tage frei für mich, vielleicht nutze ich die fürs Boot. 
Soweit...

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