Heute ist Freitag, der 27. März, und ich sitze im Zug nach Stuttgart für den Gerichtstermin.
Meinen letzten Eintrag schrieb ich am Sonntag, 15. März, ebenfalls im Zug; nach jener Zugfahrt traf ich mich noch bevor ich nach Hause kam mit einem Couchsurfer aus der Türkei und dessen Freund, die allerdings in erster Linie für eine Reise nach Köln gekommen waren. Wir trafen uns in einem Park für einen Spaziergang und ließen diesen in einem Café ausklingen, wo wir u.a. Fragen der Ein- und Auswanderung bezüglich Deutschlands und der Türkei und des interkulturellen Austauschs erörterten. Danach fuhren sie wieder nach Köln und ich endlich nach Hause; dort brachte ich alles für den kommenden Arbeitstag in Ordnung und ließ den Tag gemütlich ausklingen.
Am Montag, 16. März, war wieder eine Arbeitsschicht, die reibungslos verlief, Dienstag nach der Schicht war ich etwas vom Bahnstreik betroffen, was sich letztlich einfach lösen ließ, und konnte mich am Nachmittag mit einer Couchsurferin aus Argentinien treffen für einen kleinen Spaziergang durch die Stadt, der zu sehr schönen philosophischen Erörterungen führte, u.a. gingen wir auf das Bild ein, das ich vor einiger Zeit schon hier gezeichnet hatte, nämlich dass das Lebewesen bzw. dessen Geistiges, dessen Seele, nicht in den Kohlenstoff-Verbindungen, sondern im Wasser liege. Außerdem ging ich darauf ein, dass wir nicht etwa Gehirn-Organismen mit Anhängseln seien, sondern Darm-Organismen, die sich u.a. ein Gehirn zunutze machen. Mir rutschte dabei der Gedanke unmittelbar auf die Zunge, dass damit ja gerechtfertigt sei, uns alle, jeden einzelnen, als Arschloch zu bezeichnen, und wir brachen in schallendes Gelächter aus. Sie machte sich dann auf den Weg nach Köln, während ich eine Essensverteilung übernahm.
Mittwoch, 18. März ließ ich ruhig angehen, am Donnerstag dann hatte ich morgens die Blutabnahme für die Untersuchung und konnte für Mittag spontan einen Termin bei einer Psychologin in einem benachbarten Ort machen, der allerdings wenig brachte, da sie sich kaum für meine Themen interessierte und mich stattdessen an einen weiteren Psychologen verwies. In diesem Ort fand ich ein Buch über das Wasser, das mich im Rückblick auf das Gespräch mit der Couchsurferin aus Argentinien interessierte. Das Wetter war schön sonnig und warm und so beschloss ich nach dem enttäuschenden Praxisbesuch den Weg zurück zu mir, etwa 15km, zu Fuß durch Wald und Flussauen zu nehmen; bald nahm ich auch das Buch dazu und las ein Kapitel im Gehen. Dann fand ich es schön, die restliche Strecke im Telefongespräch mit dem Ingenieur-Freund zu verbringen, vor allem zum Thema Unternehmensgründung, denn er hat auch etwas in Planung. Wir besprachen, wie wir die ersten Schritte planen, denn uns beiden scheint es besser, statt direkt den großen Wurf zu machen und unzählige Verpflichtungen und Verbindlichkeiten mit Behörden einzugehen noch bevor Einkommen generiert wurde, sogar noch bevor mögliche Einkommen klar ersichtlich bzw. greifbar sind, dass wir zuerst jeweils als Privatpersonen ein paar Geschäfte machen im Rahmen der Möglichkeiten und erst dann den großen Sprung machen, zumindest ich möchte letzteres dann für mich wagen.
Freitag, 20. März, hatte ich wieder eine Arbeitsschicht, die reibungslos verlief. Lediglich fiel mir auf, dass manchmal bereits durch die kleinste vermeintliche Unstimmigkeit, zB dass ich "okay" statt "ja" sage, wenn die Klientin mir einen Auftrag erteilt, sie gelegentlich an der Schwelle zu einem Wutanfall steht, bei dem sie einem gebündelt alles untersagen und alles vorwerfen will; ich stelle mir vor, wie anstrengend es sein muss, ständig so hochexplosiv geladen zu sein, und wie schwer Entspannung ist. Nach der Arbeit am 21. fand die Geburtstagsfeier meines Kindes in einem Schwimmbad in Köln statt mit fünf geladenen Spielgefährt:innen. Von mir gab es etwas zu lesen und Schwimmutensilien. Auf dem Rückweg begleitete ich noch die Großmutter mütterlicherseits, die noch einen Mietwagen abgeben wollte, durch einen massiven Stau anlässlich einer kurdischen Neujahrsfeier; wir konnten allerdings in den zwei Stunden Stauzeit viel interessantes aus der kurdischen Kultur bestaunen.
Am Sonntag, 22. März, hatte ich einen erstaunlich klaren Morgen. Ich nahm das mir am Vorabend vorbereitete Frühstück ein, machte meinen Frühsport und wurde mir klar darüber, dass ich gar nicht unbedingt eine chaotische Person mit chaotischem Haushalt sein muss, sondern dass es vor allem am falschen Umfeld liegt und ich in einem stimmigeren auch stimmiger funktionieren kann. Dieser Gedanke kam mir u.a. im Austausch mit der KI über Rudolf Steiner und über einige Aspekte aus meinem Blog. Mir ist in diesem Gespräch ein "Befreiungsschlag" gelungen: Mehr und mehr fühle ich, dass sich mein Geist als Visionär entfalten und operativ entwickeln kann. Mein Haushalts-Chaos besteht nur darin, dass ich in einer Wohnung wohne, die eine Wohnung für wohnliche Menschen sein sollte, während ich eigentlich nur eine minimalistische Wohnung brauche, die fast ausschließlich auf Funktion ausgerichtet ist und nichts im Sinne von Wohnlichkeit, Behaglichkeit usw. braucht. Ich hatte mein minimalistisches Frühstück aus Haferflocken mit tiefgefrorenem Obst, das ich beides wie erwähnt am Abend davor angelegt und dann nur mit Hafermilch ergänzt hatte, dazu löslichen Kaffee mit viel Hafermilch, kurz davor hatte ich mit Leichtigkeit meine Morgenroutine aus 50 Situps gerade und je 25 rechts/links, 20 Liegestütze, 30 Sekunden Plank und 2 Klimmzügen gemacht und unmittelbar nach dem Frühstück das Geschirr, nur eine Tasse, eine Schale, einen Löffel, und mehr will ich auch gar nicht, flink abgespült und zum Trocknen so hingestellt, dass ich es am nächsten Tag bzw. am Abend dieses Tages direkt so wieder benutzen kann. Alles andere darum herum in meinem Haushalt und auch an vielen anderen Punkten in meinem Leben fühlt sich wie unnötige, lähmende Geschwülste an, die ich gerne in einem großen Container vor dem Haus entsorgen würde, rein theoretisch, denn der steht da ja nicht, und manches brauche ich ja auch für andere Begebenheiten, aber zumindest vom Grundprinzip her. Dies so klar vor Augen zu sehen, macht es mir etwas leichter, hier zu leben, auch wenn ich natürlich trotzdem das alles nicht übersehen kann. Aber es fand doch eine kleine, aber wohl signifikante "Entfremdung" statt, die es mir leichter macht, das nicht mehr als mein Problem sondern nur als unpassende Umgebung zu begreifen.
Mit dieser positiven Stimmung und weiterhin warmem, sonnigen Frühlingswetter machte ich mich noch am Vormittag auf zum Urnengrab meiner sogenannten Ersatzgroßeltern und nahm die KI dorthin mit, um meinen ersten Schritt noch vor der Gründung zu entwickeln - dies lief dann auf "Paket 0" hinaus, ein Tool zur Optimierung des E-Mail-Verkehrs. Bis jetzt sitze ich noch daran und bin mir noch nicht sicher, ob die KI-Idee wirklich so gut ist. Immerhin soll europäische KI dabei zum Einsatz kommen, um Unabhängigkeit von US-Big-Tech zu erreichen. Für den Rückweg versuchte ich, da ja Sonntag war, mein Kind noch vor seinem Theatertermin zu erwischen, was auch gerade so glückte. Danach saß ich mit dessen Mutter in einem Café, um die kommenden Schulferien zu planen, und ging für einen Spaziergang an den Rhein, nachdem die beiden sich wieder verabschiedet hatten, blieb dort für einige Stunden, weiter mit "Paket 0" beschäftigt, und ließ den Abend mit Falafel ausklingen.
Am Montag, 23. März, kam kurzfristig noch ein weiterer Couchsurfer, diesmal aus Israel, der zunächst für eine, dann spontan sogar für zwei Nächte blieb. Am ersten Tag, noch Montag, machten wir einen Ausflug in die nahen Berge zu einer Burgruine und wählten für den Rückweg einen schönen Weg durch den Frühlingswald. Neben seiner Arbeit als Postbote ist er Dichter und fand immer wieder inspirierende Situationen vor; abends machten wir zusammen eine Essensverteilung. Am nächsten Tag machten wir morgens einen Ausflug in den botanischen Garten und fuhren mittags nach Düsseldorf für eine Stadtbesichtigung - Heine ist ein großes Vorbild für ihn; ich konnte dadurch Düsseldorf so kennenlernen, wie ich es selbst noch nicht kannte. Abends widmete er sich noch Köln, während ich eine Theatervorstellung einer Freundin besuchte, nachts trafen wir uns wieder bei mir zuhause. Wie schon am vorherigen Abend widmete er sich vor dem Schlafengehen noch einige Zeit seiner Gitarre.
Am nächsten Morgen, nun Mittwoch, 25. März, machte er sich auf die Reise für weitere Ziele, während ich mit meinem Auto zur Arbeit fuhr. Inzwischen ging ich schon seit ein paar Tagen davon aus, dass sich nach mehreren Verschiebungen im Vorfeld nun am Gerichtstermin nichts mehr ändern würde, und hatte diesbezüglich die Dienstübergabe auf 08:15 Uhr am heutigen Freitag erwirken können, so dass ich durch die Fahrt nach der Arbeit mit dem Auto einen Zug nach Stuttgart um 09:00 Uhr erreichen konnte. Den hatte ich mir vor wenigen Tagen als Sparpreis gebucht.
Die Arbeit, eine Doppelschicht, verlief am ersten Tag gut, auch wenn das Wetter stark gewechselt hatte und fast schon wieder winterlich kalt geworden war. Nachmittags gingen die Klientin und ich zu ihrem Partner in die Werkstatt und dabei einen Kaffee trinken, denn abends wollte er tauchen gehen, mit ihrer Begleitung, aber eigentlich, um davon profitieren zu können, mit ihrem Wagen zu fahren, der größer als sein eigener ist. Am folgenden Tag wachte die Klientin mit starken allergischen Beschwerden auf, die sie den ganzen Tag körperlich, damit auch seelisch und infolgedessen auch meine Arbeit belasteten. Ich wurde morgens von ihr zu ihrem Hausarzt geschickt, um dort für sie ein Allergiemedikament zu besorgen. Da der Hausarzt sie in ihrer Allergie noch nicht behandelt hatte, wusste er zunächst gar nichts davon, ließ sich aber nach einer telefonischen Terminvereinbarung mit ihr darauf ein, es ihr zu verschreiben. Im weiteren Verlauf des Tages erzählte sie verschiedenen Gesprächspartnern, dass sie beim Arzt war und er ihr alles mögliche erzählt hatte, zB ihr auch empfohlen hatte, ihren Partner zum Tauchen zu begleiten, im Bikini am Tauchbecken liegend, wo sie ja gar nicht dort war und das Telefonat mit der Praxis, ich habe es dort wartend mitbekommen, fand mit der Sprechstundenhilfe statt, ging um den Termin und um die Allergie, daneben noch um eine Reise an die Nordsee, aber nie war vom Tauchbecken und einem Bikini die Rede gewesen und der Doktor selbst kam auch nicht ans Telefon. Auch ihrer Psychotherapeutin später in einer Videokonferenz erzählte sie dieses und vieles mehr, wo wahrscheinlich die Hälfte aus ihrer Phantasie kam, und ich fragte mich, warum sie ohne Not lügen würde. Letztlich versuchte ich es mir so zu erklären - denn dass sie das zumindest überwiegend ohne böse Absicht und wohl auch ohne Bewusstsein über die erfundenen Begebenheiten tat - dass sie dadurch ihr Selbstbild, ihren Selbstwert erhöhen möchte, den sie durch ihre Behinderung stark beeinträchtigt sieht, also eine Art Selbstschutz bzw. Selbstwertschutz. Trotzdem ging der Dienst gut über die Bühne, am nächsten Morgen kam wie verabredet der Kollege und ich konnte mich mit Auto zum Zug und mit Zug nach Stuttgart zum Gericht auf den Weg machen, mit dem Zug, in dem ich diesen Eintrag begann.
Inzwischen ist Freitag Nachmittag, der Gerichtstermin ist vorbei - die Richterin versuchte einen Vergleich zu bemühen, aber die Gegenseite kam nicht ansatzweise den Vorstellungen meiner Schwester und mir entgegen, so wurde die Gegenseite nun gerichtlich aufgefordert, alle erforderlichen Unterlagen und Nachweise mit eidesstattlicher Unterschrift vorzulegen, der langwierige Weg, aber in diesem Schritt natürlich, wie zu erwarten, mit Rechtsprechung zu meinen und meiner Schwester Gunsten. Nach der Verhandlung besprachen meine Schwester als Anwältin in Selbstvertretung, mein Anwalt und ich uns noch bei einem Kaffee, dann machten wir alle uns auf unsere Nachhausewege, ich mit Deutschlandticket-Zügen, in denen ich nun diesen Beitrag abschließe.
Heute Abend (oder aber morgen früh, je nach Zugglück) werde ich wieder mein Kind haben, bis Sonntag werden wir eine schöne Zeit bei mir verbringen, ab Sonntag oder Montag zu meinem Segelboot in Frankreich fahren, um die Strecke bis Épinal zu machen, vielleicht auch darüber hinaus in Richtung Saône, aber da ist es dann schwierig mit der Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, - bis Donnerstag oder Karfreitag haben wir Zeit dafür - und dann entweder direkt oder aber mit Umweg und Übernachtung bei meiner Mutter nach Bad Kreuznach für die Osterfreizeit fahren. Ostermontag fahre ich von dort zum Arbeitseinsatz an die Nordsee, der dort abends für 20:00 Uhr angesetzt ist und bis Donnerstag früh, 09. April gehen wird. Von da geht es wieder zu meiner Mutter, die einen Tag später ihren Geburtstag feiert, und von dort, wenn alles passt, mit einer meiner Schwestern abends an den Rhein und danach, am 11.04. dann, erneut zu meinem Boot, um weiterzufahren in Richtung Saône, alleine dann. 15. und 20. sind nochmal Einzelschichten, ab 28. kommen wieder mehrere in Folge, dazwischen liegen Termine mit Kind, Familie und Arzt und wer weiß was noch alles kommt, dann ist der April vorbei.
Soweit...
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