Heute ist Mittwoch, 18. Februar.
Mal wieder sitze ich im Zug, erneut auf dem Rückweg von meiner Mutter zu mir.
Die Doppelschicht am 11. Februar war einfach, denn als ich zum Dienst kam, war die Klientin mit ihrem Partner auf einer Beerdigung, von der sie erst am späteren Nachmittag wiederkam, und verbrachte den frühen Abend weiterhin mit ihrem Partner, bis dieser aufbrach, um am Folgetag eine Schulung zu besuchen. Die Klientin ihrerseits ging währenddessen mit ihrer Mutter auf eine Karnevalsveranstaltung bis in den späten Abend, von der ihr Partner, dann wieder von der Schulung zurück, sie wieder abholte. Natürlich hatte ich dazwischen einiges zu tun, aber überwiegend war ich vor allem mit dem Hund alleine.
Freitag direkt nach der Arbeit, ohne noch bei mir zuhause vorbeizuschauen, fuhr ich mit dem Zug nach Süddeutschland, zunächst in den Großraum Straßburg, wo eine meiner Schwestern mit ihrem Partner eine neue Wohnung mit Landwirtschaftsbezug gefunden hatte. Im Zug saß ich für einige Zeit einem jungen Pärchen gegenüber, das sich über Medizin in Studium und Anwendung unterhielt, auch über innere Organe und Verdauung. An einer bestimmten Stelle im Gespräch formte die junge Frau ihren Mund derart zu einem o, dass ich, schon gedanklich ganz in Verdauungsaspekte eingetaucht, ihre Mundform mit einem Rektum assoziierte und mich wie ein Blitz der Gedanke durchfuhr, dass der Mensch, genauso wie viele andere Lebewesen natürlich auch, in erster Linie ein Verdauungsschlauch von oberem Anus zu unterem Anus ist. Schon in den ersten Formbildungen aus dem Zellhaufen, der sich in die Gebärmutter einnistet, wird als erstes ein Schlauch, der flüssige Substanz aufnimmt und ihr Nährstoffe entzieht. Wir Menschen sind also keine Gehirn-Organismen, die Herz und Darm als Werkzeuge nutzen, sondern ein Darm-Organismus, der Herz, Gehirn, Gliedmaßen usw. zur Unterstützung entwickelt hat und nutzt, um Darm-Aufgaben erfolgreicher erledigen zu können. Diesen Perspektivwechsel, der durchaus amüsant, dennoch nicht falsch ist, fand ich sehr erfrischend.
Weiter auf dem Weg zu meiner Schwester nahm ich noch am Treffen zu dritt online teil. Die Zeit dort bis Sonntag empfand ich vor allem als Auszeit, wobei sie öfter von philosophischen und politischen Diskussionen geprägt war, denn meine Schwester und ihr Partner haben für einigen Themen ähnliche Interessen, Meinungsbilder zu schärfen, wie ich. Ein Aspekt ging mir dabei noch länger durch den Kopf, nämlich die Tendenz, "die da oben" (zB im Epstein-Komplex), oder jede andere Gruppe, die wir kritisch oder kontrovers betrachten (Rechtsextreme, Vergewaltiger,...), nicht zu sehr zu "alienisieren", von uns aus als fremd zu betrachten so als hätten wir nichts oder nicht viel mit diesen gemeinsam, denn es lässt sich immer eine ununterbrochene Kausalkette und damit auch, wenn man so will, Verantwortungskette von ihnen zu uns und umgekehrt entwickeln und es ist zudem meistens nicht ausgeschlossen, dass wir, mit deren Lebenswirklichkeit, Erfahrungen, Ressourcen ausgestattet, uns genauso oder zumindest sehr vergleichbar verhalten. Auch hier ist Othering problematisch. Außerdem nahmen wir am Schnapsbrennen teil, das jenes Wochenende im landwirtschaftlichen Betrieb dort stattfand. Des Weiteren habe ich dort weiter an einer ersten Animationssequenz gearbeitet und mit der Gemini-KI ein neues Projekt, eine Unternehmensgründung, weiter entwickelt.
Sonntag fuhren wir zu dritt nach Stuttgart und trafen uns mit dem Sohn meiner Schwester und einer weiteren Schwester von mir. Wir verbrachten den Nachmittag alle zusammen in einem Café, dann machte ich mich abends auf, um wieder zu meiner Mutter zu fahren. Dort blieb ich bis zum heutigen Mittwoch, war mit meiner Mutter auf einem kleinen Stadtfest in der Umgebung und bei noch einer weiteren Schwester von mir und deren Partner und ließ mich im weiteren Verlauf dieser Tage teilweise mitreißen vom teils starken Interesse meiner Mutter, die Winterolympiade medial zu verfolgen. Abgesehen davon war meine Zeit bei ihr auch vor allem Auszeit und KI-Arbeit, wobei sicherlich einiges an dieser Arbeit mehr den Charakter einer Spielerei haben könnte.
Tendenziell allerdings nutze ich die KI weiterhin, wie schon in den letzten beiden Beiträgen beschrieben, zur weiteren Planung meiner Projekte, und auch wenn es so aussieht und wahrscheinlich zu Teilen auch stimmt, dass ich in der KI ein weiteres Tool gefunden habe, mich vom tatsächlichen Tun abzuhalten und in weiterer Zerstreuung in weiteren Ideen und Planungen zu zerfließen, kann ich glaube ich dennoch recht gut erkennen, dass die KI mein Overthinking, das mich eigentlich häufig vom Tun abhält, gut auffangen und in einfache, logisch schlüssige Arbeitsschritte herunterbrechen kann.
Ich möchte also hier versuchen, die verschiedenen Projekte, an denen ich mit der KI arbeite, sowie deren Entwicklung und aktuellen Stand hier zu rekapitulieren. Einiges davon hatte ich vor einiger Zeit bereits mit ChatGPT entwickelt, bin dort aber insgesamt nicht weit gekommen. Aktuell arbeite ich mit Gemini an folgenden Themen:
Animation: Vor einigen Monaten schon im Blog vorgestellt, hatte ich damals einige digitale zeichnerische Versuche gemacht, teils allein, teils KI-unterstützt. Das Thema Animation war tatsächlich dasjenige, mit dem ich konkreter bei Gemini einstieg, und weil die Vorschläge direkt so konkret und gut umsetzbar waren, so dass ich, nachdem ich vor einigen Monaten eher überfordert war bzw. das Projekt Animation für ein zu großes Projekt für "mal eben nebenher" hielt, nun erkannte, wie ich mit durchaus einfachen Mitteln, Sketchbook als mein derzeit bevorzugtes Zeichenprogramm, Diktiergerät für Sprachaufnahmen, Hedra für einfache Lippenbewegungs-Animation und CapCut für den Videoschnitt, ziemlich sicher ans Ziel kommen konnte. Meine bisherigen Entwürfe überarbeitete ich noch einmal, um sie näher an einem Bild des Künstlers Frank Elias zu orientieren, nahm ein paar kurze Audioclips auf und erstellte nach einem ersten groben Entwurf den ersten wirklichen Clip für Lippensynchronizität. Die meiste Arbeit ging dabei fürs Zeichen drauf, ansonsten war alles gut machbar und wird es auch weiterhin sein.
Als nächstes wollte ich das Großprojekt Velo-Proa angehen, also eigentlich gleichzeitig bzw. immer wieder abwechselnd mit anderen Projekten. Das lief allerdings bald aus dem Ruder und die KI verzettelte sich in einigen falschen Assoziationen, so dass ich das Thema erstmal wieder beiseite legte. Im letzten Beitrag hatte ich mich teils dazu geäußert. Inzwischen nahm ich das Projekt wieder auf und zergliederte es in Unterprojekte, nämlich Proa allein (ohne die Bausubstanz aus Flaschen - das war schon ein erster Punkt, der die KI überforderte), hier habe ich gute Anhaltspunkte für die Größe und die Hochseetauglichkeit bekommen, dann meine Lebensmittelgewinnung für unterwegs, die ich zuletzt auf Basis von Micregreens- und Insektenlarven-Zucht aufbauen und alle drei Monate während zwei bis drei Wochen die Rationen für die nächsten drei Monate produzieren wollte. Der neue Entwurf ist nun, dass ich mir Saatgut für ein Jahr besorge, sicher einlagere und davon immer wieder einen Teil vorkeimen und an Luft und Sonne dörren lasse, fein zermahle, um daraus einen Brei zu kochen, den ich mit weiteren frisch gekeimten Samen verfeinere. Dies konnte ich dank KI bereits so weit herunterbrechen, dass ich die ersten Versuche in dieser Richtung bei mir zuhause anzustellen mir zutraue. Schon öfter hatte ich gedacht, all die Dinge, die ich an Bord der Proa nutzen wollte, schon im Vorfeld zuhause zu nutzen, doch noch nie war ich diesen Versuchen tatsächlich so nah wie jetzt. Den Aufbau aus Flaschen für sich isoliert werde ich wohl als nächstes angehen, die Aufbauten für Hängematte ebenfalls für sich isoliert, und die Erweiterung des Kanus zum Quasi-Velomobil genauso.
Des Weiteren wollte ich tatsächlich meine finanzielle Situation optimieren. Diese werde ich hier wohl besser nicht ausbreiten, aber so viel dazu: Einiges schon habe ich diesbezüglich durch KI-Anregung umgeschichtet und einiges hat sich bereits als Verbesserung erwiesen.
Unternehmensgründung: Nachdem ich immer wieder einmal die verschiedenen Menschen in meinem Umfeld, Familie, Freunde, Couchsurfer, nach Ideen gefragt hatte, was ich neben meiner Assistenzarbeit vernünftig an weiteren finanziell lohnenswerten Arbeiten tun könne, und bislang keine wirklich befriedigende Antwort finden konnte, und nachdem ich vor einiger Zeit hier im Blog ja auch schon Gedanken in Richtung Projektmanagement geäußert hatte, damals auch angeregt durch ChatGPT, fragte ich vor einigen Tagen hierzu die KI, auch in Bezug auf Remote-Fähigkeit (zB während Bootsreisen) und Mitarbeiteranstellung und auch mit der Möglichkeit, im (fernen?) Ausland zu produzieren, und bekam fünf überraschende Vorschläge: Der erste Vorschlag war ein mobiler Reparatur-Hub für E-Bikes und Lastenräder, der zweite eine KI-gestützte Weiterbildungs-Akademie für digitale Teilhabe, der dritte eine Circular-Economy-Logistik, die Firmen-IT und -Kleidung sammelt, aufbereitet und weitergibt, der vierte Quartiers-Service und Nachbarschaftshilfe - so etwas hatte ich schon einmal als haushaltsnahe Dienstleistungen gegründet für Senioren, der fünfte eine Produktions-Brücke "Afrika-Köln" (Ethical Fashion/Food). Außer den haushaltsnahen Dienstleistungen hatte ich nichts davon auch nur ansatzweise auf dem Schirm, war aber doch ausreichend neugierig, mir all diese ausführlicher vorstellen zu lassen, bis sie mir so schmackhaft wurden, dass ich inzwischen vorhabe, fast alles davon unter einem Schirm unterzubringen: Eine gemeinnützige/mildtätige Gesellschaft wird u.a. Firmen-IT einsammeln und aufbereiten und damit eine KI-Akademie für Senioren und andere betreiben, eine profitorientierte Gesellschaft wird u.a. die IT warten und ggf. kleinere Unternehmen in KI-Fragen beraten, bei beiden Gesellschaften soll das Tätigkeitsfeld größer bleiben und weiterhin haushaltsnahe Dienstleistungen, Reisebegleitung usw. umfassen - mein PKW kann dabei für bestimmte Zwecke gemietet werden - , und den beiden Gesellschaften übergeordnet wird eine Holding sein, die sie gründet, hält, auch die Markenrechte usw., sie mit Kapital und später vielleicht auch mit Personal versorgt. Die KI kann mir einen Kurs entwickeln, der mich fit macht, Senioren KI zu vermitteln, zusätzlich zu verschiedenen anderen Quellen und Literatur natürlich. Sogar meine Videoproduktion, sei es mit Animationen, sei es als Reiseblog, könnte ich unternehmerisch einbeziehen. Natürlich kann ich das außer in der Gründungsphase nicht alles in großem Ausmaß stemmen, insbesondere, wenn ich mit etwa 180 Stunden pro Monat in meinem Hauptberuf eingebunden bin, aber zum Einen ist selbstständige Unternehmenstätigkeit, Geschäftsführung, Organisation usw., in der Stundenzahl davon ausgenommen, zum Anderen kann ich ja projekteweise Honorarkräfte einstellen oder in meiner Hauptarbeit etwas kürzer treten. Jedenfalls bin ich nach wie vor noch etwas überrascht von diesen neuen Perspektiven, bin aber zuversichtlich und werde bereits morgen die ersten Behördengänge diesbezüglich machen. Bei der Namensfindung gab es zwar zunächst etwas Probleme, nachdem ich ein großes US-Unternehmen mit ganz ähnlichem Namen wie der zuerst von mir angedachte und bereits als Domains registrierte Namen fand, doch habe ich inzwischen einen anderen, vielleicht sogar besseren, der noch unverbraucht ist und für den ich auch schon die Domains registriert habe. Am Entwurf eines geeigneten Logos feile ich noch.
Ansonsten beriet ich mich mit der KI u.a. bezüglich Kaizen, bezüglich Altersruhesitz in Südfrankreich nahe der Mittelmeerküste, bezüglich Energieversorgung zuhause und an Bord mit Photovoltaik und Powerstations, und auch, wie ich mehr ins Tun kommen könnte, doch denke ich inzwischen, wenn die Overthinking-Blockaden aus dem Weg geräumt sind, derzeit mit KI, aber mit echten Menschen wäre es mir lieber, dass dies quasi von selbst gehen wird. Natürlich weiß ich um den hohen Energieverbrauch von KI und um das Potential, von KI abhängig zu werden oder sich mit KI auf Irrwege zu verrennen - das würden selbstverständlich auch Lehrinhalte der KI-Akademie werden genauso, wie man bestmögliche Prompts für bestmögliche Ergebnisse ohne mehrfache Nachfragen und jedes Mal neuen Energieverbrauch schreibt.
Morgen, 19. Februar also werde ich versuchen, die Gemeinnützigkeit beim Finanzamt und die Unternehmen insgesamt bei der IHK prüfen zu lassen und anschließend beim Notar zunächst die Holding und direkt danach von der Holding aus die beiden anderen Unternehmen zu gründen, dann Geschäftskonten anzulegen, Buchhaltungs-Software zu besorgen usw. und mich im Verlauf der nächsten Wochen auf den Markt wagen. Ich bin schon sehr gespannt. Ansonsten findet morgen Abend wieder eine Konferenz online zu dritt statt, danach eine Essensverteilung, und am Freitag bin ich für eine 30h-Schicht wieder bei der Klientin. Danach habe ich wieder vier Tage frei, weiß aber noch nicht, ob ich sie unterwegs auf Reisen oder in weiterer Planung - oder beides - verbringen werde. Noch ist es mir zu kalt in Deutschland. Donnerstag kommende Woche habe ich noch eine 24h-Schicht, danach mein Kind, dann ist der Februar vorbei.
Soweit...
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