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Mensch und Geschlecht

In einem sozialen Netzwerk ergab sich dieser Beitrag von mir im Kontext mit Feminismus:

Ich kann da nur für mich sprechen, denke aber, dass das für viele andere Menschen, männlich*, weiblich*, divers gilt: oft ist es so, dass man etwas begehrt, und dann versucht man dies im Rahmen seiner* Möglichkeiten zu erreichen, irgendwie jede Person tut das wohl und irgendwie ist das wohl auch okay.
Was oft fehlt, ist die Empathie für die andere Seite um abzuspüren, wo deren Grenzen sind, und diese dann zu respektieren. Und Menschen mit höherem Testosteronpegel scheinen sich dann tendenziell wohl öfter zu übergriffiger Grenzverletzung hinreißen zu lassen, während andere womöglich subtiler verführen.
Leider leben wir in einem System, in welchem das Männliche* als das "Normale" und damit Privilegierte gilt, während das Weibliche* und das Diverse das Andere, "Seltsame" ist.
Mich beschäftigen diese Themen sehr und ich entwickle gerne Theorien dazu.

Sehr viele Menschen, wahrscheinlich auch Du, denken bei "Mensch", wenn es um sowas wie einen Prototypen geht, an eine männliche Person ("Strichmännchen": Toilettensymbol für m, für w bekommt es Zusätze als Rock oder Zöpfe).
Ich meine, dass das ein FUNDAMENTALER IRRTUM ist.
Der Prototyp, das "Normale" ist das Weibliche. Das Männliche ist die Variante.
Die Norm ist, dass alle Chromosomen paarweise auftreten, auch das X-Chromosom. Vor langer Zeit gab es eine Mutation, ein X zerbrach, wurde zu einem verkümmerten Chromosom, das wir heute Y nennen. Während bei den meisten Mutationen nichts Vernünftiges rauskommt, war diese Mutationen überlebensfähig. Dass das Y ein mutiertes reduziertes X ist gilt als wissenschaftliche Tatsache.
Die normale Entwicklung eines zweigeschlechtlichen Lebewesens geht hin zum Weiblichen. Wenn das Y fehlt oder wenn es funktionslos ist, wird immer eine Frau* daraus. Nur durch das Y wird die Entwicklung "umgebogen" zum Männlichen*.
Vera Birkenbihl hat sehr aufschlussreich erklären können, wann und wie das mit dem Y in die Entwicklung "hineingrätscht" und wie es dadurch an ganz verschiedenen Punkten der Entwicklung zu verschiedenen Geschlechtern/Gendern kommen kann:
https://youtu.be/8eEjnqsxlnI
Meine Theorie 1 ist also, dass das Patriarchat, das durch die monotheistischen Religionen zementiert wurde, nicht nur problematisch, sondern ein grober Irrtum ist und ich finde, wir sollten da etwas gründlich umkrempeln bzw. korrigieren.
Es gab vor einiger Zeit mal die Ansicht, dass weibliche Genitalien eine Abwandlung der männlichen seien. Das ist natürlich Quatsch. Wenn überhaupt, ist es umgekehrt. Und auch da kann man in der Zellentwicklung nachvollziehen, dass "ohne Einfluss" das entsteht, was wir als weiblich kennen, und nur durch bestimmtes Einwirken wird diese Entwicklung gestört und zum männlichen gedreht.
Wir Männer sollten lernen und akzeptieren, dass wir mit einem "Gendefekt" leben, der uns zwar ein ganz normales, gesundes Leben ermöglicht, uns vielleicht mit Mut und Rücksichtslosigkeit ausstattet, die wir hoffentlich positiv einsetzen, der uns aber u.U. auf der anderen Seite so schwächt, dass wir schwieriger mit emotionalen und sozialen Herausforderungen zurechtkommen, weil unser Testosteronlevel uns da beeinträchtigen könnte. Uns ist halt etwas mehr die Disposition mitgegeben, Schaden zu verursachen, und daher sollten wir früh lernen dafür sensibel zu werden.
Wahrscheinlich macht man sich mit solch einer Theorie wenig Freunde, insbesondere nicht unter Männern.

Daher möchte ich diese Theorie 1 direkt abschwächen durch meine Theorie 2:
Von "Leben" spricht man, wenn eine Struktur sich selbst erhalten kann z.B. durch Stoffwechsel und Energieaustausch. Diese Struktur sieht sich ständigem Stress ausgesetzt, der ihr "Überleben", also ihren Selbsterhalt etwas oder sogar fundamental gefährden kann. In den meisten Fällen bedeutet dieses Stören den "Tod" der Struktur, d.h. das selbsterhaltende, metastabile Gleichgewicht kippt und zerbricht. In nur sehr wenigen Fällen geschieht es, dass ein anderes metastabiles Gleichgewicht gefunden wird, und in nur sehr wenigen dieser Fälle geschieht es, dass dieses neue metastabile Gleichgewicht zur Evolution neuer Merkmale beiträgt.
Ein hochkomplexes Lebewesen wie der Mensch vereinigt in sich unzählige dieser metastabilen Gleichgewichte, und bevor das ganze Wesen scheitert und stirbt, können einzelne dieser Gleichgewichte kippen, d.h. bei jedem Menschen kann auf sehr viele Weisen sehr viel schief laufen, was u.U., ich würde sagen "üblicherweise", zu schädlichen Auswirkungen dieses Wesens auf seine Umgebung führt.
Damit ist also der Mann nicht allein dazu prädestiniert schädlich auf seine Umgebung zu wirken, sondern es ist der Mensch an sich, und nur dem Mann kommt durch seine spezielle Disposition noch ein kleines Extra zu, welches zum Einen wohl mitverantwortlich war für die Entwicklung von Kultur und Technologie, da dieses "Rücksichtslosigkeits-Hormon" wohl die Chance erhöht, dass jemand seine Grenzen und Gewohnheiten überschreitet und Neues ausprobiert. Und ja, Frauen und Männer haben beide dieses Hormon, Männer jedoch in der Regel mit einem höheren Anteil.

Vielleicht sollte die Menschheit also froh sein an ihren Männern und lediglich das Patriarchat und die "Ungezähmtheit" etwas in ihre Schranken weisen.

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